Appleseed (Japan 2004) - Kritik von hasendeddy

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Originaltitel: Appurushîdo

Kritik von hasendeddy.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Ich mag gut gemachte Animefilme in Spielfilmlänge. Deshalb fiel mir die Entscheidung auch sehr leicht, „Appleseed“ in meine Sammlung aufzunehmen.

Da die Kritiken für diesen Film durchwegs gut bis sehr gut ausgefallen sind, war ich natürlich besonders Neugierig auf den Film – auch, weil er ja der erste komplett im Computer entstandene Film Japans dieser Art ist. Also gleich ins Laufwerk damit…

Die Bewertung der Ofdb beträgt 7.55/10 und in der Imdb bekam der Film 7.1/10 möglichen Punkten. Das sei aber nur am Rande bemerkt.


Handlung

Wir befinden uns im Jahr 2131 nach einem weiteren Weltkrieg. Die Menschheit hat die Erde mit ihren Kriegen völlig umgekrempelt. Die Einzelkämpferin Deunan lebt in den Ruinen einer durch den Krieg zerstörten Stadt, als sie plötzlich angegriffen wird. Nach einem heftigen Kampf wird sie von den übermächtigen Angreifern entführt und erwacht wieder in einer großen intakten Stadt namens Olympus.

Hier hat sich eine neue, andersartige Gesellschaft gebildet, die weniger streitsüchtig und friedvoller sein soll. Das wird durch so genannte Bioroiden – künstlich geklonte Menschen ohne Emotionen - erreicht, weil diese die Hälfte der Gesellschaft ausmachen und somit als so etwas wie „Emotionshemmer“ fungieren. Diese Gesellschaft funktioniert anscheinend ohne Probleme.

Dennoch gibt es hier in dieser idealen Gesellschaft eine Armee, in der auch Deunan's tot geglaubter Freund Briareos als Soldat arbeitet. Wie viele andere auch wurde er inzwischen wegen seiner schweren Kriegsverletzungen durch mechanische Teile ergänzt.

Als es zu Anschlägen auf ein für die Bioroiden lebenswichtiges Gebäude kommt zeigt es sich, dass es sich wohl doch nicht um die perfekte Gesellschaft handelt. Es entwickelt sich ein Konflikt zwischen den "echten" Menschen und den Bioroiden…oder steckt doch jemand anderes hinter den Anschlägen?

Es beginnt eine Suche nach der Wahrheit, nach der Vergangenheit, den eigenen Wurzeln und nach der Zukunft der Menschheit und Deunan muss erkennen, wie sehr das Schicksal der Menschheit mit ihrem eigenen verknüpft ist.

Kritik

Ich hatte ja schon hohe Erwartungen an den Film, besonders auch an die Optik. Diese Erwartungen wurden zu meiner großen Begeisterung nicht nur erfüllt, sondern sogar weit übertroffen.

Ich hatte ja ein wenig Bedenken, dass es sich wie beim koreanischen „Wonderful Days“ um einen optischen Blender handeln könnte. Beide Filme sind ja am Computer entstanden und betreten somit optisches Neuland.

Echt Wahnsinn – ein Eyecandy folgt auf das nächste. Ich war wirklich von der künstlerischen Umsetzung überrascht – So gut hätte ich mir den Film wirklich nicht vorgestellt. Besonders für Zuschauer, die diesen Film vollkommen unvoreingenommen und unbedarft zum ersten Mal erleben, müssen das Effektgewitter und der Bilderrausch schwer beeindruckend sein.

Hier passt einfach alles zusammen – liebevoll gestaltete und fast fotorealistisch wirkende Hintergründe, gut animierte und sehr detailliert ausgearbeitete Charakter. Ich konnte mich jedenfalls fast nicht satt sehen und hatte etwas Mühe der komplexen Handlung zu folgen – so sehr hat mich die Optik beeindruckt. Da muss ich den Film jedenfalls ein zweites Mal anschauen.

Doch was bringt die schönste Optik, wenn die Handlung nicht stimmig ist?

Auch hier kann ich Entwarnung geben. Liebevolle Charakterzeichnung, Spannung pur und in gutem Maß eingestreute Actionszenen lassen den Zuschauer förmlich in die Handlung versinken. Dabei erfindet Shinji Aramaki handlungstechnisch zwar das Rad nicht neu, macht aber alles richtig um eine für den Zuschauer packende Atmosphäre zu erzeugen. Natürlich darf auch ein guter Schuss Gesellschaftskritik nicht fehlen.

Fehlt nur noch der Sound. Dieser hält sich im Großen und Ganzen während der normalen Handlung im Hintergrund, kommt aber punktgenau bei den Actionsequenzen unterstützend zum Einsatz. Hier ist dann für jeden etwas dabei – von Rock bis Techno geht die Bandbreite – und immer wirklich passend.

Mischt man nun die famose Optik mit Handlung und Sound, kommt ein Meisterwerk heraus, das man wohl als Meilenstein der Animationsfilme bezeichnen kann. Ich war /bin begeistert und kann diesem Film nicht nur Anime Fans empfehlen, sondern wirklich allen Zuschauern, die Action- bzw. SciFi-Filmen etwas abgewinnen können.

Klare Kaufempfehlung!

Meine DVD

Ich besitze die normale Single Disc-Version von Universum Film / Geneon. Deshalb kann ich über die Extras der 2- Disc Steelbook Version nicht viel sagen.

Das Bild ist sehr gut, scharf und ohne auffallende Fehler. Beim Ton in englisch, deutsch und japanisch 5.1 kann ich auch nichts kritisieren – dieser wirkt räumlich sehr gut verteilt und zeigt kaum Schwächen – auch nicht beim Subwoofer - Einsatz.

Wie gesagt, ist bei der Einzeldisk außer eine japanische Kommentarspur und einige Trailer nichts an Bonus enthalten. Um die Kaufentscheidung zu erleichtern nenne ich hier mal die Extras von der 2-Disk Steelbook Version:

DVD 1 (entspricht wahrscheinlich der Single Disk) :

…wobei ich wahrlich vom Ghost in the Shell II Trailer begeistert war…da kommt etwas Großes auf uns zu!

DVD 2 :

  • Die Entstehung eines 3D-Live-Anime
  • Design Archive
  • Infromationen zum Film
  • Musikvideo "Dive for You"
  • Bildergalerien
  • Music Cues mit Filmszenen
  • Staff Profiles
  • Internationale Appleseed-Trailer

Fazit

Wer sich für Animationsfilme, SciFi- oder Actionfilme interessiert, kommt keinesfalls an diesem Meisterwerk vorbei. Prächtige Unterhaltung gepaart mit einer wirklich verblüffenden und sehr stimmigen Optik sorgen für Erstaunen und Wohlbehagen.

Wer schicke Blechschachteln sammelt, kann sich zusätzlich mit dem Kauf der Special Edition noch glücklicher machen.

Was will man mehr?

9,5/10 Punkten

Weblinks

  • Diese Seite wurde zuletzt am 8. September 2006 um 11:48 Uhr geändert.
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