Dante's Peak - Special Edition (USA 1997) - Kritik von Gorygrunt

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Kritik von: Gorygrunt

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Ich liebe Katastrophenfilme! Aber erst seit Beginn meines Heimkino-Fetischismusses. Da ich nun mehrere Filme aus diesem Genre versuche zu sammlen und mich erst mal auf die etwas „aktuelleren“ Produktionen beschränke, durfte dieser natürlich nicht in meiner Moviebase fehlen. Doch was mir geboten wurde…

Story (1,5 von 3,0 Punkten)

Der Vulkanologe Harry Dalton (Pierce Brosnan) verlor seine Frau, die ebenfalls Vulkanlogien war, bei einem überrachsenden Vulkanausbruch in Südamerika. Da er nur sehr schlecht über den Tod seiner Frau hinwegkommt, stürzt er sich in seine Arbeit und forscht selbst im Urlaub. In dem kleinen idyllischen Kleinstädtchen Dante’s Peak, welches an dem gleichnamigen Vulkan liegt, kommt es zu leichten seltsamen seismographischen Unregelmäßigkeiten. Harry wird nun dorthin geschickt um dies zu untersuchen. Nach ein paar Untersuchungen, stellt er beunruhigende Aktivitäten des angeblichen schlafenden Vulkans fest und bittet ein komplettes Team zur genaueren Untersuchung in das kleine Örtchen. Als sich weitere seltsame Vorfälle häufen, ist Harry Dalton von einem bevorstehenden Ausbruchs des Vulkans überzeugt. Da ein aktiver Vulkan aber diesselben Aktivitäten zeigt und die Wahrscheinlichlkeit eines Ausbruches sehr gering ist, halten sein Chef und seine Kollegen diese Theorie für übertrieben. Mit Hilfe der Bürgermeisterin Rachel Wando (Linda Hamilton), die gerade erst einen Preis füe die herausragende Lebensqualität aller amerikanischen Städte erhielt, versucht er dennoch Vorbereitungen für eine Evakuierung zu treffen. Es werden ihm aber von verschiedenen Seiten Steine in den Weg gelegt. Bei seinen Kollegen und bei den Einwohnern der Stadt stößt er mit seiner Warnung auf wenig Gegenliebe, da auch ein Investor 800 Jobs schaffen will und dieser nicht verschreckt werden soll. Doch plötzlich rumorts im Vulkankrater, die Lava kommt und dann bricht die Panik aus…..


Tja, der Film erfüllt eigentlich fast alle Punkte die in den ungeschriebenen Richtlinien eines Hollywood-Katastrophenfilms enthalten sind. Auch eine eingebaute Love-Story wurde in die ganze Geschichte miteingeflochten.

Diesmal teilt sich das ganze aber nicht in mehreren Plots mit verschiedenen Charakteren auf. Sondern es laufen meist nur zwei verschiedene Parallelhandlungen. Die Handlungen und Ereignisse um Harry Dalton, der mit der Familie von Rachel Wando auf der Flucht des Vulkans ist und gleichzeitig die kurzen Einblicke zu seinen Kollegen, die ebenfalls versuchen ihren Hintern aus der Gefahrenzone zu bekommen.

Leider erweist sich die Story als ein wenig zu lahm und scheint nicht so recht in die Gänge zukommen und plötzlich geht wie verrückt die Post ab. Das liegt höchstwahrscheinlich auch daran, dass verschiedene Szenen versuchen einen kleinen Spannungsbogen aufzubauen, um dann wieder leicht in die gleichmäßige Steigerung bis zum Höhepunkt (der meist aus dem Showdown besteht) absinkt. So soll rein graphisch betrachtet eine wellenförmige Linie bis zum Höhepunkt entstehen!

