11:14 - elevenfourteen (USA 2003) - Kritik von hasendeddy
Aus wiki.dvdb.de
Originaltitel: 11:14
Kritik von hasendeddy.
Inhaltsverzeichnis |
Hintergrund
Es gibt Filme, die hebe ich mir für besondere Augenblicke auf. Das kann bei mir mehrere Gründe haben - bei „11:14 - elevenfourteen“ waren das aber die bemerkenswert guten Kritiken und auch die Tatsache, dass der Film mit solchen Genregrößen wie „Memento“, „Butterfly Effect“ oder „L.A. Crash“ verglichen wurde. Ich dachte so eine schwere Kost braucht die richtige Aufmerksamkeit.
In der Ofdb hat der Film die Note 7,50 bekommen und in der Imdb bewerteten die User den Film mit 7,2/10 Punkten. Andere Internetseiten haben den Film aber förmlich in den Himmel gehoben. Ob zu Recht, werden wir ja sehen.
Details
- Original Film-Titel: "11:14"
- Land: Kanada/USA 2003
- Laufzeit ca.: 85 Minuten
- Kinostart: 01.09.2005
- Regie: Greg Marcks
- Drehbuch: Greg Marcks
- Darsteller: Hilary Swank (Buzzy, das Provinzdummchen), Colin Hanks (Mark – Tom Hanks Sohn!), Rachel Leigh Cook (Cheri), Henry Thomas (Jack), Patrick Swayze (Frank)
Handlung
Der etwas angetrunkene Jack (Henry Thomas) fährt nachts durch einen Telefonanruf unkonzentriert abgelenkt auf einem Highway. Um Punkt 11:14 passiert dann der Unfall – ein Mensch stirbt, weil er ihn nicht rechtzeitig gesehen hat. Zuerst versucht Jack noch alles wie einen Wildunfall aussehen zu lassen und versteckt die Leiche im Kofferraum seines Wagens.
Doch der inzwischen von einer Passantin herbeigerufene Polizist entdeckt die Leiche und verhaftet Jack, der aber kurz darauf fliehen kann.
Von nun an werden im Film unterschiedliche Geschichten erzählt um die wahren Begebenheiten die hinter diesem Unfall stecken nach und nach aufzudecken. Denn so einfach wie sich die Lage am Anfang des Films darstellt ist sie in Wirklichkeit nicht.
Alle Handlungsstränge haben zwei Gemeinsamkeiten – Sie beginnen kurz vor 11.00 Uhr und Enden alle mit dem Unfallzeitpunkt um 11:14.
Eines kann ich schon verraten: Nichts ist so wie es am Anfang scheint… Mehr möchte ich hier nicht von der Handlung verraten, um euch den Spaß an diesem Film nicht zu verderben. Ich rate auch dringend davon ab andere Kritiken darüber zu lesen, da diese oft sehr viel von der Handlung verraten.
Kritik
Ich hatte ja wie schon oben beschrieben gewisse Zweifel, ob der Film nicht wieder so ein schwerer Bocken wie “Memento” sein könnte. Doch zum Glück haben sich meine Befürchtungen als völlig unbegründet herausgestellt und der Film war dann wirklich ein Genuss erster Klasse.
Die Handlung beginnt also mit dem eigentlichen Unglück – ein Mensch wird überfahren. Die Lage scheint klar zu sein und die Schuld an diesem Unfall hat natürlich der angetrunkene Autofahrer.
Doch von nun an beginnt der Film immer wieder in der Zeit zurückzuspringen (das wird meistens durch eine eingeblendete Uhr deutlich gemacht). Durch diese kleinen eigenständigen Handlungsstränge wird erst das ganze Ausmaß so nach und nach aufgedeckt, wie und warum es zu diesem Unfall gekommen ist. Sozusagen ein Puzzle, das sich von selbst zusammensetzt.
Dabei überkreuzen sich natürlich die Handlungsstränge immer wieder, weil ja immer fast der gleiche Zeitrahmen kurz vor 11:14 Uhr zu sehen ist. Das hilft den Film zu verstehen und beleuchtet jede Szene noch einmal aus einer anderen Sicht. Als Set wurde eine amerikanische Kleinstadt gewählt, damit der Schauplatz übersichtlich und überschaubar bleibt – hier wurde wirklich nichts dem Zufall überlassen.
Technisch wurde das Ganze sehr eindrucksvoll in Szene gesetzt. Die sehr dynamische Kamera zeigt die sich überschneidenden Szenen in den verschiedenen Geschichten immer ein wenig anders und gibt so neue Informationen für den Zuschauer frei oder manipuliert den Blickwinkel in der Art, dass die Szene plötzlich in einem völlig neuen Licht erscheint.
Wirklich toll!
Dazu gibt es eine sehr mysteriöse Musik. Sie erinnerte mich an die Titelmusik von Akte X …oder war es eine andere Serie mit Außerirdischen? Jedenfalls toll und abwechslungsreich, denn auch Rock und andere Musikrichtungen fanden beim Score Verwendung.
