Batman Begins (USA 2005) - Kritik von Liam

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Batman Begins

Kritik von Liam.

Hintergrund

Mit Batman Begins wurde ein neues Kapitel der Batman-Filmgeschichte aufgeschlagen. Weniger comicartig, dafür mehr Realismus (sofern man bei einer Comicverfilmung überhaupt davon sprechen kann), außerdem kehrte man wieder zum düsteren Burton Look zurück, was sicherlich kein Fehler war. Die grellen Joel Schumacher-Filme fanden ja keinen wirklichen Anklang bei den Fans! Die Optik des Film ist wahrhaftig ein Hingucker, angefangen bei der Berglandschaft in eher grauen Tönen bis hin zur düsteren und dunklen Stadt Gotham, bei der man sich übrigens von Ridley Scott's Blade Runner inspirieren hat lassen. Der Film sieht einfach klasse aus, was wir dem neuen Regisseur Christopher Nolan zu verdanken haben, der mit Batman Begins einen weiteren Spitzenfilm und den besten Batman bis jetzt abliefert. Mir persönlich hat bei den Tim Burton Filmen und vor allem bei den Schumacher Filmen dieses überzogene, comicartige nicht so gefallen.

Kritik

Mit Nolan's Version kann ich mich da schon viel eher anfreunden. Die Ausrüstung (Flügel, Gurt, Anzug, usw.), das Batmobil, die Bathöhle, es ist einfach nicht von so weit hergeholt und man kann nachvollziehen, wo er die Dinger herhat (wird ja auch im Film gezeigt). Auch ist die Story eigentlich sehr tiefgründig und flacht nur am Ende etwas ab. (da hat sich Drehbuchautor David S. Goyer angestrengt, ich habe nach dem Blade: Trinity Murks ja schon mit dem Allerschlimmsten gerechnet). Der Film nimmt sich die nötige Zeit, Bruce Wayne und seine Absichten einzuführen und verkommt nicht zu einem hohlen Action Spektakel. Was Batman von den anderen Superhelden unterscheidet, ist ja, daß er ein ganz normaler Mensch ohne irgendwelche Superkräfte ist, und das wird auch im Film durch die vielen Blutergüsse und Stürze deutlich. Er ist nicht unverwundbar, sein Vorteil ist Tarnung und Schnelligkeit. Und wenn wir schon beim Thema Schnelligkeit sind, mein einziger Kritikpunkt des Films: die viel zu schnell geschnittenen Kampfszenen! Muß das denn sein? Da kämpft der gute Batman, schwarz gekleidet gegen 25 ebenfalls pechschwarzgekleidete Ninjas, obendrein ist der Raum, in dem diese Schlägerei stattfindet abgedunkelt, außerdem spielt die ganze Szene sowieso bei Nacht. Das wär ja schon genug Unübersichtlichkeit, doch der Cutter fügt alle 0,5 Sekunden eine Bildwechsel ein. Ich hatte wirklich Probleme, auch nur irgendwas auf der Leinwand zu erkennen. Zwar wußte ich, daß Batman alle Kämpfe gewinnt, zusehen konnte ich ihm dabei leider nicht. Nur ab und zu sah man ihn in Großaufnahme, dann gings auch schon hektisch weiter. Schade.

Darsteller

So, genug der Kritikpunkte, denn das Positive überwiegt bei weitem! Der Film lebt vor allem von seinen großartigen Darstellern. Allen voran Christian Bale. Ich könnte mir keinen perfekteren Schauspieler für die Rolle des Batmans/Bruce Wayne vorstellen. Wahnsinn, was Bale für seine Rollen auf sich nimmt. Für The Machinist speckt er mal eben 30 Kilo ab, um dann für Batman wieder 40 Kilo zuzunehmen und für zu fett befunden wird, dann wieder 15 Kilo abnimmt und nebenbei auch noch richtige Muskeln antrainiert. Hut ab. Schauspielerisch ist er sowieso über jeden Zweifel erhaben, das hat er auch schon oft genug bewiesen und Batman macht hier auch keine Ausnahme. Er überzeugt als Millionär und später auch Playboy (ich sag nur Pool ) gleichermaßen wie als maskierter Held. Besonders gefallen hat mir diesmal, daß Batman mit verstellter Stimme spricht. Das gibt dem ganzen noch einmal eine realistischere Note. Michael Caine als Alfred ist ebenfalls perfekt besetzt, er ist für einige Lacher verantwortlich, hat aber auch einige sehr rührende Szenen. Morgan Freeman als Tüftler Lucius Fox sorgt ebenfalls für ein paar Lacher und spielt wie immer überzeugend, ist aber leider nicht so oft zu sehen. Liam Neeson, der sich, wie Bale immer mehr zu einem meiner Lieblingsschauspieler entwickelt, ist auch in diesem Film verdammt gut. Die Ausbildung am Anfang, die Dialoge mit Bale, seine Performance ist klasse. Gary Oldman als Jim Gordon war ebenfalls super, auch wenn ich mit Gordon immer als dicken, uniformierten Polizisten vorstelle (da bin ich noch von der alten Batman-Serie mit Adam West beeinflußt ). Hat aber trotzdem gepaßt. Cillian Murphy als Dr. Crane war der einzige wirklich überzogene Charakter des Films, hat etwas übertrieben gewirkt und war auch ein bißchen zu jung. Und wenn wir schon dabei sind, Katie Holmes war ebenfalls viel zu jung für die Rolle von Rachel. Die Staatsanwältin kauf ich ihr nicht ab, aber sie war immerhin noch ein netter Blickfang. Ken Watanabe war leider nur sehr kurz dabei, ebenso wie Rutger Hauer, von dem man aber endlich wieder mal ein (filmisches) Lebenszeichen vernommen hat. Kurz gesagt, der Cast war überragend.

Filmmusik

Der Score hat mich nicht ganz überzeugt, er lief eher im Hintergrund, sehr unauffällig. So richtig aufgefallen ist er mir erst beim "Batman Thema", als sich Bale das Kostüm und die Ausrüstung überzieht, um die Stadt zu retten. Das war schon sehr cool und fast gänsehauterzeugend.

Fazit

Mit Batman Begins hat Christopher Nolan wie gesagt den bis dato besten Fledermaus-Film gedreht. Hier stimmt einfach (fast) alles. Viel Action (wenn auch zu schnell geschnitten), Humor, eine tiefgründige Story, tolle Schauspieler und eine herrliche Optik. Für mich, neben Finding Neverland und Sin City der Film des Jahres.

9,5 von 10 Punkten

Weblinks

  • Diese Seite wurde zuletzt am 26. Mai 2006 um 14:44 Uhr geändert.
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