Dies gelang dem Autor Leslie Bohem einfach nicht so richtig, da man schon zu früh die Ereignisse vorhersehen kann und damit verliert die Erzählweise an Dynamik. Ergo - die Spannung geht komplett flöten. Eigentlich sehr verwunderlich, denn Leslie Bohem schrieb schon das fabelhafte Drehbuch zu DAYLIGHT mit Sylvester Stallone, der wenn auch nicht innovativ aber trotzdem wesentlich spannender anzusehen war. Auch eine Kreation von Leslie ist die TV Serie TAKEN, die derzeit auf ProSieben zu sehen ist. Schrieb sogar das screenplay für einen Nightmare Film (den ich wegen seiner Indizierung nicht näher beschreiben kann) und das Drehbuch für HOUSE III.

Leider kann der Film nur mit seinen Effekten ein wenig überzeugen. Diese sind aber leider auch nicht immer innovativ gewesen…..aber dazu mehr in der Produktion.

Produktion (2,0 von 3,5 Punkten)

Seltsamerweise war ich von Regisseur Roger Donaldson viel bessere Outputs gewohnt, wie z.b. SPECIES, THIRTEEN DAYS, DER EINSATZ und GETAWAY. Wo er vielmehr wert auf die Visuallisierung der gesamten Geschichte legte. Wobei er die Story in diesem Streifen sehr vernachlässigte. Bei Dante’s Peak fällt vielmehr die Effektschlacht auf, die in manchen Szenen schon sehr künstlich wirkte. Dies liegt an folgenden Dingen:

Special Effects Supervisor Dean Miller (MILLER’S CROSSING – LIEBLING, WIR HABEN EIN RIESENBABY) und sein Kollege Richard Stutsman, der als Miniaturbauer schon für INDEPENDENCE DAY und TWISTER arbeitete, waren für die FX während des Drehs verantwortlich. Sie stellten eine komplette Miniaturversion der Stadt mit dem Vulkan her, die dann durch mehrere kleine Sprengsätze langsam und stetig niedergestampft wurde. Die wirklich gelungene Animation der pyroklastischen Flüsse, die dann von Pat McClung (Visuel Effects) auf das vorhandene Bildmaterial mit den Miniaturmodellen mit eingerechnet wurde, rundete die Arbeit etwas ab. Er war ebenfalls für die Nachbearbeitung in ARMAGEDDON verantwortlich und baute ebenfalls Miniaturmodelle für ALIENS, GHOSTBUSTERS und THE ABYSS.

Was jetzt an den Miniaturmodellen gestört hat waren die Aufnahmen des Kameramanns Andrzej Bartkowiak, die durch die mislungene Einstellung, dies etwas zu offentsichtlich erscheinen lassen. Man sieht halt ganz genau, was künstlich ist und was nicht. Obwohl er einen sehr körnigen Kamerafilter für diese Szenen verwendete. Diese werden gerne bei Effects benutzt um sie etwas undeutlicher wirken zu lassen. So erkennt der Zuschauer nicht gleich die Illussion. Man kann noch einige digitale Veränderungen am Bild vornehmen, auch dies gehört zu den kleinen Tricks. Eine Szene ist mir ganz besonders aufgefallen und zwar eine Einstellung der Hauptstraße von Dante’s Peak, wo sich links und rechts Häuser an der Straße befinden. Der pyroklastische Fluss rollt gerade diese Straße herunter, auf die Kameralinse zu und reisst alle Häuser mit sich. Bei dieser Einstellung wurde mit einem total falschen Winkel gearbeitet, trifft man nicht den richtigen, lässt es den Effekt gleich in der Luft verpuffen. Auch hier war ich ein wenig enttäuscht, den der gute Andrzej fotografierte schon SPECIES, SPEED, TWINS (wo er komischer weise immer den richtigen Winkel der Einstellung traf) und FALLING DOWN. Na ja! Ein Fehltritt darf sich ja auch jedermal erlauben.

Die Cutter um Conrad Buff (KING ARTHUR), Tina Hirsch (GREMLINS) und [[Howard E. Smith]] (THE ABYSS, BLADE-TRINTITY) konnten wenigstens beweisen, dass sie das Bildmaterial der Handlung entsprechend zusammenfügten ohne übertriebene Breaknecks!

