Das Geisterschloss (USA 1999) - Kritik von Gorygrunt
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Kritik von: Gorygrunt
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Hintergrund
Der 1999 veröffentlichte Film über ein Schloss, das ein dunkles Geheimnis beherbergt. Produziert von Steven Spielberg und Jan de Bont, der auch gleich die Regie übernahm. Als ich den Film sah bin ich zu einem sehr seltsamen Ergebnis gekommen.
Story (1,0 von 3,0 Punkten)
Eleanor (Lili Taylor) pflegte ihre todkranke und bettlägrige Mutter. Jede Nacht muss sie sich um ihre Mutter kümmern. Als diese dann stirbt, beginnt mit ihrer Schwester ein Streit bezüglich des Erbes – die Wohnung. Leider kann sich Eleanor nichts anderes leisten und würde sonst auf der Straße sitzen. Hinzukommt das sie durch die damaligen nächtlichen Rufe ihrer Mutter immer wieder aus dem Schlaf gerissen wird, und das selbst nach ihrem Tode. Plötzlich bekommt sie einen Anruf und wird auf ein Experiment aufmerksam gemacht, wo eine Studie über Schlafstörungen gemacht wird. Eine Gelegenheit für sie ein bischen Geld zu verdienen und raus aus dem Alltag zu kommen. Wissenschaftler Dr. Marrow (Liam Neeson) möchte dieses Projekt in einem alten Schloss, abseits jeder Zivilisation durchführen. Dass es ihm eigentlich um die Erforschung der Angst geht, verschweigt er den Testpersonen. Als sich die Gruppe im Schloss trifft und das Experiment beginnen soll, ereignen sich seltsame Vorfälle. Der Wissenschaftler nimmt an, dass seine mit Absicht erzählte Gruselgeschichte über das Schloss, sich in den Köpfen der Versuchpersonen manisfestiert. Doch weit gefehlt……
Der Bestseller „The Haunting of Hill House“ von Shirley Jackson erschien 1963 und wurde
schon unzählige Male auf die eine oder andere Weise verfilmt. Umgeschrieben in eine
etwas modernere Version und in ein filmbares Drehbuch wurde dies von David Self (u.a.
THIRTEEN DAYS, ROAD TO PERDITION).
Leider ist die Story etwas fad und zieht sich mit einigen Handlungslöchern durch den ganzen Film. Die Entwicklung hängt ein wenig durch, dann ein zu großer Sprung. So bekommt der Zuschauer das Gefühl, das er irgendetwas nicht richtig mitbekommen hat. Die Idee das ganze als gefaktes Schlafstörungsexperiment zu verpacken ist eigentlich eine gute Richtung gewesen, doch empfand ich den Verlauf bzw. Übergang zu den seltsamen Ereignissen ein bischen unpassend.
Wiederum gelungen ist Stimmung die in diesem Film verbreitet wird, die Dialoge wurden nicht übertrieben in die Länge gezogen und die Momente der Gänsehaut umsomehr ausgeschmückt. Auch kommt die Geschichte mit reichlich wenig verworrenen Handlung aus. Ich habe das original nicht gelesen, aber ich denke, dass die sprunghaften Ereignisse ein Drehbuchfehler oder auch die Szenenkoordination des Regiesseurs ist (Dazu unter Produktion etwas mehr).
Beim gesamten Film wartet man immer auf eine ausführliche Hintergrundgeschichte, die dem Film die Würze gibt, man wird leider entäuscht. Und auf ein spektakuläres Ende wartet man ebenfalls vergebens. Trotzdem entführt der Streifen den Zuschauer in eine gruslige Atmosphäre.
Produktion (3,0 von 3,5 Punkten)
Ich erwähnte ja bereits den Spielleiter (grobe Übersetzung für Regisseur) Jan de Bont, der in diesem Werk wieder einmal einen kleinen holprigen Verlauf der Szenen fabrizierte. Dies ist unteranderem auch in seinem Film TWISTER oder auch TOMB RAIDER – DIE WIEGE DES LEBENS zu sehen. Man darf das jetzt nicht falsch verstehen, das sind wunderbare Filme, doch die Art und Weise der Erzählungen verläuft für mich persönlich nicht flüssig genug. Anders hat er es in SPEED gemeistert, wo er es schafft die Spannung den ganzen Film über zu halten. Dies ist in der Produktion der einzig negative Aspekt.
BTW: Jan de Bont ist aber auch ein begabter Kamermann, wie er in JAGD AUF ROTER OKTOBER, STIRB LANGSAM und FLATLINERS bewies. Doch den Posten hatte er in diesem Streifen nicht inne.
Dem Cutter Michael Kahn kann ich die Schuld nicht geben, da seine bisherigen Arbeiten für sich sprechen. Er arbeitet schon sehr lange für Stephen Spielberg und gehört fast immer zu seinem Team, u.a. KRIEG DER WELTEN, MINORITY REPORT, JURASSIC PARK I+II, bei der INDIANA JONES TRILOGIE, POLTERGEIST, DIE GOONIES und CATCH ME IF YOU CAN. Aber mit den Schnitten in SOLDAT JAMES RYAN hatte er die Messlatte für alle Cutter überaus hochgesetzt. Auch in diesem Film verwendet er die bewährte Art und kommt ohne schnelle Wechsel der Betrachtungswinkel aus. Beeindruckende Sache!
