Apocalypto (USA 2006) - Kritik von Kopfkino

Aus wiki.dvdb.de

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Filmdetails

Titel: Apocalypto

Originaltitel: Apocalypto

Land/Jahr: USA/2006

Lauflänge: 139 Minuten

Altersfreigabe: KJ/Keine Jugendfreigabe

Genre: Abenteuer/Drama

Einleitung

Mel Gibson ist als Mensch ja nicht gerade unumstritten. Seine Alkoholexzesse und menschenverachtenden Äusserungen brachten ihn schon mehrmals in heftige Kritik. Auch seine Filme wissen zu polarisieren. Angefangen hat seine Regisseurkarriere 1993 mit dem Film [[Der Mann ohne Gesicht]]. Weiter ging es 1995 mit dem Blockbuster Braveheart. In diesen beiden Filmen spielte er jeweils die Hauptrolle.

Vor allem der im Jahr 2004 erschienene Film Die Passion Christi mit Jim Caviezel als Darsteller des Jesus sorgte für umfangreiche Debatten. Viele Kritiker sahen dieses Machwerk als einen der kontroversesten Filme aller Zeiten.

Ich persönlich schätze Mel Gibson als Darsteller und auch seine Regiearbeiten finde ich sehr gut. Unvergessen sind seine Rollen in der Quadrolgie Lethal Weapon oder der Trilogie Mad Max. Auch dem Komödiengenre ist Mel Gibson nicht abgeneigt, wie er mit dem Film Was Frauen wollen eindeutig unter Beweis gestellt hat.


Handlungsblog

Die Hochkultur der Maya steht kurz vor ihrem Niedergang. Der Häuptlingssohn Pranke des Jaguars (Rudy Youngblood) lebt mit seiner Sippschaft in einem kleinen Dorf in Mesoamerika (Mittelamerika). Die Einwohner des Dorfes leben in einer friedlichen Gemeinschaft zusammen. Es herrscht die klassische Rollenverteilung, die Männer gehen auf die Jagd und die Frauen bringen Kinder zu Welt und kümmern sich um das Essen.

Auch die Frau von Pranke des Jaguars ist hochschwanger und erwartet ihr zweites Kind. Doch eines Tages findet die Idylle ein jähes Ende. Der Stamm wird von einer Horde kriegerischer Mayas angegriffen. Wer im Kampf nicht getötet wird, muss sich in die Sklaverei begeben. Pranke des Jaguars ist es gerade noch gelungen, seinen Sohn und seine Frau in einer Höhle zu verstecken.

Der Weg in die grosse Stadt ist sehr beschwerlich und es gibt viele tückische Hinternisse zu überwinden. In der Hochburg der Mayas angekommen werden die versklavten Frauen zum Verkauf angeboten. Die Männer werden mit blauer Farbe bemalt und sollen in einer Art rituellen Opferung dem Sonnengott als Menschenopfer dargebracht werden.

Erst jetzt sehen die Menschen aus dem Dorf das wahre Ausmaß ihrer schier auswegslosen Lage. In der Stadt verhungern die Sklaven zu Hunderten, während die Aristokraten sich mit Essen nur so vollstopfen. Wer nicht den Hungertod stirbt oder geopfert wird, schuftet beim Bau der Tempelanlagen.

Als Pranke des Jaguars an der Reihe ist, verdunkelt sich plötzlich die Sonne. Dem hohen Priester wertet dies als ein Zeichen Gottes und stoppt die bestialische Opferung. Doch die Männer werden nicht etwa verschont, sie dienen den Kriegern als "lebende Ziele" um deren Kampfkunst zu verbessern.

Doch Pranke des Jaguars gelingt schwerverletzt die Fluch und er begibt sich auf einen gefährlichen Irrlauf quer durch den Dschungel, die Feinde immer im Nacken. Plötzlich beginnt es auch noch zu regnen und seine schwangere Frau und ihr Sohn stecken noch immer in diesem Loch fest...


Bild & Tonqualität

Bildformat:

  • PAL 1,85 : 1 (Anamorph codiert)

Die Bildqualität hat mich wirklich überzeugt. Vor allem war die Produktion im mexikanischen Dschungel sicher alles andere als leicht. Die ca. 130 Minuten Laufzeit konnte ich am Bild keinerlei Rauschen oder sonstige Bildfehler feststellen. Vor allem die rasanten Kamerafahrten bei den Verfolgungsszenen quer durch den Dschungel fand ich sehr beeindruckend.

Die Farbsättigung des Bildes ist sehr natürlich. Ich denke auf Filter oder sonstige Bildbearbeitungen wurde grösstenteils verzichtet, was Apocalypto sehr authentisch machte. Man konnte sich fast in die Szenerien hineinversetzten, so nah war man dank der gelungenen Kameraführung am Geschehen. Auch etwas ungewöhnlich, jedoch für mich sehr erfreulich ist das auf 1,85:1 codierte Bild. Hollywoodproduktionen verwenden oftmals das 2,35:1 oder 2,40:1 Widescreenformat, wodurch man auch am 16:9 TV diese hässlichen Balken hat.


