24: Season One (USA 2001) - Kritik von mwallau

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24: Season One - Kritik von mwallau, 28.07.2008.

Inhaltsverzeichnis

Serien-Details

Titel: 24: Season One

Originaltitel: 24: Season One

Produktionsland/Jahr: USA/2001

Lauflänge: 1080 Minuten

Genre: Actionthriller/Drama

Altersfreigabe: 16

Hintergrund

Die Kritik bezieht sich auf die erste Staffel der US-amerikanischen Erfolgsserie 24. Diese startete in den USA im Jahre 2001 auf FOX und wurde zu einer der erfolgreichsten aktuellen Serien. Seitdem Start der Serie 2001, folgten 5 weitere Staffeln, eine siebte wird im Januar 2009 auf FOX erstausgestrahlt. Im Jahre 2003 wurde die erste Staffel durch RTL2 in Deutschland erstausgestrahlt. Die erfolgreichen Quoten aus den USA und Großbritannien brachte die Serie RTL2 jedoch nicht ein. Daher gab er sie 2008 nach fünf Staffeln an ProSieben ab, welcher nun die sechste Staffel zeigt.

Das erste mal sah ich die Staffel bzw. die Serie 2003 in der deutschen Free-TV-Premiere auf RTL2. Bis dahin hatte noch nichts von dem Erfolg gehört und ging daher sehr ahnungslos und ohne große Erwartungen an die Serie heran. Jedoch hat sie sich im Laufe der Staffel zu meiner absoluten Lieblingsserie avanciert, welche ich auch noch bis heute in der aktuell auf ProSieben laufenden sechsten Staffel verfolge.

Handlung

Kurz nach Mitternacht, verschwindet die 16jährige Kim aus dem Haus ihrer Eltern Jack und Teri Bauer. Jack kann seiner Frau jedoch nicht bei der Suche helfen, da er wegen eines dringenden Zwischenfalls zur Arbeit gerufen wird. Denn Jack Bauer ist US-Bundesagent und Leiter der CTU (Anti-Terror-Einheit) Los Angeles. Dort erfährt er von seinem Vorgesetzten, dass innerhalb der nächsten 24 Stunden ein Attentat auf den afro-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten und Senator David Palmer ein Attentat durchgeführt werden soll. Die Informationen stammen aus sicherer Quelle, jedoch sind keine Informationen über die Terroristen bekannt. Allerdings erfährt er, dass innerhalb der Regierung jemand für die Terroristen arbeitet, was Jacks Arbeit erschwert. Denn er hat Anweisung niemandem zu vertrauen und dennoch den Maulwurf und die Attentatspläne zu erfahren. Während Jack alle Hände mit seinem Auftrag zu tun hat, entwickelt sich Kims nächtlicher Ausflug immer mehr zu einem Kampf um Leben und Tot...

Jede Staffel von 24 hat eine äußerst gute und einzigartige Story. Doch die der ersten Staffel konnte mich einfach mehr als alles andere in den Bann ziehen und faszinieren. Das liegt vermutlich daran, dass sie Staffel emotionaler und dramatischer ist, als die meisten anderen. Dazu kommt die für 24 einzigartige Atmosphäre von Bedrohlichkeit und dem Gefühl ständig beobachtet zu sein, da ja jeder von Jacks Mitarbeitern der Spitzels ein könnte. Desweiteren gefällt mir, die Handlungsweise von Jack. Er schafft es stets sich aus Situationen zu befreien, wo man als Zuschauer denkt: "Wie kommt er denn da wieder raus?" Dabei bleiben die Actionszenen stets auf dem Boden und überschreiten nie die Grenzen des Möglichen. Denn Jack ist nicht übermenschlich, er ist verletzlich, kann weinen und ist nicht jedem einen Schritt voraus. Dies Unterscheidet 24: Season One von anderen Actionfilmen und -Serien, aber auch von seinen späteren Nachfolge-Staffeln.

Auch in dieser Staffel wurden die für 24 typischen Story-Stilmittel verwendet. So gibt es geniale Storytwists, welche ,perfekt positioniert. immer wieder überraschen, aber nicht verwirren oder zu künstlich wirken. Besonders gut in Sezene gestzt sind hier die sog. Cliffhanger. Als Cliffhanger bezeichnet man die Schlusssequenz eines Filmes oder einer Serie, wenn diese noch einige Fragen offen lässt. Und da jede Episode von 24 ihren eigenen Handlungsstrang hat, geschieht dies so gut wie jede Folge. Das plötzliche Abblenden erfolgt durch ein Schwarzbild und einer Digitaluhr, welche die letzten Sekunden der Stunde anzeigt. Alle diese Stilmittel werden an den richtigen Stellen perfekt eingesetzt, um die Spannung und die Dramaturgie bis auf die Spitze zu treiben. Es wird konsequent bis zum Ende durchgesetzt, wirkt aber nie konstruiert oder dergleichen.

