Alone in the Dark (Kanada / Deutschland / USA 2005) - Kritik von Liam
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Kritik von Liam.
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Hintergrund
Jetzt habe ich auch endlich einen gesehen, einen Uwe Boll Film. Alone in the Dark hat ja den zweifelhaften Ruhm, einer der schlechtesten Filme aller Zeiten zu seine und erscheint aus diesem Grunde auch in der Bottom 100 Liste der imdb. Nun, das hat der Film sicher nicht verdient, von einem Meisterwerk ist er jedoch auch ein sehr weites Stück entfernt.
Story
Edward Carnby hat ein Artefakt gefunden, diverse Zombie-Menschen versuchen, ihm das Artefakt zu stehlen und ihn zu töten. Carnby’s Ex-Arbeitgeber, die mysteriöse Federal Agency 713 mischt ebenfalls mit und zusammen mit seiner Freundin Aline Cedrac versucht er, eine Brut von Monstern am Übertritt in unsere Dimension zu hindern.
Allgemein
Boll, der seine Filme ja meistens auch gleicht selbst produziert, sprich die notwendigen finanziellen Mitteln auftreibt, liefert hier eine weitere Videospielverfilmung ab, mit dem Game selbst hat das ganze aber sehr wenig zu tun. War das Spiel noch ein Grusel-Adventure mit subtilem Horror a là Silent Hill oder Resident Evil, so verkommt der Film zu einem einzigen Shoot Out mit sehr wenig Handlung. Normalerweise stört mich so etwas auch nicht, Resident Evil fand ich ja auch nicht so schlecht, aber dort hat es wenigstens hie und da ein paar Dialoge gegeben, bei Alone in the Dark wird mehr geschossen als geredet, was zum Verständnis der extrem dünnen Story nicht gerade beiträgt. Und dabei beginnt der Film sogar recht vielversprechend, doch nach einer halben Stunde Spielzeit hetzten die Protagonisten nur noch von einem finsteren Ort zum nächsten, um dort auf Monster und Zombies zu ballern. Grusel, die Hauptintension des Spiels, kommt eigentlich überhaupt nie auf. Zwar sagt Boll im Audiokommentar, daß man es den Fans des Spiels sowieso nie Recht machen kann und den Film auch für Nicht-Gamer verständlich machen muß, gelungen ist ihm das aber leider nicht, denn die dünne Story strotzt nur so vor Logiklöchern und Erklärungsmangel.
Produktion
Dabei hätte der Stoff durchaus Potenzial gehabt, denn die Ausführung des schwachen Drehbuches sieht gar nicht mal so schlecht aus. Die CGI Effekte können sich sehen lassen, wobei die Monster zwar nicht perfekt aussehen, aber immerhin einen Platz im Mittelfeld einnehmen. Es gibt einige sehr schöne Kameraschwenks (die Stadt von oben) zu bewundern und oftmals werden diese auch noch mit CGI Effekten gepaart (zb. die Kugel durch den Eisblock). Die Locations sind jedoch nichts besonderes, alles schon mal gesehen, da hat Boll wohl auf sein Budget achten müssen
Darsteller
Die Schauspieler waren ebenfalls ein Stück entfernt von unterirdisch schlecht, Glanzleistungen haben sie jedoch auch keine abgegeben. Christian Slater als Edward Carnby spielt routiniert, mehr aber auch nicht. Ob ihn diese Rolle wieder zurück in Hollywood’s A-Liga bringen wird, wovon Dr. Boll im Audiokommentar überzeugt ist, ist jedoch fraglich. Tara Reid, die ja noch keinen wirklich guten Film gemacht hat (The Big Lebowski mal ausgenommen), bekleckert sich auch in diesem nicht mit Ruhm. Ihre Leistung ist nicht wirklich schlecht, grundsolide würde ich sagen. Für Uwe Boll war sie der schlechteste Part an Alone in the Dark, er hätte gerne eine andere Darstellerin engagiert, Reid machte durch Ihre Bekanntheit aber jede Menge Promotion für den Film, zb. in verschiedenen Talkshows. Gebracht hat es freilich nichts, der Film floppte bekanntlich an den Kinokassen. Stephen Dorff liefert ebenfalls eine solide Performance ab und von den Nebendarstellern sticht keiner besonders heraus. An den Darstellern scheitert der Film also auch nicht, die machen noch das Beste daraus
Ausstattung und Soundtrack
Als erster Grund für das Scheitern muß sicher das Drehbuch genannt werden, von dem es drei verschiedene Fassungen gegeben hat und von denen dann die besten Teile herausgespickt wurden. Der Plot wurde quasi zusammengeschustert, da hilft es wenig, wenn Boll für seine Filme sehr viele Deutsche verpflichtet (so auch zwei der drei Drehbuchautoren), wenn diese dann derart stümpern und eine Story fabrizieren, die trotz ihrer Einfachheit zu keinem Zeitpunkt verständlich erscheint, was wiederum eine Leistung für sich darstellt. Doch auch der Meister selbst trägt natürlich seinen Teil dazu bei, denn der Filmschnitt ist ebenfalls nicht das Gelbe vom Ei. Viel zu unlogisch werden die Szenen da aneinandergereiht, für Gespräche, die zur Story beitragen, bleibt gegen Ende hin überhaupt keine Zeit. Boll legt sein Hauptaugenmerk auf Geballer, praktisch zwei Drittel des Films bestehen aus Schießereien, die jedoch viel zu hektisch ablaufen. Auch der Soundtrack ist, wie der Film, einfach zusammengewürfelt worden. Da wechseln sich Heavy Metal mit Neneh Cherry ab, dazwischen gibt’s noch eine Art Techno, da ist keine klare Linie zu erkennen.
Fazit
Alone in the Dark hat genau das gehalten, was ich mir versprochen habe, nämlich einen sinnfreien Action-Horror-Film, jedoch läßt dieser für meinen Geschmack eine Spur zu wenig Sinn durchblicken. Die Effekte und die Schauspieler sind Durchschnitt, das Drehbuch ist miserabel. Der einzige Lichtblick bei diesem Machwerk ist der Audiokommentar, den Boll zusammen mit einem seiner Drehbuchautoren spricht. Viermal werden die beiden dabei von Boll’s Hunden gestört, die Boll dann lautstark aus dem Raum verweist. Zweimal wird Boll angerufen, wobei er nur einmal aus dem Zimmer geht. Das nützt dann sein Co-Kommentator dazu, zu zeigen, daß er nicht ganz Herr der Lage ist und meistens einfach nur das erzählt, was sich gerade auf dem Bildschirm ereignet. Auch der AK verfolgt das Muster des Films: der Anfang ist recht unterhaltsam, gegen Ende hin greift man sich dann aber doch des öfteren an den Kopf aufgrund mancher Aussagen von Dr. Uwe Boll. Der Film ist zwar besser als sein Ruf, für einen guten Film hat es dann aber auch nicht gereicht.
4 von 10 Punkten
- Diese Seite wurde zuletzt am 16. September 2006 um 22:19 Uhr geändert.
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