Die Bourne Verschwörung (USA / Deutschland 2004) - Kritik von Gorygrunt, 29.08.2005
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Kritik von: Gorygrunt
Inhaltsverzeichnis |
Hintergrund
Nach dem wirklich gut gelungenem ersten Teil DIE BOURNE IDENTITÄT war ich natürlich sehr gespannt auf die Fortsetzung. Entäuschender konnte das Ergebnis nicht sein….
Story (1,5 von 3,0 Punkten)
Berlin – eine geheime CIA-Operation geht schief und zwei Agenten sterben. Nach den Ermittlungen deuten alle Hinweise auf den Ex-CIA- Killer Jason Bourne, der sich immer noch auf der Flucht befindet, ohne dass der CIA eine Spur von ihm hat. Goa (Indien) – Jason Bourne möchte hier in Frieden mit seiner Liebe Marie Kreutz leben. Jason kann sich immer noch nicht an seine Vergangenheit erinnern und wacht jede Nacht schweissgebadet von seinen Alpträumen auf, in denen er seine Auftragsmorde sieht. Nun hat der CIA die Spur erneut aufgenommen und der Terror um Jason Bourne bricht wieder los. Doch Jason entschliesst sich nicht mehr wegzulaufen, sondern zurückzuschlagen….
Die Romanvorlage von Robert Ludlum lässt eigentlich keine Fragen und Beschwerden offen. Die Geschichte fügt sich fast nahtlos an den ersten Teil und versucht die Spannung noch zu erhöhen. Man hatte den ersten Band der BOURNE-REIHE schon im Jahre 1988 verfilmt unter dem Namen AGENT OHNE NAMEN (O-Titel: The BOURNE IDENTITY), damals wurde Jason Bourne von Richard Chamberlain gemimt (hihi). Leider konnte dieses Mal die wunderbare Romanvorlage nicht von [[Tony Gilroy]] (DIE BOURNE IDENTITÄT) nicht sachgerecht auf die Leinwandfähigkeit umgeschrieben werden.
Die Entwicklungen der einzelnen Plots ist viel zu sprunghaft und läuft nicht immer ganz Parallel. Die Spannung wird durch lange Verfolgungsjagden gebremst und stolprige Dialoge werfen auch noch zusätzlich einen Anker.
Allein die Einführung in die Erzählung (in den ersten 30 Minuten) ist äusserst gut gelungen und lässt ne Menge Vorfreude auf den Rest des Films aufkommen. Doch die Erwartungen werden stetig bis zum Ende hin sehr getrübt.
Wirklich seltsam, der Screenplayer Tony Gilroy schrieb schon die
hervorragenden Drehbücher zu ARMAGEDDON, IM AUFTRAG DES
TEUFELS, PROOF OF LIFE (LEBENSZEICHEN) und BAIT-FETTE BEUTE.
Auch die gute Adaption von STEPHEN KING’S DOLORES mit einer genialen
Kathy Bates wurde von Tony angenehm umgeschrieben.
Nun hat er ja noch eine Chance, denn er schreibt gerade an dem Script
für die nächste Fortsetzung DAS BOURNE ULTIMATUM.
Dass die schlechte Storyumsetzung nicht ganz auf Tony Gilroy’s Mist gewachsen ist, sehen wir uns in der Produktion mal genauer an.
Produktion (1,0 von 3,5 Punkten)
Fangen wir erstmal mit den Informationen zu dem Regisseur dieses Films und dem Rest der Crew an, bevor ich meine Meinung darüber verfasse.
Diesesmal setzten die Produzenten Paul Sandberg (Picking Up the Pieces) und Patrick Crowley (BOURNE IDENTITÄT, LEGENDEN DER LEIDENSCHAFT) den TV-Film-Regisseur Paul Greengrass auf den Spielleiterstuhl. Er drehte Filme, wie VOM FLIEGEN UND ANDEREN TRÄUMEN mit Helena Bonham Carter (FIGHT CLUB) oder dem TV-Film TODESKOMMANDO IRAK (hihi).
Leitender Kameramann war der talentierte Oliver Wood (DAS HAUS DER LEBENDEN LEICHEN), den ich bereits in meiner Review zu FACE/OFF-IM KÖRPER DES FEINDES lobte. Doch was hat der Mann jetzt gemacht??? Dieses Bildgewackel sieht aus wie mit einer 8 mm-Kamera gedreht. Der viel zu körnige Kamerafilter verstärkt, die dadurch detailarmen Fotografien. Auch etwas seltsam, denn seine Filme z.b. U-571, STIRB LANGSAM 2 und DIE BOURNE IDENTITÄT lebten förmlich von der ruhigen und bedachten Kamerführung. Auch im ersten Teil der BOURNE-REIHE, wo er die Linse bediente, ist dieser Stil nicht so deutlich verwendet worden.