Auch die Spannung wird bis zum Ende aufrecht erhalten und die Spannungsbögen bis aufs Äußerste ausgereizt, so dass dem Zuschauer keine Ruhepausen und Zeit zum durchatmen bleibt. Nach etwa der Hälfte der Staffel, nach einem großen Action-Finale, jedoch hat sie jedoch einen kleinen Durchhänger und muss erst wieder neue Spannung aufbauen. Dies hat auch eine Ursache, denn zuerst wurde 24 nur mit 12 Folgen geplant und nicht mit 24 und wurde dann aber, wegen dem großen Erfolg weitergeführt. Das hat das spannende Finale in der Mitte der Staffel zu Folge und auch leider einen Rückgang der Spannung danach zufolge, da nun erst wieder eine neue Handlung und eine neue Spannung konstruiert werden muss. Als Zuschauer denkt man dann: "Ok, alles fertig, alles Palletti. Was kann denn jetzt noch kommen?" Und erst nach 1-2 Folgen wird der Zuschauer wieder in die gewohnte Atmosphäre hineingeführt und es geht weiter.

Ein kleines serientypisches Manko an der Staffel fand ich jedoch auch in den Nebenhandlungen. Manchmal, da beginnen einen nämlich die Nebenhandlungen, welche meistens interessant, informativ und nachvollziehbar sind, ein kleines bisschen zu stören, da manche Momente unnötig sind und anscheinend nur als "Platzhalter" dienen und man ja wissen will, wie es weitergeht. Manche Charaktere aus den Nebengeschichtelchen haben mich nach einer Zeit auch extremst genervt, allen voran Jacks Frau und Tochter Teri und Kim.

Umsetzung

Auf den ersten Blick ist die Handlung sehr guter Stoff, aber im Grunde nicht viel Neues: Das Familienleben kollidiert mit dem Berufsleben. Das Besondere und Einzigartige an 24 jedoch ist ihr Konzept. Die Serie spielt nämlich in Echtzeit, d.h. die erzählte Zeit stimmt mit der dargestellten Zeitdauer überein. Also, keine Rückblenden, keine Zeitsprünge, -Lupe oder -Raffer und auch keine verschobenen Storylines. Der Handlungszeitraum begrenzt sich dabei auf einen ganzen Tag, bzw. -wie der Titel schon sagt- 24 Stunden, aus dem Leben von Jack Bauer. Da jede Staffel aus 24 Episoden besteht, stellt jede Episode eine Stunde dar. Das Konzeptd er Echtzeit, war bis dato eher unverbraucht, aber nicht neu. So wurde es schon in den Filmen Lola Rent (mit Franka Potente und Moritz Bleibtreu) und Gegen die Zeit (mit Johnny Depp) verwendet. Auch die neueren Actionthriller Nicht Auflegen! und 88 Minuten nutzen dieses Stilmittel.

Das Konzept wurde perfekt auf die Serie angepasst und verleiht ihr dadurch einiges Dramaturgie, Spannung und Realitätsgefühl. Um dies zu untermalen, werden in der Serie immer wieder Ultimaten, Uhrzeiten, Zeitdauern und -fristen genannt, zudem wird ungefähr alle 5-10 Minuten eine Digtaluhr eingeblendet, um dem Zuschauer die aktuelle Uhrzeit in der Serie zu übermitteln. Dies gibt dem Zuschauer ein grandioses Echtzeitgefühl und ein Gefühl von Dringlichkeit, dass er sich in den spannenden Momenten, fast die Fingernägel abkaut (so erging es mir zumindest oftmals ;)).

Jede Staffel von 24 hat mehrer Handlungsstränge, manche besonders wichtig, manche weniger, manche groß, manche klein. In der ersten Staffel z.B. gibt es mindestens zwei, oftmals auch bis zu vier Stränge, welche parallel zu einander verlaufen, sich ergänzen, kreuzen oder miteinander verschmelzen. Um die verschiedenen Handlungsstränge darzustellen wird als Stilmittel das sog. Splitscreen-Verfahren angewendet. Dabei wird, wie der Name schon sagt, der Bildschirm geteilt, um gleichzeitig geschehene Szenen nicht zu verpassen. Dies wird vor allem bei Schlüsselmomenten, Telefongesprächen und bei so gut wie jedem Episodenende verwendet. Dort wird nämlich meist alles aktuell Geschehene kurz in ein paar Splitscreen-Bildern zusammen gefasst und dann nach der Schlusssequenz, meist mit einem Cliffhanger, abgeblendet.