Tonformate:

  • Mayathan DTS
  • Mayathan Dolby Digital 5.1

Untertitel:

  • Deutsch (Zwangsuntertitel)

Die Audioqualität ist ähnlich gut gelungen, wie die Bildqualität. Ich habe mich für die DTS Tonspur entschieden, weil diese einfach mehr Bassbetonung hat, wie die Dolby Digital 5.1. Gesprochen wird in Apocalypto ja nicht wirklich viel, weshalb sich der Film mehr durch seine visuellen Reize und durch seine tonale Untermalung präsentiert. Aber die DTS Tonspur wusste durchaus zu Überzeugen. Allem voran die Umgebungsgeräusche als den Rearspeakern machten einen tollen Eindruck. Wenn man die Vöglein so zwitschern hörte, die Äste knackten, der Wind durch die Bäume strich, Pfeile flogen oder ein Messer ins Fleisch gestochen wurde, man kam sich fast ins Geschehen inkludiert vor.

Auch bei den Verfolgungsjagden und den Kampfszenen ging es heiss her. Die DTS Spur war bassbetont, aber nicht übertrieben, vermittelte auf der einen Seite eine etwas unheimliche und dennoch fast unschuldige Atmosphäre.

An dem Stilmittel der fremdländischen Sprachen, samt deutscher [[Zwangs untertitel]] scheiden sich ja auch die Geister. Viele finden es nervig, einigen gefällt es total gut. Ich selbst zähle mich zu zweiterer Gruppe. Schon in Die Passion Christi fand ich dieses ungewöhnliche Stilmittel äusserst interessant und ich als alter Import DVD Gucker habe ja schon einige Erfahrungen mit den UT's. Für mich verleiht die Mayasprache genannt Mayathan dem Film ein gewisses Flair und trägt zur Glaubwürdigkeit bei. Irgendwie erinnerte mich die Sprache etwas an Spanisch (was ich ja selbst seit ca. 6 Monaten lerne *GG*).

Eine ganz besondere Würdigung verdient noch die Score von James Horner. Auf dem Soundtrack Sektor wahrlich kein unbeschriebenes Blatt komponierte er bereits die Musik für viele Hollywood Blockbuster (Troja, Die vier Federn, Der Sturm usw.). Die Score habe ich auch in meiner Sammlung und kann die CD nur jedem ans Herz legen. Die musikalische Unterlegung des Handlungsblogs ist ein äusserst wichtiger Part des Filmes, das sollte man nie vergessen.


Bonusfootage

Hier kommen wir nun zum einem Schwachpunkt diese DVD-Veröffentlichung. Das edle Steelbook im Hochglanzdesign + Booklet ist zwar ein echter Eyecatcher (und auch nicht wirklich teuer), trotzdem ist die Auswahl an Bonusmaterial sehr begrenzt. Alles in Allem dauern das Material nur ca. 30 Minuten. Hier eine kleine Auflistung des Features


Persönliche Meinung & Kritik

Erstmal vorweg, ja der Film ist sehr blutrünstig und birgt viel Gewalt in sich. Aber so war das halt früher, wo es keine ethischen Grundsäzte, keine Reue und vor allem keine Gnade für seine Gegner gab. Klar hat Regisseur Mel Gibson vielleicht ein klein wenig über die Stränge hinausgeschlagen, aber ich fand Apocalypto gelungen Punkt!

Wie ich bereits in der Einleitung erwähnt habe, ist Mel Gibson für viele ein rotes Tuch. Aber ich beschäftige mich nicht mit seinem Privatleben, und auch seine Sympathien für religiöse Sekten lassen mich kalt. Ok vielleicht ist er ein Alkohliker mit rassistischen Gedankengut, das kann ich nicht beurteilen. Wenn ja kann ich solche Eigenschaften keinesfalls gutheissen, trotzdem ist er für mich ein sehr talentierter Schauspieler und ein genialer Regisseur. Trotz einer Laufzeit von knapp 140 Minuten gab es keine grösseren Längen, das ist bei Blockbustern weisgott nicht mehr Standart.


Nach all den Lobeshymen auf Film und Regisseur möchte ich nun zu nicht so erfreulichen Kritik kommen. Es haben sich doch einige Handlungsschwächen gezeigt z.B. als Pranke des Jaguars nach den Zielübungen des Krieger flüchten konnte, was ist da bitte mit den anderen Männern geschehen?

Auch die Landung der Spanier im Schlusskapitel war naja sagen wir es mal salopp "zeitlich" nicht ganz korrekt. Da liegen ja doch so einige hundert Jahre dazwischen, aber was soll's ;)

Auch die Closeup's bei den vielen Gewaltszenen dienten doch eher dazu Skandale zu schüren, oder einfach nur Medienpräsenz zu erhaschen. Mich haben sie ja nicht gestört, trotzdem hab ich eine ähnliche Kritik schon von vielen anderen Filmfreunden gehört.

Mel Gibson hat es wieder einmal geschafft. Mit viel Schweiss, Blut und Enthusiasmus hat er einen nicht alltäglichen Actionfilm mit einer kräftigen Portion Drama geschaffen. Mal abesehen vom kargen Bonusmaterial und einigen Handlungsschwächen eine sehr gelungene Umsetzung der hochentwickelten Mayakultur. :top:


Wertung

  • Film: 9/10 Punkte
  • DVD: 7/10 Punkte
  • Gesamtwertung: 8/10 Punkte
  • Diese Seite wurde zuletzt am 15. April 2008 um 11:01 Uhr geändert.
  • Diese Seite wurde bisher 235-mal abgerufen.