Bram Stoker's Dracula
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Bram Stoker's Dracula
Kritik von Liam.
Story
Der Rechtsanwaltsgehilfe Jonathan Harker wird ins Schloß des Grafen Dracul nach Transsilvanien gelotst, da der Graf vor hat, einige Häuser in London zu erwerben. Mina, die Verlobte von Harker hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit des Grafen Braut Elisabeta, die sich vor 400 Jahren selbst richtete. Das fällt auch dem Grafen auf, der ein Bild von ihr bei Harker entdeckt, er macht sich nach London auf, um Mina zu suchen, der Anwaltsgehilfe wird im Schloß festgehalten....
Produktion
Francis Ford Coppola, der Regisseur von „Der Pate 1-3“ inszeniert mit Dracula einen der mittlerweile 300 Filme mit dieser Hauptfigur. Visuell ist das ganze sehr beeindruckend geworden, wenn es oft auch ein bisschen schräg anmutet. Das wird schon ab der ersten Szenen klar, die Kulissen sehen oftmals sehr künstlich aus mit den schon fast übertrieben bunten Farben, aber sie verfehlen ihre Wirkung nie, sie faszinieren. Auch die vielen Bildüberschneidungen sind überaus gelungen, so sieht man zb. Dracula’s beobachtendes Auge am Himmel, während Harker im Zug in Richtung Transsilvanien sitzt. Sehr gut sind auch die Spielereien mit dem Schatten des Grafen geworden, der sich immer ein bisschen schneller bewegt als der dazugehörige Körper. Sehr cool gemacht. Die Kameraarbeit ist ebenfalls sehr gelungen, es gibt eine Zahl von sehr schönen Einstellungen und Übergängen. Der Score trägt einen beträchtlichen Teil zur Atmosphäre bei, sehr bestimmend und laut, dann schlägt er wieder leisere Töne an. Fast Gänsehaut erzeugend. Die besagte Atmosphäre von Dracula ist einer der großen Stärken des Streifens, der düstere Grundton wird von der Optik und Musik unterstrichen, doch es ist Coppola’s Inszenierung, die den Großteil der teilweise beklemmenden Atmosphäre ausmacht. Die Schnitte sind immer perfekt gesetzt, die Schauspieler wurden zu Höchstleistungen getrieben.
Darsteller
Und da wären wir auch schon beim Cast. Gary Oldman als Dracula zu besetzen, gleicht schon fast einem Geniestreich. Der Mann spielt dermaßen fesselnd, gleichermaßen als alter, verrunzelter Graf, als auch als junger Dracul. Oldman stellt die Zerrissenheit dieses „Wesens“ so gekonnt dar, dass man am Ende nicht mal weiß, ob Graf Dracula nun wirklich böse war, oder ob er einfach nur eine bemitleidenswerte Kreatur auf der Suche nach Liebe ist. Er konzentriert sich dabei so auf die Rolle und versetzt sich in ihre Lage, dass es schon fast erschreckend ist. (zu sehen im Making of) Eine mehr als gute Leistung. Genial. Miss Mina wird von Winona Ryder dargestellt, die ebenfalls überzeugen kann. Zwar steht sie klar im Schatten von Oldman, jedoch bringt sie die Intensität und auch die Zerrissenheit der Rolle sehr gut rüber. Auch Keanu Reeves, der Johnathan Harker spielt, verblasst neben Oldman, vor allem in den gemeinsamen Szenen, in denen noch der alte Dracula zu sehen ist. Eine solide Leistung von Reeves. Der einzige, der mit Gary Oldman mithalten kann ist Sir Anthony Hopkins als Prof. Abraham van Helsing. Zwar taucht er erst nach ca. einer Stunde Spielzeit auf, jedoch spielt er van Helsing mit einer solchen Passion, dass es eine wahre Freude ist, ihm zuzuschauen. Er stellt den Vampirjäger mit einer leicht psychopathischen Note dar, was den Kampf mit Dracula gleich noch mal interessanter macht. Super Performance. Die restlichen Nebendarsteller sind allesamt sehr gut, hervorzuheben sind dabei Sadie Frost als Lucy, Cary Elwes als Lord Arthur Holmwood, bekannt aus Helden in Strumpfhosen und Richard E. Grant als Dr. Jack Seward. Auch Tom Waits bekommt einen Kurzauftritt als verrückt gewordener Vorgänger von Harker.
Ausstattung
Die oscarpremierten Kostüme sind eine wahre Augenweide. Die Anzüge der Herren, die Kleider der Frauen, alles wirkt wie aus dem 19. Jahrhundert, auch die skurrilen Anzüge und Umhänge von Dracula sind sehr nett anzusehen. Da Dracula in sehr vielen Formen in Erscheinung tritt, ist eine gute Maskenbildungs Abteilung von großer Bedeutung. Im Falle von Bram Stoker’s Dracula hat diese Abteilung ganze Arbeit geleistet. Sei es als riesige Fledermaus oder als wolfsartiges Wesen, Dracula sieht immer klasse und furchteinflößend aus. Besonders die Maskerade als 400 Jahre alter, verwelkter Mann ist hervorragend, daß man mit den verschiedenen Masken auch noch schauspielern kann, ist sehr lobenswert und Gary Oldman holt auch alles aus sich heraus.
Fazit
Coppola’s Dracula ist zugegen ein etwas merkwürdiger Film, visuell oft sehr schräg, aber immer wunderschön. Die Geschichte um Dracula und seiner Suche nach Liebe gleicht schon fast einer Liebesgeschichte, wären da nicht die gar nicht so seltenen Gore Szenen. Da werden Köpfe abgehackt, Pfähle in den Brustkorb gejagt und dabei wird mit dem roten Saft nicht gerade gespart. Auf der anderen Seite gibt es wieder einige sehr sinnliche und erotische Szenen (u.a. mit Monica Bellucci), wie es sich für eine Dracula Film auch gehört. Alles in allem ist der Streifen wirklich sehr gelungen, auch wenn er sicher nicht jedermanns Geschmack ist. Ein Horror-Liebesdrama der ganz besonderen Sorte.
9 von 10 Punkten
Dvd
Die Dvd bietet zwar nicht sehr viel an Bonusmaterial, jedoch hat das gezeigte wenigstens Qualität. Das halbstündige Making of ist sehr interessant, die Texttafeln zu Cast and Crew sind das übliche. Der Trailer zum Film überzeugt auf ganzer Linie, einer der besten Trailer, die ich bis jetzt zu Gesicht bekommen habe. Die Menügestaltung ist nicht sehr überzeugend, jedoch muß man sagen, dass es die Dvd schon eine ganze Zeit lang auf dem Markt gibt, dafür sieht das Cover sehr schick aus.
Weblinks
- Diese Seite wurde zuletzt am 26. Mai 2006 um 15:44 Uhr geändert.
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