Sehr schön die Musik von John (eigentlich Gianni) Frizzell, der mich schon in GHOST SHIP an einer sehr prägnanten Stelle des Films überzeugte. Komponierte unteranderem auch für ALIEN 4 und BORN 2 DIE. Der Theme am Anfang des Films stammt allerdings aus der Feder von [[James Newton Howard]]. Er ist mittlerweile Haus und Hof Komponist von M.Night Shyamalan und schrieb somit die Musik für SIGNS, SIXTH SENSE, THE VILLAGE und UNBREAKABLE. Aber auch bekannt für COLLATERAL, IM AUFTRAG DES TEUFELS und diversen Disney Filmen (ATLANTIS, DER SCHATZPLANET).

Eine kurze Zusammenfassung, was die Produktion betrifft: Ein Effektegewitter, welches leider durch teilweise mangelhafte Ausführung nicht immer richtig Spass macht. Sollte man sich trotzdem anschauen. Was mich dabei entäuschte ist die Tatsache, dass der Film 1997 produziert wurde und da waren die Meßlatten schon etwas höher gesteckt.

Darsteller (1,5 von 3,5 Punkten)

Leider hat der Miarbeiter der Casting Crew ordentlich gepennt, denn die beiden Hauptrollen wurden nicht gerade mit zwei ausdruckstarken Akteuren besetzt.

Pierce Brosnan als Vulkanologe Harry Dalton, zaubert ein leichtes Grinsen in meinem Gesicht. Denn mit seiner etwas kühlen und typisch britischen Art, sollte er bei seinen James Bond Darstellungen bleiben. Die einzige Rolle die ihm wirklich neben seinem Agentendarsein passte war in DIE THOMAS CROWN AFFÄRE. Seine Gesichtszüge gleichen sich einfach in jedem Film – MARS ATTACKS!, MRS.DOUBTFIRE, DEATH TRAIN.

Auch nicht so pralle Vorführung von Linda Hamilton, die ebenfalls nie die Rolle der Sarah Connor aus der TERMINATOR-Reihe loswird. Richtig eingebrannt hat auch die TV Serie DIE SCHÖNE UND DAS BIEST (u.a. mit Ron Perlman als Biest).

Noch ein weitere Punkt warum der Film nicht aus der Hüfte zu kommen scheint. Man erkennt nicht die Angst und den Stress der Charaktere, da diese einfach nicht vermittelt werden. Und somit plänkelt die ganze Geschichte vor sich her. Die Schauspieler sollten bei solchen Filmen eine ganze Menge Emotionen mit beitragen, denn dies ist, auch wenns keiner glaubt, eine ganz wichtiger Aspekt und die Hautpaufgabe der Darsteller.

Bild (0,5 von 3,5 Punkten)

Die normale DVD-Version wurde damals mit einem sehr schlechten Bild ausgeliefert, da sich u.a. 8 verschiedene Tonspuren mit auf dem Silberling befinden. Dies nagt natürlich an der Bildwiedergabe, aufgrund des Platzmangels. Nun brachte man eine Special Edition auf dem Markt mit nur drei bzw. vier (eine mit Audiokommentar) Tonspuren und somit mehr Platz für das Bildmaterial.

Das Bild im anamorphen 2,35:1 Format wird mit einer durchschnittlichen Datenrate von ca. 7,1 Mbps wiedergegeben. Die Farben wirken äusserst matt und farblos. Das hat enorme Auswirkungen auf den Kontrast, der etwas schwammig erscheint. Auch die Bildschärfe hat sich im Gegensatz zur ersten Veröffentlichung nicht gebessert. Auch in sehr dunklen Szenen kann man nur einige Details erahnen.Ein ständiges Rauschen in großen Flächen trägt auch nicht gerade zum Kinovergnügen bei.

Dennoch ist die Gesamtgröße der Bilddateien auf der DVD größer????!!!! Das lässt nur einen Schluss zu: Das Bildmaterial wurde nur digital aufgepumpt, durch eine nicht so starke Komprimierung gegenüber dem ersten Release. Vorteil ist natürlich das weniger Artefakte oder Blockbildungen enstehen, während der DVD Player die Daten umwandelt.

