28 Days Later (FSK18) (USA / England / Holland 2002) - Kritik von Liam
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Kritik von Liam.
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Hintergrund
Danny Boyle hat mit 28 Days Later einen Film geschaffen, den man gar nicht so leicht einem Genre zuordnen kann. Da im Film keine Zombies vorkommen (es handelt sich dabei ja um Infizierte), fällt das Genre des Zombiefilms schon einmal weg, es ist auch kein reiner Horror-Film, dazu ist er vor allem im Mittelteil zu ruhig. Es handelt sich vielmehr um ein Horror-Drama in apokalyptischer Umgebung, das sehr stark beginnt und am Ende leider etwas an Fahrt verliert.
Story
Ein wutsteigernder Virus, der in einem Versuchslabor an Affen getestet wurde, setzt sich frei, weil einige Aktivisten die Tiere aus ihren Käfigen befreit haben. Der Virus verbreitet sich in rasanter Geschwindigkeit und nach kurzer Zeit ist Großbritannien nicht mehr das, was es einmal war. 28 Tage später erwacht Jim in einem Krankenhaus, scheinbar wurden alle Menschen dahingerafft, doch Jim weiß von all dem nichts, er lag im Koma, während es geschah. Er macht sich auf die Suche nach anderen Menschen und steuert als erstes auf eine Kirche zu ...
Kritik
Der erste Teil des Streifens ist wirklich sehr gelungen, die Atmosphäre, die Boyle in seinem Film schafft, ist grandios. Vor allem das menschenleere London hat er sehr gut hinbekommen, es wirkt absolut echt, wenn Jim durch die leeren Straßen geht und verzweifelt „Hello“ schreit, doch niemand antwortet ihm. Die bedrückende Stille tut dabei ihr übriges, um dieses Szenario noch beklemmender zu gestalten. Die Geschichte entwickelt sich kontinuierlich, jedoch in einem relativ langsamen Tempo. Den Charakteren wird dabei soviel Tiefgang gegeben, wie möglich, meistens geschieht dies durch Erzählungen, die der jeweilige Charakter mit den Infizierten erlebt hat, aber auch sonst wirken die (wenigen) Figuren des Films eigentlich immer glaubhaft und man kann die Entscheidungen, die sie treffen, nachvollziehen.
Der Film konzentriert sich weniger auf den Kampf mit den Infizierten, Schockeffekte sind eher die Ausnahme, 28 Days Later erzählt vielmehr die Geschichte von vier Überlebenden einer tödlichen Seuche, die bereits ein gesamtes Land ins Chaos gestürzt hat. Sie wollen überleben und tun auch alles dafür. Im Mittelteil des Films hätte hie und da ein Angriff durch Infizierte aber nicht geschadet, denn da wird der Film schon fast zu ruhig, ist aber gerade noch im Bereich des Akzeptablen. Die Sache mit den Soldaten hat mir leider nicht so gut gefallen. Gerade, als die Story immer epischer wurde (als die vier zb. aus der Ferne das brennende Manchester sehen), kommt ein Bruch und die restliche Geschichte spielt sich nur noch im Herrenhaus ab, das die Soldaten besetzen. Ab diesem Zeitpunkt kommen die Infizierten eindeutig zu kurz, stattdessen entwickelt sich der Major und seine Mannen zu den Bösewichtern des Films. Da wurde leider jede Menge Potenzial verschenkt.
Darsteller
Dafür sind die Schauspieler gut gewählt. Cillian Murphy spielt die Rolle des Titelhelden Jim recht gut, auch wenn seine Wandlung vom anfangs schwachen und ahnungslosen Koma-Patienten zu einer perfekten Kampfmaschine, die fast im Alleingang eine ganze Kompanie auslöscht, nicht so ganz passen will. Naomie Harris als Selena ist ebenfalls sehr gut gecastet, sie spielt die Überlebenskünstlerin sehr gut und hat auch einige recht emotionale Szenen. Brendan Gleeson spielt den besorgen Vater Frank, er liefert eine tadellose Leistung ab. Seine Filmtochter Hannah wird von Megan Burns verkörpert, auch sie macht ihre Sache sehr gut. Erwähnenswert ist noch Christopher Eccleston als der verrückt werdende Major Henry West, der Rest ist nicht mehr als „Infizierten-Futter“.
Produktion
Und diese Infizierten, so selten man sie auch zu Gesicht bekommt, sind wirklich sehr schön geworden. Da haben die Maskenbildner ganze Arbeit geleistet, die Dinger sehen richtig angsteinflößend und eklig aus. Doch es ist nicht zuletzt den Schauspielern und Artisten, die die Infizierten „gespielt“ haben, zu verdanken, daß diese Kreaturen so realistisch rüber kommen. Die Zuckungen und die Art zu gehen und zu laufen, all das haben sie wirklich super hinbekommen. Und da sind wir schon beim leidigen Thema, daß die Zombies laufen können. Nun, da es sich dabei um keine Zombies handelt, sondern um Infizierte, ist es auch ok, daß sie laufen können. Außerdem sieht man im Film zu keinem Zeitpunkt eine ganze Horde von Infizierten auf die Hauptprotagonisten zukommen, sondern meistens nur kleinere Gruppen, und da wirkt es einfach bedrohlicher, wenn die paar Kreaturen mit voller Geschwindigkeit, schrill kreischend, auf einen zulaufen, als daß sie sich langsam auf einen zu bewegen.
Die übrige Optik ist ebenfalls mehr als gelungen, die bereits erwähnte menschenleere Stadt, das angedeutete Chaos, das in London geherrscht haben muß und das brennende Manchester sind sehr nett anzusehen, leider ist der Look im Herrenhaus der Soldaten nicht mehr so gut, da wirkt die Optik eher ein wenig einfallslos und monoton. Die Kameraarbeit fällt dafür sehr positiv auf, es gibt sehr viele optische Tricks und Spiegelungen, um zb. die Autofahrt interessant zu gestalten und einige schräge Kameraperspektiven sorgen für Abwechslung. Der Soundtrack ist, wie von Danny Boyle Filmen nicht anders zu erwarten, auch super geworden. Die Musik setzt genau an den richtigen Stellen ein und erzwingt in manchen Szenen das bereits genannte epische Feeling des Films, aber auch dramatische, traurige und fröhliche Szenen unterstreicht die Filmmusik perfekt
Fazit
28 Days Later ist ein gut gemachter Endzeitfilm, den man jedoch nicht als Zombiefilm im klassischen Sinn betrachten sollte. Die Story ist sehr gut, jedoch wird sie zum Ende hin immer schwächer und kann nicht mit dem großartigen Anfang des Films mithalten. Die Schauspieler sind gut gewählt, die Optik ist sehr schön und der Soundtrack fantastisch. Sicher kein Referenz-Film, aber immer noch ein nettes Filmerlebnis.
8 von 10 Punkten
DVD
Die DVD ist nichts besonderes, es gibt ein paar Deleted Scenes mit einem alternativen Ende (das jedoch beinah das selbe ist wie das Filmende), einen Audiokommentar von Regisseur Danny Boyle und Drehbuchautor Alex Garland, zwei Trailer und Bildgalerien. Empfehlenswert ist das Making-of, das auf der Dvd enthalten ist. Es geht dabei auf die Möglichkeit ein, daß eine Seuche die Menschheit tatsächlich gefährden könnte, sehr interessant gemacht. Der Rest der Dokumentation beschäftigt sich mit dem Film und ist Standardware.
Weblinks
- Diese Seite wurde zuletzt am 17. Februar 2008 um 20:49 Uhr geändert.
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