Die Kameraführung ist meines Erachtens sehr gelungen. Diese setzt nämlich in Actionsequenzen oftmals auf authentische, aber nicht zu ruckelige Handkamerafahrten, und auch bei ruhigen Szenen und Gesprächen auf Zooms und Kameraschwenks aus der Hand mit Unschärfe-Effekten. Besonders bei Szenen in der CTU verschafft dies ein Gefühl, beobachtet zu werden, da es so aussieht als würden die Personen von weiter weg beobachtet werden. Bei den Drehs scheinen digitale Kinokameras mit körniger Auflösung und Farbfiltern verwendet worden sein, ähnlich wie bei Collateral, Miami Vice und Das Bourne Ultimatum. Auch dies trägt zur Authentizität bei, es ist als wär man im Geschehen drin.

Die Musik der Serie stammt aus der Feder von Sean Callery, welcher bereits als Soundeditor bei Sieben und Akte X - Der Film mitwirkte, und ist äußerst gelungen. Sie ist sehr vielschichtig und untermalt immer perfekt das Gezeigte, egal ob ihn Actionszenen, Verfolgungsjagden oder traurigen Momenten - die Musik ist immer passend.

Darsteller

Die komplette Darsteller-Riege von 24 spielt ihre Rolle gut bis überzeugend. Alle voran muss man jedoch Kiefer Sutherland (Jack Bauer) erwähnen, welcher seine Rolle grandios verkörpert. Es gibt einfach keinen besseren - Kiefer Sutherland ist Jack Bauer. Ob in den ruhigen, emotionalen Momenten, ob in schnellen, spannenden Actionszenen, ob in harten und schonungslosen Verhören oder in Wut- oder Rache-erfüllten Ausbrüchen; er drückte Jack Bauer seine Note auf und bewies nach nach seiner längeren Leinwand-Abstinenz, dass er einer der besten Schauspieler ist. Für seine Leistung in der ersten Staffel durfte er auch einen Golden Globe für als bester Hauptdarsteller einer Drama-Serie entgegen nehmen. Außerdem erhielt er 2007 auch endlich die langerwartete Emmy-Trophäe für Staffel 5, nachdem er die Jahre zuvor immer "nur" nominiert wurde.

Zu erwähnen ist auch die Leistung des Hauptdarstellers Dennis Haysbert (David Palmer), welcher den afro-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten sehr authentisch darstellt, besonders in seinem schweren Familien-Konflikt als ein für Gerechtigkeit eintretender Vater, aber auch als strategischer und offensiver Politiker. Darüber hinaus gefielen mir die Darbietungen von Carlos Bernard (Tony Almeida) und Sarah Clarke (Nina Myers), welche sich als CTU-Mitarbeiter oftmals zwischen dem Gesetzt und den Anweisungen ihrer Vorgesetzten oder Hilfe für Jack entscheiden müssen. Um Grunde ist jedoch der ganze Cast gelungen und nichts daran auszusetzen, was bei TV-Produktionen ja nicht immer der Fall ist.

DVD-Details

Getestete Version: 24: Season One DVD-Box (Erstauflage)

Bildformat: 16:9 (1.85:1) anamorph

Tonformate: Deutsch Dolby Digital 2.0 Surround, Englisch Dolby Digital 2.0 Surround

Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Portugiesisch, Polnisch, Griechisch, Tschechisch, Ungarisch, Hebräisch, Isländisch

Bonusmaterial: Alternatives Ende, Introduction von Kiefer Sutherland über Season One

Umfang: 6 DVDs, 16-seitiges Booklet

Verpackung: Digipak (Erstauflage)

Fazit

24 zählt für mich zur besten Unterhaltung überhaupt: Gute Story, Überzeugende Schauspieler, stimmige Musik, cooler Style, Emotionen, bombastische Action und Spannung pur³! Ich habe noch nie so gebannt vorm TV gesessen und noch nie so sehr auf eine Folge gewartet. Einfach nur genial! Da können auch die kleinen Mankos in der Konstruktion der Story keinen Abbruch mehr bringen.

10 von 10 Punkten

Siehe auch

Weblinks

  • Diese Seite wurde zuletzt am 28. Juli 2008 um 22:10 Uhr geändert.
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