Bildformate
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Allgemein
Der erste Teil unserer Heimkino-Technik-FAQ befasst sich mit den unterschiedlichen Bildformaten. Dabei beschränken wir uns ersteinmal auf die für das Heimkino wichtigsten Formate:
- 4:3
- 16:9
- 21:9 oder Cinemascope genannt, das eigentliche Kinoformat
Die Angaben 4:3 oder 16:9 sind eigentlich nicht die korrekten Angaben zu den Seitenverhältnissen des Bildes. Dies wurde nur eingeführt, um die Formate einprägsamer für den OttoNormalverbraucher zu machen. Die richtigen Angaben erkläre ich anhand des Beispiels 4:3.
Teile ich die Breite in diesem Falle 4 (in der Angabe immer an erster Stelle) durch die Höhe 3 des Bildes, erhalte ich 1,3333... usw. Das Seitenverhältnis entspricht also 1,33:1. Habe ich also eine Bildbreite von 2 m, ergibt sich eine Höhe von 2,66 m. So, bis hierhin klar, oder? Die korrekten Seitenverhältnisse (auch Aspektratio, engl. Aspect Ratio, genannt):
(Dann gibt es aber auch noch unter anderem das Kinoformat 1,85:1, hat aber keinen merkbaren Begriff.)
Das sind auch die Angaben, die bei einer DVD hinten angegeben werden.
4:3 und 16:9 werden auch TV Formate genannt und haben leider nichts mit dem eigentlichen Kinoformat 21:9 etwas zu tun. Am Anfang der Kinojahre wurde noch mit Seitenverhältnissen von 1,33:1 bis 1,37:1 gearbeitet. Man wechselte aber ziemlich schnell auf Formate von 1,78:1 bis 2,35:1. Diese Formate ließen sich besser projezieren. Außerdem war ein größerer vertikaler Abstand zwischen den Sitzreihen bei einem 4:3 Format notwendig.
Der Fernseher war aus bestimmten praktischen Gründen in 4:3 eingeführt worden. Durch die momentane Dominanz der Formate oberhalb von 1,78:1 in den Kinos, wird seit Anfang der 90er versucht das Standartformat des 4:3 TV’s auf 16:9 zu ändern, da dies eher dem natürlichen, menschlichen Sichtfeld entspricht. Dies äußert sich in der Einführung des PALplus, die anamorphe Codierung auf einer DVD, DVB und der Festlegung von 16:9 als Standardformat in HDTV. Leider wird der Vorgang durch die Fernsehsender gebremst, da fast alle Fernsehsendungen immer noch in 4:3 aufgezeichnet werden.
Wie man an dem Bild sieht, wird ein Cinemascope-Bild nur mit Einschränkungen an einem 4:3 oder auch 16:9 Bildschirm wiedergegeben (mehr oder weniger, je nachdem, was für einen TV man besitzt). Da das eigentliche Bild solange verkleinert wird, bis aus mit der gesamten Breite auf den Schirm passt, entstehen sogenannte Füllbalken oben und unten. Dies ist das sogenannte *Letterboxing* (engl. Briefkasten), weil es wie ein Briefkastenschlitz wirkt. Will man also ein Kinobild im Vollformat auf einem TV sehen, dann fehlen uns links und rechts Bildinformationen und das ist eine unangenehme Sache. Dies erkennt man deutlich an diesem Beispiel.
Das geht auch andersherum, wenn man ein 4:3 Bild in einem 16:9 TV komplett darstellen will, entstehen diese schwarzen Füllbalken links und rechts neben dem Bild, weil das Bild mit der gesamten Höhe angepasst werden muss. Die werden *Bookends* (engl. Buchstützen) genannt.
Deswegen gibt es das sogenannte 16:9 anamorph!
16:9 Anamorph
Bei einem 16:9 anamorphen Bild werden die schwarzen Balken nicht mitcodiert und ALLE Zeilen mit Bildinformationen gefüllt. Dadurch gewinnen wir einige Bildpunkte (oder auch Pixel) vertikal, nun müsste sich ja rein logisch die Anzahl der Bildpunkte horizontal miterhöhen, um das Seitenverhältnis beizubehalten. Der DVD-Standart lässt aber nur 720 Bildpunkte in der Horizontalen und 576 Bildpunkte in der vertikalen zu. So wird das Bild praktisch horizontal zusammengestaucht.
So, nun muss die Hardware ran und das Bild wieder entzerren, was entweder der DVD-Player oder der TV bewerkstelligt. Allerdings würde ich die Arbeit dem TV überlassen, da er in der Lage ist, die Bildpunkte bzw. Bildzeilen weiter auseinander oder zusammen zu schreiben. Bei einem guten DVD-Player dürfte es aber kein Problem sein. Ein 4:3 Gerät würde immer noch das Format Letterbox mit den Füllbalken oben und unten anzeigen.
Sollte man dennoch im 16:9 Modus Balken erkennen, liegt es meistens daran das ein z.b. 21:9 Format in ein 16:9 Format codiert wurde.
Anamorph codiertes Breitbild hat eine PAL-Auflösung von 720*576 Bildpunkten vor und 1024*576 Bildpunkte nach der Entzerrung. In der NTSC-Variante sind es 720*480 zu 853*480 Bildpunkte.
--gorygrunt 10:38, 18. Aug 2005 (CEST)
Es ist leider oft nicht möglich auf einer DVD-Verpackung zu erkennen, in welchem Format der Film nun wirklich gespeichert ist. So heißt „Widescreen“ mal anamorph, mal Letterbox. Und auch „16:9“ ist nicht eindeutig – selbst innerhalb eines Verleihs.
- Diese Seite wurde zuletzt am 24. August 2005 um 10:28 Uhr geändert.
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