Director of Cinematography (leitender Kamermann) war Karl Walter Lindenlaub, der die wunderbare Kulisse und die Handlungen in diesem Film einfach genial auf Zelluloid bannte. Durchaus präzise Aufnahmen mit Goldenem Schnitt. Obwohl die meiste Zeit über feste Standpunkte der Kamera gefilmt, lassen diese die Atmosphäre nahezu spürbar für den Zuschauer werden. Auch ein vielseitiger Mann, wenn man seine biserhigen Werke betrachtet: MOON 44, DER SCHAKAL, STARGATE und EINE NACHT BEI McCOOLS. Bitte mehr in dieser Art zukünftig!
Die ganz besonderen Punkte bekommen die Mitarbeiter die für die visuellen Effekte, Szenenbild und für die Musik verantwortlichen waren.
Jonathan Lee (Art Director) war für die Bühnebauten zuständig und dies ist ihm mit bravour gelungen. Das Hill House ist äusserst atmosphärisch und verleiht schon ohne geisterhafte Erscheinungen ein bedrückendes Gefühl. Es ist eine Mischung aus begeisternde Bewunderung und einem angenehmen Grusel, die der Zuschauer bei den Bildern des Hauses (und natürlich dem Inneren) empfindet.
Eugenio Zanetti konnte sein Talent als Szenenbildner wieder unter Beweis stellen. Seine beste Arbeit war allerdings HINTER DEM HORIZONT mit Robin Williams.
Der Hauptpunkt geht natürlich an die Visuellen Effekte und das ist genau das was den Film ausmacht – einmalige und genau auf den Kopf getroffene CGI Animationen. Das Team um Phil Tippett zeigt uns wie es geht. Die Geistererscheinungen sind präzise in das Geschehen mit eingebunden und haben eine sehr effektvolle Wirkung (nettes Wortspiel, hihi). Aber sein Stil hat Wiedererkennungswert: EVOLUTION, ST*RSH*P TR**PERS und die ROBOC*P Trilogie. Wird also auch gerne vom Verhoeven Paule in die Arme genommen. Seine Karrierehöhepunkt waren aber die Stop Motion Animationen zu STAR WARS EPISODE IV im Jahre 1977.
Tja, Jerry Goldsmith! Muss ich eigentlich noch etwas sagen? Der Mann ist eine Hollywood Ikone. Auch für die gruselige Klang-Untermalung der Bilder geeignet, wie es deutlich zu hören ist. Ein etwas Cello-lastiger Score dringt nochmals in die letzten Gehirnwindungen ein. Einer meiner Lieblingskomponisten, aufgrund der folgenden Filme: POLTERGEIST I+II, TOTAL RECALL, ALIEN & ALIENS, RAMBO (First Blood ist einfach ein geniales Stück), DER 13th KRIEGER, KINGDOM OF HEAVEN u.v.m.
Darsteller (2,5 von 3,5 Punkten)
Hauptdarstellerin Lili Tayler spielt die schüchterne und vom Leben gepeinigte Eleanor. Sie ist nicht wirklich eine Schauspielerin mit einem sehr mimischen Gesichtsausdruck während ihrer Performance. Ist aber ihrer Rolle ganz gut gewachsen.
Cathrine Zeta-Jones unterstelle ich jetzt mal mehr Talent als in diesem Film. Leider etwas viel zu kühl, nur in wenigen Momenten bekommt man einige gute Gefühlsausbrüche zu sehen. Vielleicht soll der Charakter genau das ausdrücken? Aber da ich sie in TRAFFIC, TERMINAL und VERLOCKENDE FALLE genauso erlebte….
Natürlich darf die Rolle des Wissenschaftlers nicht ausser Acht gelassen werden. Liam Neeson spielt Dr. Marrow in einer ihm typischen Weise und kann dennoch alle anderen an die Wand spielen. Seine Rollen in SCHINDLER’s LISTE, ROB ROY, STAR WARS EPISODE I und zwar eine sehr kurze aber effektive Darstellung in GANGS OF NEW YORK heben ihn langsam aber stetig auf das Hollywood-Podest.
Wie in jedem Film darf auch ein Spassvogel nicht fehlen, auch wenn sie nicht so komisch ist wie man es sich gewünscht hätte. Der talentierte Owen Wilson (ARMAGEDDON, ZOOLANDER, STARSKY & HUTCH) bietet eine Vorstellung eines überaus schlafgestörten Zeitgenossen. Keine Meisterleistung, aber ein rundes Schauspiel.
