Be Cool (USA 2005) - Kritik von Liam
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Be Cool
Kritik von Liam.
Hintergrund
Nachdem ich Get Shorty nun schon unzählige Male gesehen habe und den Film so gut wie auswendig kenne, wurde es langsam an der Zeit, auch den Nachfolger Be Cool zu begutachten. Ein Glück, daß sich die Dvd unter dem Weihnachtsbaum befand und so konnte ich auch schon zur Tat schreiten. Eines gleich vorweg: Be Cool kann es mit seinem Vorgänger nicht aufnehmen, warum das so ist, werde ich in den nächsten Zeilen zu erörtern versuchen
Story
Chili Palmer (John Travolta) ist erfolgreicher Filmproduzent, doch es gefällt ihm nicht mehr in der Filmbranche. Als sein Freund Tommy Athens (James Woods) erschossen wird, schlägt er dessen Witwe Edie (Uma Thurman) vor, bei deren Platten-Label behilflich zu sein. Er hat auch schon ein Popsternchen (Christina Milian) am Start, die jedoch nicht so schnell aus ihrem derzeitigen Vertrag rauskommt. Den hat sie nämlich bei Carosell Records, dessen Boss Nick Carr (Harvey Keitel) keine halben Sachen macht. Ihr Manager Raji (Vince Vaugn) ist auch nicht gerade hilfreich, er hält sich nämlich für so eine Art schwarzer PIMP, außerdem hat er einen schwulen Leibwächter namens Eliot Wilhelm (The Rock) der gerne Schauspieler werden will. Und der Plattenmogul Sin LaSalle (Cedric the Entertainer) will über dies hinaus auch noch Geld von Edie’s Label haben, die Russen-Mafia jedoch auch ...
Darsteller
Man sieht schon, in Be Cool gibt es eine ganze Menge an Charakteren. Ich frage mich, ob es nicht eine Spur zu viele sind, denn die Story erscheint anfangs noch als recht komplex, wird gegen Ende hin aber relativ verwirrend. Dem Spaß tut das jedoch keinen Abbruch, den witzig ist der Film allemal. Zwar fehlt ein wenig die Coolness des ersten Teils, dafür gibt es jede Menge abgedrehter Figuren, die sich auch entsprechend verhalten. Das schrägste Gespann ist sicherlich Vince Vaugn als Raji und The Rock als sein Leibwächter Eliot. Die beiden können sehr viele Gags für sich verbuchen, wobei The Rock für mich die Überraschung des Films ist. Er zeigt sich herrlich selbstironisch und ist sich auch nicht zu schade, den weiblichen Part eines Country-Songs zu singen und dazu auch noch ein beklopptes Video zu drehen. Eine bemerkenswerte Leistung, die ich ihm nicht zugetraut hätte. Die nächste schräge Gang ist die um Plattenmogul Sin LaSalle, gespielt von Cedric the Entertainer. Hier fällt vor allem Andre Benjamin von Outcast auf, der als Dabu sein Filmdebüt gibt. Christina Milian fällt, außer durch ihre Musik, nicht weiter auf, eine solide Leistung ihrerseits. Die alten Hasen im Geschäft machen ihre Sache allesamt sehr gut. John Travolta mimt ein weiteres Mal Chili Palmer, kein anderer Schauspieler könnte Chili die Coolness einimpfen, die dieser Charakter benötigt. Tolle Leistung von Travolta. Uma Thurman spielt Edie Athens, und auch sie agiert gewohnt gut. Harvey Keitel, der bereits in Get Shorty eine winzige Rolle inne hatte, spielt diesmal den skrupellosen und immerzu telefonierenden Plattenboss Nick Carr , und auch er kann überzeugen. Danny DeVito ist auch diesmal dabei, wenn auch nur sehr kurz. Gastrollen haben außerdem u. a. Aerosmith-Sänger Steven Tyler oder die Black Eyed Peas. Schauspielerisch ist der Film sehr gut, auch wenn nicht alle Protagonisten zu Höchstleistungen getrieben werden.
Allgemein
Das Drehbuch, das wieder nach einem Buch von Elmore Leonard verfasst wurde, offenbart leider doch ein paar Schwächen. Vieles wirkt einfach sehr erzwungen, als müßte man in jeder Szene daran erinnert werden, daß es sich hierbei um den Nachfolge-Film von Get Shorty handelt. Zwar funktioniert das in manchen Szenen sehr gut, viel zu oft wirkt es aber übertrieben und zu viel des Guten. Durch die überladene Charakteranzahl des Films kommt auch die Figur des Chili Palmer ein wenig zu kurz. War er im Vorgänger noch absoluter Mittelpunkt, so wird er in Be Cool fast zu einer Nebenfigur (eine von vielen). Auch die vielen Musikeinlagen und die Tanzszene haben mich ein wenig genervt, die sind nämlich viel zu lang ausgefallen und meinen Musikgeschmack treffen sie auch nicht gerade. Eine Art Erkennungsmusik fehlt dem zweiten Teil leider ebenso.
Coolness
Aber genug der Kritik, denn Be Cool ist trotz allem eines, nämlich ausgesprochen unterhaltsam. Die vielen Charaktere haben auch ein Gutes, denn die Witze variieren sehr gut und es gibt, wie gesagt, jede Menge skurriler Figuren. Der Plot ist nach anfänglichen Problemen sehr gut verständlich und auch sehr gut ineinander verwoben. Es gibt eine Reihe von Anspielungen auf den Vorgänger (zb. ein Kinoplakat von Mr. Lovejoy mit Tom Hanks oder aber der Cadillac der Hybrid-Fahrzeuge) und man bekommt endlich wieder einmal etwas von einem der coolsten Filmcharakter zu sehen: Chili Palmer.
Fazit
Be Cool ist trotz aller Kritik eine gelungene Fortsetzung, die zwar etwas überladen wirkt, aber trotzdem einen eigenen Charme entwickelt. Die vielen Figuren des Films werden von einem Staraufgebot sondergleichen gemimt, wobei vor allem The Rock eine tolle und lustige Performance abliefert. Die Story ist (bis auf die Musikeinlagen) interessant und witzig, obwohl sie sich bei manchen Szenen einen Tick zu oft beim Vorgänger bedient. Be Cool ist eine Film, den man immer wieder mal gerne einwirft, für Get Shorty – Fans ist er sowieso Pflicht, auch wenn er mit diesem nicht ganz mithalten kann.
8 von 10 Punkten
Weblinks
- Diese Seite wurde zuletzt am 26. Mai 2006 um 14:45 Uhr geändert.
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