Aviator (USA/Japan/Germany) - Kritik von Liam
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Kritik von Liam.
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Hintergrund
The Aviator ist nach Gangs of New York die zweite Zusammenarbeit von Meisterregisseur Martin Scorsese und Schauspieler Leonardo DiCaprio, und auch diesmal gab es jede Menge Oscar-Nominierungen, aber im Gegensatz zu 2003 erhielt der Streifen auch ein paar Acadamy Awards, nämlich 5 Stück. Mit den Nominierungen von Cate Blanchett (erhielt den Oscar für die beste weibliche Nebenrolle) und Leonardo DiCaprio ist Scorsese übrigens der Regisseur, der die meisten Darsteller Nominierungen in seinen Filmen verbuchen kann. Selbst hat er jedoch noch keinen bekommen, was ich für einen Skandal halte. Aber zurück zu Aviator.
Story
Der Film erzählt einen Teil vom Leben des Howard Hughes, seines Zeichen Millionär, Filmproduzent und Flugpionier. Seine vielen Liebschaften werden dabei ebenso beleuchtet wie seine bemerkenswerte Arbeit in der Flugtechnik, wo er bedeutende Erfolge feierte. Außerdem litt Hughes an sogenannten Zwangsneurosen, die ihn zusehends geisteskranker wirken ließen. Mit den heutigen ärztlichen Mitteln hätte man seine Krankheit höchstwahrscheinlich unter Kontrolle bekommen können, doch dieses Glück hatte er nicht ...
Darsteller
The Aviator ist ein sogenanntes Biopic, eine Biographie, die sich jedoch die nötige künstlerische Freiheit nimmt, die man für einen Unterhaltungsfilm braucht. Und unterhaltsam ist der Film auf alle Fälle. Nach einem kurzen Prolog findet man sich direkt bei den Dreharbeiten von Hughes’ Monumental-Projekt Hell’s Angels wieder, wo der Charakter des Howard Hughes eingeführt wird. Leonardo DiCaprio spielt Howard Hughes, nein, er spielt ihn nicht, er ist Howard Hughes. Er liefert in diesem Film eine unvergessliche Performance ab, die ihn in Hollywood’s Topliga aufsteigen läßt. Er mimt den Playboy, den Filmmogul und den Flugzeugbauer am Anfang des Films sehr gut, doch was er später im Streifen abliefert, ist schlicht weg genial. Die Zwangsneurosen und die Angst vor Bakterien stellt DiCaprio so gekonnt dar, daß man ihm die Geisteskrankheit wirklich abnimmt. Er liefert in Aviator die beste Leistung seiner Karriere ab, Glückwunsch. Oscar gab es dafür aber keinen, Cate Blanchett jedoch bekam ihren, sie spielt Katharine Hepburn, und das ziemlich gut. Sie stellt die Filmdiva so dar, wie sie war, verleiht ihr aber auch ihre eigene persönliche Note. Tolle und erfrischende Leistung. Die Nebendarsteller sind überhaupt alle vom Feinsten, sei es Ian Holm als liebenwerter Meteorologe, John C. Reilly als Noah Dietrich, Alec Baldwin als PanAm Chef Juan Tripp, Kate Beckinsale als Ava Gardner oder Alan Alder als der korrupte Senator Brewster (wurde ebenfalls mit einer Oscar Nominierung belohnt) der Cast läßt kaum Wünsche offen, man merkt bei jeder Rolle, daß sich Scorsese auch etwas dabei denkt, wenn er seine Besetzung zusammenstellt.
Produktion
Die Ausstattung ist, wie von Scorsese gewohnt, einfach herrlich. Wieder einmal läßt er eine vergangene Epoche wiederauferstehen, mitsamt ihren Eigenheiten wie Autos, Kleidung und Frisuren. Für die Kostüme zeigte sich Sandy Powell verantwortlich, die Kleidung aus den 20ern, 30ern und 40ern sehen sehr autenthisch aus und Powell wurde für ihre Arbeit zurecht mit dem Oscar ausgezeichnet. Frisuren und Make up sehen ebenfalls sensationell aus und passen perfekt zu den Kostümen. Art Director Dante Ferretti und Set Decorator Francesca Lo Schiavo bekamen ebenfalls einen Oscar, verdientermaßen, wenn man sich die aufwendig aufgebauten Sets mal genauer ansieht, die beiden haben eine außerordentlich gute Arbeit abgeliefert. Schnitt und Kamera wurden ebenfalls ausgezeichnet. Die Visuell Effekts in Aviator sind sehr gelungen, viele Aufnahmen, vor allem die mit den Flugzeugen, sehen spektakulär aus und wären in echt so sicher nicht möglich gewesen. Dabei werden die Dreharbeiten von Hughes’ Films Hell’s Angels genauso nachgestellt wie so mancher Flugzeugcrash, mal harmlos, mal weniger harmlos, aber immer perfekt inszeniert. Der Score von Howard Shore ist, wie immer, genial und verzaubert den Zuschauer mit zu den Bildern und den verschiedenen Jahrzehnten passender Musik.
Allgemein
Viele werden Howard Hughes nicht kennen (ich habe bis zu diesem Film ja selbst noch nie von ihm gehört), und somit auch den Film nicht besonders interessant finden, doch man verpaßt definitiv etwas, wenn man dem Aviator keine Chance gibt. Der Film ist die ganzen 169 Minuten unterhaltsam, Howard Hughes ist ein überaus interessanter Charakter, außerdem lernt man sehr viele Dinge. Wer weiß schon, daß Hughes die zivile Luftfahrt revolutionierte oder daß er das bis heute größte Flugzeug der Welt baute (und auch flog). Außerdem verdanken wir ihm die original Version von Scarface, ohne die es den Pacino Film wohl kaum gegeben hätte.
Fazit
Martin Scorsese inszeniert das ganze sehr würdig, Leonardo DiCaprio schauspielert, als ginge es um sein Leben, die Ausstattung und Kostüme sind eine wahre Augenweide, die Visuell Effekts sind super. The Aviator ist ein weiteres Meisterwerk von Scorsese und wieder einmal hat er dafür keinen Oscar bekommen, was, wie gesagt, eine Schande ist. Von mir gibt es jedenfalls 10 von 10 Punkten
- Diese Seite wurde zuletzt am 16. September 2006 um 22:30 Uhr geändert.
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