1492 - Die Eroberung des Paradieses (Großbritannien / USA / Frankreich / Spanien 1992) - Kritik von Liam

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Kritik von Liam.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Nachdem ich "Kingdom of Heaven" im Kino gesehen hab und sehr begeistert war, wollte ich mir ein weiteres Historienepos aus dem Hause Ridley Scott ansehen. Gladiator kannte ich ebenfalls schon, da blieb nur noch "1492 - Conquest of Paradise" übrig. Der Film weiß zwar zu fesseln, fällt im Vergleich zu den vorher genannten jedoch ein klein wenig ab.

Story

Ein grandios aufspielender Gérard Depardieu verkörpert Christopher Columbus, der es sich zum Lebensziel gemacht hat, einen Weg nach Asien in westliche Richtung zu finden. Anfangs wird er nicht ernstgenommen, doch dann erhält er die Chance vor Königin Isabella von Spanien (eine in ihren wenigen Szenen fantastisch agierenden Sigourney Weaver) vorzusprechen und seine Anliegen und Pläne zu erläutern. Die von ihm beeindruckte Königin gewährt ihm seine Forderungen und er bricht mit drei Schiffen gen Westen auf.

Produktion

Soweit, so gut, leider ist die Suche nach den Inseln bzw. dem Festland etwas kurz ausgefallen. Eine drohende Meuterei ist durch eine kurze Ansprache abgewendet, der Mangel an Vorräten und vor allem Wasser wird nur kurz angeschnitten. Da hätte ich mir ein wenig mehr erhofft, etwa im Stile von "Master and Commander". Der Film konzentriert sich eher auf den Aufbau der Kolonien und den Konflikt mit den Eingeborenen (es wird auch nicht näher erläutert, warum Columbus die Eingeborenen Indianer nennt, auch wenn es jeder weiß). Columbus, der nun der Verwalter der neuen Inseln ist, schafft es nicht, die Angelegenheiten unter seine Kontrolle zu bringen. All zu unerfahren ist er in diesen Dingen, was ihm natürlich sehr viele Neider bzw. Feinde in Spanien einbringt. Allen voran Adrian de Moxica (sehr überzeugend dargestellt von Michael Wincott), der Columbus bei seiner zweiten Reise mit 1000 Soldaten begleitet und dort für sehr viel Mißgunst sorgt. Die Entwicklung von Columbus vom visionären Seefahrer zum überforderten Administrator und später zum hart durchgreifenden Gouverneur der neuen Welt wurde leider etwas oberflächlich charakterisiert, wie auch viele der Nebendarsteller, deren Rollen noch ausbaufähig wären.

Was wäre ein Ridley Scott Historien Film ohne eine blutige Schlacht, in diesem Fall eine sehr blutige: Am Ende eskaliert die Lage und es gibt eine Schlacht zwischen Columbus' Männern, seinen Gegnern unter der Führung von Adrain de Moxica und den Eingeborenen, die sich nicht länger ausbeuten lassen wollen. Am Ende wird er abgesetzt, muß erfahren, daß das Festland bereits von Amerigo Vespucci entdeckt wurde und dieser auch noch die Lorbeeren einheimst. Als gebrochener, alter Mann erzählt er später seinem Sohn Fernando seine Geschichte, die dieser für die Nachwelt zu Papier bringt.

Filmmusik

Eine der ganz großen Stärken des Films ist der grandiose Score von Vangelis. Es gibt richtig Gänsehaut erzeugende Momente, zb. als die Schiffe ins Ungewisse auslaufen, unterlegt mit dem genialen und berühmten Titeltrack "Conquest of Paradise"! Wahnsinn! Die Musik erzeugt zusammen mit den wie immer genialen Bildern von Ridley Scott eine perfekte Symbiose. Schiffe, die Richtung orangefarbenen Sonnenuntergang fahren, die prächtige Inselkulisse, die abschließende Schlacht, die Optik des Films ist einfach herrlich.

Fazit

Ich habe gelesen, daß der Film an der wahren Geschichte um einiges vorbeigeht, was ich leider nicht beurteilen kann, da ich in diesen Dingen nicht sehr bewandert bin. Ich weiß nur, daß mich der Film sehr gut unterhalten hat, auch war ich von den Bildern und dem Vangelis Score schwer beeindruckt. Die Darsteller agierten alle sehr gut, allen voran Gérard Depardieu, den ich eigentlich nicht zu meinen Lieblingsschauspielern zähle, der mich in diesem Film aber vollends überzeugte. Zwar trüben ein paar Längen das Gesamtbild, übrig bleibt trotzdem ein überaus gelungener Film, der mich sehr gut unterhalten hat, und das ist schließlich das Wichtigste!

8,5 von 10 Punkten

Weblinks

  • Diese Seite wurde zuletzt am 27. August 2006 um 17:05 Uhr geändert.
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