Bild (3,0 von 3,5 Punkten)
Ein Film der sich lohnt auf einem eigenen Heimkinosystem wiedergegeben zu werden. Das mir vorliegende Bildformat in 2.35:1 (21:9) stellt auch gleich das originale Kinoformat dar. Eine natürliche Farbwiedergabe, keine Kompressionsartefakte sind auf der weißen Leinwand zu erkennen. Keine schwimmenden Konturen, dafür eine Bildschärfe die jedes Projektorenherz höher schlagen lässt. Obwohl ich mir die schwarzen Elemente noch kräftiger gewünscht hätte, bleibt einfach kein Wunsch offen. Die durchschnittliche Datenrate beträgt ca. 5,3 Mbps und ist somit ausreichend. Hätte man die Datenrate noch etwas höher angesetzt, könnten wir ein noch beseres Bild betrachten. Aber wir wollen uns ja nicht über das Gute beschweren. Bildtechnisch gesehen kann man seine Heimkinoanlage ruhig mal mit diesem Film präsentieren. Genehmigt!
Ton (3,5 von 3,5 Punkten)
Nicht nur das Bild sondern auch der großartige Dolby Digital 5.1 Mehrkanalton lässt die DVD im Licht erstrahlen. Der dominantere Part des Sounds bildet hierbei der Subwoofer, aber nicht störend, was mich wunderte. Da es sich aber immer um ein grollender, aufbauender Einsatz des Tieftöners handelt und zusätzlich für Gänsehaut sorgt. Der Score von Jerry Goldsmith wurde perfekt auf die Kanäle abgestimmt, mal dominanter und mal etwas seichter im Hintergrund hörbar. Stimmungsvoller Beitrag! Die Effekte brauchen sich nicht hinter irgendeiner ReferenzDVD verstecken, auch hier wurde darauf geachtet, dass die atmosphärischen Sounds nicht direkt ortbar sind. Sie schweben eher irgendwo im Raum immer hin und her. So stell man sich Klänge von geisterhaften Erscheinungen! Besonders empfehlenswert wäre die RC1 mit einem absolut genialem DTS Track. Die Datenrate beträgt hierbei 1536 kbps und donnert über die Anlage als gäbe es kein Morgen mehr. Wenn ihr die Scheibe in DTS erworben habt, schnallt euren Subwoofer an.
Ärgerlich, dass diese Tonspur nicht auf der deutschen DVD mit enthalten ist!
Bonusmaterial/Artwork/Layout (1,0 von 3,0 Punkten)
Das Cover scmückt ein typisches Gruselschloss-Film-Motiv mit dem in schwarz, grau und etwas grün gehaltenem Schloss. Farbabstimmung mit der Atmosphäre ist gut gewählt. Die Punkteabzüge gibt es für das etwas lächerliche Bonusmaterial. Es ist nur ein etwa 25 minütiges Behind the Scenes zu sehen, das für unsere Nicht-Englisch-Sprachigen User etwas mager sein dürfte da es nur in Englisch untertitelt wurde. Selbst die Informationen die preisgegeben werden, sind nicht sonderlich spannend. Das Menu enthält dasselbe Motiv wie das Abbild auf der DVD Hülle.
Fazit
Zu dem seltsamen Ergebnis, von dem ich sprach, komme ich jetzt. Der Film ist sehr empfehlenswert für Liebhaber der Special Effects Schlachten ohne besondere Geschichte. Die Story ist sehr einfach gestrickt, aber sehr unbefriedigend (auch zum Ende hin).
Einzig und allein die genialen Animationen und Kameraaufnahmen des Schlosses tragen den Film und bilden gleichzeitig den Schwerpunkt. Sound und Bildtechnisch ein großartiger Silberling! Storymässig ein Reinfall!
Übersicht Punkteverteilung
- Film 6,5 von 10
- Die Punkte setzen sich wie folgt zusammen:
- 1,0 von 3,0 Punkten - Story/Drehbuch
- 3,0 von 3,5 Punkten - Produktion (d.h. Cut, Kamera, Ausstattung, Regie u.s.w.)
- 2,5 von 3,5 Punkten - Darsteller/Nebenrollen
- Die Punkte setzen sich wie folgt zusammen:
- DVD 7,5 von 10 Punkten
- Zusammengesetzt von:
- 3,0 von 3,5 Punkten - Bild
- 3,5 von 3,5 Punkten - Ton
- 1,0 von 3,0 Punkten - Bonusmaterial/Artwork/Layout
- Zusammengesetzt von:
HINWEIS Leider reisst die Punktebewertung des Bonusmaterials, die DVD etwas runter! Müsste ich nur BILD und TON bewerten würd ich auf 9 von 10 Punkten kommen! Also nicht abhalten vom Kauf!
Siehe auch
Weblinks
- Offizielle Site zum Film
- Das Geisterschloss in der Internet Movie Database (IMDb)
- Das Geisterschloss in der Online-Filmdatenbank (OFDb)
- Alle deutschen DVDs von Das Geisterschloss bei dvdb.de
- Aktueller Preisvergleich aller deutschen DVDs von Das Geisterschloss bei dvdb.de
- Diese Seite wurde zuletzt am 22. August 2006 um 13:19 Uhr geändert.
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