Aber was bringt es wenn man die Qualität des Bildes beibehält??? Bildtechnisch keine Empfehlung von meiner Seite!

Ton (2,5 von 3,5 Punkten)

Beim Tonmaterial hat man diesmal auf die unzähligen Tonspuren in den verschiedenen Sprachen verzichtet, dafür hat man zusätzlich noch eine DTS-Tonspur mit draufgeschmissen. Ob Sinn oder Unsinn, das untersuchen wir jetzt! Die Dolby Digital Tonspur in 5.1 ist sehr schön abgemischt, trotz der lauten Dialoge auf dem Center kommen die Effekte sehr dynamisch über alle Lautsprecher. Auch der Subwoofer kommt in Wallung als würde er die alleinige Rolle des Vulkans übernehmen, dafür streikt er bei einigen Explosionen und es kommt nur ein leises grummeln. Auch die Räumlichkeit fällt ein wenig rar aus, da die Lautsprecher zu direktional den Klang abstrahlen. Leider muss ich den Verstärker sehr weit aufdrehen, da die Bitrate untypischerweise bei 384 kbps liegt. Da hat man einfach die Tonspur vom Vorgänger übernommen und diese war natürlich durch den Platzmangel etwas reduziert worden.

Nun zur DTS Tonspur die mit einer Datenrate von 754 kbps auf der Scheibe zu finden ist. Die Abmischung und Belegung der Kanäle hört sich exakt identisch an. Einziger Unterschied besteht darin, dass der Lautstärkepegel angehoben wurde durch die höhere Datenrate.

Trotz der wenigen Kleinigkeiten kann man den Film vom soundtechnischen Aspekt ruhig mal über die Anlage jagen!

Bonusmaterial/Artwork/Layout (1,0 von 3,0 Punkten)

Das Menü ist dasselbe wie auf der Vorgängerscheibe, genauso lieblos zusammengeschustert. Das Cover ist in einem großen schwarzen Rahmen gehalten und dieser umfasst nur ein kleines Foto des Vulkans während des Ausbruchs. Zusätzlich ziert der in großen Lettern geschrieben Titel die Frontseite der Hülle. Dasselbe Layout wurde auch bei der SE von TWISTER verwendet und haut niemanden so richtig vom Hocker, auch wenn es dadurch etwas düsterer erscheinen soll!

Wie bereits erwähnt hat man auf die überflüssigen Tonspuren verzichtet und im Gegensatz zur normalen Version noch ein ca. 62 Minütiges Making Of zur Verfügung gestellt. Dann noch ein Audiokommentar von Regisseur Roger Donaldson & Dennis Washington der als Produktionsdesigner/Szenenbildner tätig war. Alles andere ist beim Alten geblieben: Storyboards, Kinotrailer u.s.w.

Fazit

Ein Katastrophenfilm, der mit der Story und seinen Darstellern nicht ganz überzeugen kann. Durch die zwar nicht immer sauber erzeugten, dennoch gewaltigen Effekte sollte er trotzdem nicht von jedem übersehen werden. Besonders Genre-Fans können nichts falsch! Ärgerlich allerdings, dass es keine Verbesserung des gesamten Materials im Vergleich zur normalen DVD gab! Nun ja, für KLEINES Geld sollte man es sich ruhig überlegen.

Übersicht Punkteverteilung

  • Film 5,0 von 10
    • Die Punkte setzen sich wie folgt zusammen:
      • 1,5 von 3,0 Punkten - Story/Drehbuch
      • 2,0 von 3,5 Punkten - Produktion (d.h. Cut, Kamera, Ausstattung, Regie u.s.w.)
      • 1,5 von 3,5 Punkten - Darsteller/Nebenrollen
  • DVD 4,0 von 10 Punkten
    • Zusammengesetzt von:
      • 0,5 von 3,5 Punkten - Bild
      • 2,5 von 3,5 Punkten - Ton
      • 1,0 von 3,0 Punkten - Bonusmaterial/Artwork/Layout

Siehe auch

Weblinks

  • Diese Seite wurde zuletzt am 22. August 2006 um 12:55 Uhr geändert.
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