Was den einen oder anderen vielleicht ein wenig stören könnte, ist die Härte mit der manche Szenen gezeigt werden. Auch an Blut wurde nicht unbedingt gespart. So sieht man z.B. sehr genau wie jemand überfahren wird oder es liegt auch ein abgetrenntes Teil auf der Straße (grins!).
Durch die relativ kurze Laufzeit von etwa 80 Minuten kommt dann auch keinerlei Langeweile auf und der Regisseur hat wirklich jede Sekunde dazu verwendet um dem Zuschauer die Handlung eindrucksvoll näher zu bringen. An wirklich schwarzem Humor und skurrilen Einfällen wurde natürlich auch nicht gespart.
Die Schauspieler zu beschreiben kann ich mir eigentlich sparen. Alle sind bis in die kleinste Rolle ideal besetzt und die Besetzungsliste (Hilary Swank, Colin Hanks, Rachel Leigh Cook, Henry Thomas, Patrick Swayze) spricht eigentlich für sich selbst. Eine Schauspielerin möchte ich dennoch aus den anderen hervorheben. Hilary Swank spielt das Kleinstadt –Provinz- Dummchen mit Zahnspange einfach Klasse! Sie hätte meiner Meinung nach für diese Rolle eigentlich einen Oscar verdient.
Wer also einmal wieder einen sehr guten und spannenden Film mit viel schwarzem Humor sehen will, der kommt an „11:14“ sicher nicht vorbei. So ein gutes Drehbuch und dessen meisterhafte Umsetzung habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Fast ein Idealfilm aus dem Lehrbuch, den sich andere Regisseure mal zu Gemüte führen sollten.
Meine DVD
Da ich wieder einmal nicht warten konnte, hab ich mir schon vorab die Verleihfassung von “11:14” gegönnt. Da sich die Verleihfassung aber bis auf den Pappschuber nicht von der Kauffassung unterscheidet, können die Fakten der Verleihfassung wohl ohne weiteres auf die Kaufdisk übertragen werden.
Das Bild dieser Veröffentlichung von e-m-s ist durchwegs gut gelungen. Kein Wunder, der Film ist ja auch nur 80 Minuten lang – Kompressionsartefakte waren deshalb keine zu finden. Die Bildschärfe bewegt sich ebenfalls auf hohem Niveau und der Kontrast ist sehr gut ausgewogen. Das ist sehr wichtig, da ja ein Großteil (eigentlich alles) der Handlung in der Nacht spielt. Wie bei einer aktuellen Produktion nicht anders zu erwarten, sind auch sonstige Bildfehler nicht vorhanden.
Der Ton in Deutsch (DTS 5.1 und DD 5.1) und Englisch (Dolby Digital 5.1) ist ebenfalls sehr gut gelungen und bietet eine sehr gute Räumlichkeit. Besonders die „Schreckmomente“ kommen durch die gute Dynamik der DTS Fassung sehr gut zur Geltung.
Für die Extras blieb wieder keine Zeit – deshalb wieder nur die Fakten:
- verschiedene Trailer
- 2 TV-Spots
- Hinter den Kulissen
- Interviews mit den Darstellern und dem Regisseur
- Trailer zu weiteren DVDs
Fazit
Es ist wirklich der “große Wurf”, der hier Regisseur Greg Marcks gelungen ist. Drehbuch, Kamera und die hervorragenden Schauspieler machen aus diesem Film ein Meisterwerk, an dem auch der kritischste Mensch keine Mängel feststellen kann. Nahe an der Perfektion.
Jeder Kino- und Filmfan wird begeistert sein und somit kann ich diese Perle auch wirklich jedem empfehlen – vorausgesetzt man verträgt die ab und an auftretenden harten und auch blutigen Szenen.
Am ehesten lässt sich der Film mit „L.A. Crash“ vergleichen – die Handlung ist aber weniger kompliziert und viel einfacher bzw. kurzweiliger erzählt. Zudem wurde bei diesem Werk auch eine große Portion schwarzer Humor verwendet.
Ich kann diesen Film wirklich jedem ans Herz legen, der auf gut gemachte Filme steht und sich eineinhalb Stunden prächtig unterhalten lassen will.
9,5/10 Punkten
Siehe auch
Weblinks
- 11:14 - elevenfourteen in der Internet Movie Database (IMDb)
- 11:14 - elevenfourteen in der Online-Filmdatenbank (OFDb)
- Alle deutschen DVDs von 11:14 - elevenfourteen bei dvdb.de
- Aktueller Preisvergleich aller deutschen DVDs von 11:14 - elevenfourteen bei dvdb.de
- Diese Seite wurde zuletzt am 17. September 2006 um 20:43 Uhr geändert.
- Diese Seite wurde bisher 602-mal abgerufen.
