Collateral (USA 2004) - Kritik von Herr Shaggy

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Collateral

Kritik von Herr_Shaggy.

Hintergrund

Wenn die Leute bei cd-wow nicht einen falschen Preis für die Disc eingegeben hätten und ich den Film nicht für 6,99€ gekriegt hätte, wäre Collateral wohl nicht so schnell in meiner Sammlung gelandet. Aber durch diesen netten Zufall hab ich einen überaus gelungenen Film sehen dürfen ?

Story

Max (Jamie Foxx) ist seit 12 Jahren Taxifahrer. Er ist engagiert und bemüht seinen Job gut zu erledigen. Insgeheim träumt er aber von seinem eigenen Limousinen Service. Eines Nachts steigt ein Mann im grauen Anzug in sein Taxi und verlangt an 5 verschiedene Orte gefahren zu werden (für eine stattliche Summe Geld versteht sich). Der Mann im Anzug heißt Vincent (Tom Cruise) und stellt sich nach kurzer Zeit als Auftragskiller heraus. Er zwingt Max dazu ihn die ganze Nacht von Einsatzort zu Einsatzort zu fahren, um seinen Auftrag zu erfüllen. Max bleibt nichts anderes übrig, verfolgt von der Polizei und bemüht möglichst wenig Kollateralschaden zu erzeugen…

Allgemeine Kritik

Es war eine schöne Überraschung Tom Cruise mal nicht als All-American Hero zu sehen, dem Sunny Guy der immer als strahlender (und moralischer) Sieger aus allem hervorgeht. Er kann als rauer Auftragskiller mit grauen Haaren durchaus überzeugen, wirkt glaubhaft und spielt seine Rolle einfach verdammt gut. Auch Jamie Foxx weiß zu überzeugen. Seine Rolle als verträumter Taxifahrer, der auf einmal wider Willen zum Gehilfen eines Hitman wird, bringt er fabelhaft auf den Schirm. Besonders die Entwicklung des überforderten Fahrers, der beim Anblick der ersten Leiche kurz vorm Nervenzusammenbruch steht, zum besorgten „Helden“, der den Killer ohne großen Kollateralschaden stoppen will und nebenbei seine Herzensdame Annie, (Jada Pinkett Smith) die auch auf Vincent’s „Abschussliste“ steht, retten möchte gefiel mir sehr gut und wurde sehr realistisch rübergebracht. Die anderen Schauspieler fallen nicht wirklich auf, machen ihre Sache aber gut genug und liefern keinen Anlass zur Kritik. Die Story entwickelt sich langsam aber stetig und mit jedem Mord auf der Liste zieht der Film leicht an. Dabei fesselt einen nicht die Spannung an den Schirm (wirklich Spannung kommt erst kurz vorm Ende auf, als Max hinter Vincent herjagt, um ihn vom Mord an Annie aufzuhalten , sondern das interessante Verhältnis zwischen Vincent und Max. Die Hintergründe und Beweggründe für die Handlungen der Beiden erschließen sich nämlich erst im Verlaufe der Nacht. Der Look des Films weiß auch zu überzeugen, das Bild erscheint zu großen Teilen grau/bläulich, fast der gesamte Film spielt bei Nacht. Die Kameraarbeit ist sehr gelungen, Michael Mann findet immer wieder interessante Einstellungen um LA bei Nacht in seiner eigenen Sichtweise zu präsentieren. Der Ton ist dem ruhigen Tempo des Films gut angepasst, im Prinzip ist der Score rockig- jazzig, je nach Szene. Bahnbrechend ist er auf keinen Fall, man könnte ihn solide nennen Einzig Shadow on the Sun von Audioslave, welches zweimal Verwendung gegen Ende des Films findet, hat sich bei mir im Kopf festgesetzt und hat super gepasst.

Technik

Technisch kann man an der Umsetzung der DVD kaum ein schlechtes Wort verlieren: das Bild ist gut, trotz der vielen, vielen Nachtszenen ist alles immer gut zu erkennen. Einzig die Schärfe weiß nicht immer zu überzeugen, aber an sich kann man kaum meckern. Übrigens kommt das Bild in 2.40:1 anamorph daher. Der Ton ist ebenfalls gut- viele Surroundeffekte kommen zwar nicht vor (meistens arbeiten die Front LS und der Center), aber ab und an kommen schöne, räumliche Effekte daher. Gut gefallen hat mir der dezente Subwoofer Einsatz- er hatte ordentlich zu tun, war aber nie heftig dröhnend. Es hat einfach gut zum Tempo des Films gepasst. Das Bonusmaterial wirkt auf den ersten Blick üppig: auf der Film Disc findet sich ein Audiokommentar von Michael Mann (leider ohne deutsche Untertitel), eine Bonus DVD verspricht viele Informationen. So gibt es ein 41 minütiges Making Of (sehr informativ), und 5 weitere Featurettes (die man aber eher als "Dreingabe" sehen sollte- dauern sie lediglich zwischen einer und vier Minuten). Fast wirkt es so, als sollte ein großer Umfang durch viele Menüpunkte suggeriert werden... Die SE ist durch das tolle Making Of dennoch empfehleswert!

Fazit

Der Film hat mich echt positiv überrascht- hatte ich doch meine Zweifel bei der Rolle von Tom Cruise. Collateral ist ein schöner, ruhiger Thriller, bei dem (fast) alles stimmt. Schauspieler, Drehbuch und Regie sind top, die Technik der DVD ist auch überaus gut. Einzig der Score hätte besser sein können und das Ende hätte ich auch gerne anders gehabt. Aber letztlich sind das keine allzu schwerwiegenden Kritikpunkte, daher:

09 von 10 Punkten

http://www.dvdb.de/dvdpix/big/c-0733.jpg

  • Diese Seite wurde zuletzt am 31. August 2005 um 23:13 Uhr geändert.
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