21 (USA 2008) - Kritik von Isinesunshine

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21

Ein Film, in dem es im Kern um Mathe geht, kann unterhaltsam sein? Ja, kann er; und zwar sehr! Als Beweis dafür dient an dieser Stelle 21, in dem es um eine Gruppe Mathegenies geht, die Las Vegas unsicher machen...

Ben Campbell (Jim Sturgess) ist 1er-Schüler am MIT und wurde gerade im Herrenausstatter, in dem er arbeitet, befördert: verdient nun ganze 8$ die Stunde. Im selben Laden beschäftigt ist sein bester Freund Miles, der ebenfalls das MIT besucht. Zusammen mit ihrem gemeinsamen Freund Cam sitzen die beiden nach Bens 21stem Geburtstag Abend für Abend im Pub herum und arbeiten als Außenseiter und Technik-Freaks an ihrem Beitrag zu einem Physikwettbewerb, von Mädchen werden sie nicht beachtet. Ben ist also ein totaler Langweiler.

Schon seit er klein war, verfolgt er nur ein Ziel: er will in Harvard, um dort Medizin zu studieren. Einziges Problem: ihm fehlt das Geld, weshalb er sich mit seinen Einsernoten und Empfehlungsschreiben für ein Stipendium bewirbt. Am Ende des Vorstellungsgesprächs stellt sich ihm eine neue Hürde in den Weg, als er nach "Lebenserfahrung" gefragt wird und er in seinem Leben nie etwas anderes gamacht hat, als zu lernen und zu arbeiten. Er soll also eine Erfahrung präsentieren, die "einen vom Hocker haut" und mit diesem Auftarg fährt er wieder nach Hause.

Eines Tages fällt er in seinem Mathekurs seinem Lehrer Prof. Micky Rosa (Kevin Spacey) auf, als er eine intelligentere Problemlösung vortägt als die Isaac Newtons. An diesem Abend wird er von Mitschüler Jimmy Fisher (Jacob Pitts) abgeholt und einem geheimen Club unter leitung Rosas vorgestellt. Jimmy und drei weitere Schüler - Jill (Kate Bosworth), Kianna (Liza Lapira) und Choi (Aaron Yoo) - wurden von Rosa im Zählen von Karten beim Blackjack trainiert und verbringen jetzt jedes Wochenende in Vegas, wo sie in allen Casinos gehörig abräumen. Ben lehnt das Angebot mitzumachen ab, doch am nächsten Tag stattet Jill, in die Ben schon länger verschossen ist, ihm auf der Arbeit einen Besuch ab und kann ihn überzeugen, sich dem Team anzuschließen.

Ben beschließt solange mitzumachen, bis er die 300.000$ für sein Harvard-Studium zusammengespart hat. Nach viel Training und einem Probelauf ist es so weit: Die fünf MITler fliegen mit ihrem Matheprofessor nach Las Vegas und räumen die Blackjack-Tische ab. Ben ist so gut, dass er sogar mehr Gewinn erspielt als Fisher, der sonst für abendliche Rekorde zuständig war. Daraus ergibt sich der Beginn eines von Fisher ausgehenden Konkurrenzkampfes, der anfangs jedoch noch schlummert.

Die fünf räumen Millionen ab und es beginnt eine Zeit von Parties an unglaublichen Orten, Übernachtungen in den angesagtesten Hotels in Vegas, Shoppingtouren ohne auf die Kreditkarte zu achten. Außerdem kommen Jill und Ben sich in Vegas näher und näher. Jedes Wochenende begibt sich Ben in diese vollkommen andere Welt, wodurch er seine alten Freunde und den Wettbewerb völlig vernachlässigt. Doch auch in Vegas fangen die Dinge an nicht mehr nach Plan zu laufen: Fisher wird immer eifersüchtiger und Ben gerät ins Visier von Cole Williams (Laurence Fishburne), der die Sicherheit von Casinos im Hinblick auf Betrüger - und Kartenzähler - prüft.

Kaum zu glauben, aber nach diesem Film wünscht man sich doch tatsächlich ein Mathegenie zu sein, um in Las Vegas abräumen und anschließend Shoppen und Party machen zu gehen. ;) Die Story beruht auf einer wahren Geschichte und die Schauspieler schaffen es auch, sie authentisch zu vermitteln. Jim Sturgess liefert mit seiner Verwandlung vom Außenseiter zum arroganten Spieler - und seiner eigenen Erkenntnis dieser Entwicklung - eine sehr gute Performance ab. Kevin Spacey ist eine ideale Besetzung für den freundlich tuenden und doch so hinterlistigen, geldgierigen Professor.

Die Kamerafahrten (insbesondere zu Open Air-Dachparty) sind sehr beeindruckend. Die Verfolgungssequenz am Ende des Films ist ebenfalls gut und spannend gestaltet. Durch geschickte Überblendungen werden durch den Schnitt an einigen Stellen sie Denkprozesse der Beteiligten sichtbar. Beim Spiel liegt der Fokus auf den Karten, was für einige vielleicht eher langweilig wirkt, ich fand es jedoch sehr passend. Ein interessanter intelligenter Film mit integrierter Charakterstudie, der Überraschungen und Wendungen bereithält.

Da kann man nur sagen: eine Lebenserfahrung, die einen vom Hocker haut und sich damit 8/10 Punkten verdient.

  • Diese Seite wurde zuletzt am 21. Juni 2008 um 03:19 Uhr geändert.
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