Für den Zusammenschnitt des Filmmaterials war Richard Pearson, u.a. bekannt für MIB2, THE SCORE und WELCOME TO THE JUNGLE mit The Rock, verantwortlich. Mithilfe seines Partners Christopher Rouse (PAYCHECK, ITALIAN JOB und DIE BOURNE IDENTITÄT) haben sie das Messer für den Szenen- bzw. Einstellungswechsel angesetzt. Nun stellt euch vor da läuft ein Kameramann mit einem kleinen Camcorder durch Berlin und zwei Cutter schneiden dies zu einem Techno- Musik-Video zusammen. Die unheimlich rasanten Cuts sind so heftig, dass man fast Kopfschmerzen bekommt. Man sieht bei einer Verfolgungsjagt bsplw. die Beine des Verfolgers, dann schneller Wechsel auf eine Treppe zur U-Bahn, rasanter Cut auf das Gesicht des Verfolgten, wieder Cut und man sieht für eine Sekunde eine Gesamtaufnahme der Straße, cut, cut, cut, cut…..
Wie bei den anderen Punkten auch, wie ist das möglich bei den bisherigen Outputs konnte ich diese extremen Schnitte nicht ausfindig machen???
Die Musik von John Powell, den ich ebenfalls in FACE/OFF-IM KÖRPER DES FEINDES erwähnt, schrieb wieder einen guten und soliden Score, der dem Thema und der Atmosphäre entsprechend komponiert wurde. Er schrieb die Hintergrundmusik für SHREK 1+2, ICE AGE, EVOLUTION, PAYCHECK und DIE BOURNE IDENTITÄT. Demnächst auch in BECOOL vertreten.
Nochmal zum Regisseur zurück, Paul Greengrass. Nachdem ich die diversen Filmcrew-Mitglieder (Kamera, Screenplay und Schnitt) miteinander verglich und deren bisherigen Outputs betrachtete, kam mir der einzig logische Gedanke: Der Stil dieses Regisseurs passt einfach nicht auf diese Crew, denn der Einfluss ist überdeutlich spürbar und leider nicht sehr fruchtbar. Da DIE BOURNE VERSCHWÖRUNG auch nicht gerade erfolgreich im Kino lief und auch mir persönlich dieser Film alleine durch die gesamte Produktion hinweg nicht besonders gefallen hat.
Im Vergleich dazu, wurde ja auch schon ein etwas unerfahrener Regisseur im ersten Teil eingesetzt. Doug Liman (OC CALIFORNIA, MR. & MRS.SMITH) machte den Film sehenswerter als das Sequel.
Hoffentlich setzen die Produzenten für DAS BOURNE ULTIMATUM einen anderen Mann als Regisseur ein!!!
Darsteller (2,5 von 3,5 Punkten)
Matt Damon ist wieder als Jason Bourne verpflichtet worden und liefert wiedereinmal ein gute Arbeit ab. Der auf den ersten Blick immer etwas kühl wirkende Darsteller, hat ein äusserst breitgefächertes Angebot an Mimiken und Ausdrucksweisen, die überzeugend auf der Leinwand glänzen. Zu seinen besten Werken gehören immernoch DER TALENTIERTE MR.RIPLEY und die Rolle des Loki in DOGMA, aber auch in FORRESTER- GEFUNDEN konnte er sein Status in Hollywood festigen. Weitere Filme: UNZERTRENNLICH, OCEANS ELEVEN/TWELVE und als Sprecher in TITAN A.E. (als Cale – Review gibt’s hier!).
Franke Potente war auch wieder mit von der Partie als Marie Kreutz. Doch ich persönlich halte sie nicht gerade für einen erwähnswerten Hollywoodexport. Gerade durch ihre eigene Synchronisation, wirkt die Rolle die sie spielt etwas bocklos. Das war schon in CREEP der Fall, weil sie einfach keine Synchro-Stimme hat. Auch deutlich, dass sie Matt Damon einfach nicht das Wasser reichen kann.
Da wäre dann noch der sehr interessante Brain Cox, der in BRAVEHEART den Onkel Argyle von William Wallace spielt. Dieser nahm William Wallace nach dem Tode seines Vaters und seine Fittiche. In X-MEN 2 konnte man ihn als Stryker sehen. Auch er kann seine Leistungen sehen lassen, sehr unterschiedliche Perfomances, u.a. auch in RING, DEN ZUM KÜSSEN SIND SIE DA und LONG KISS GOODNIGHT (Samuel L. Jackson).
Als letztes möchte ich nur nich Julia Stiles hinzufügen, die in diesem Teil eine etwas umfangreichere Rolle hatte. Sie gehört auch zu den noch jungen aber hoffnungsvollen Talenten in Hollywood und ich hoffe, dass man bald mehr von ihr sehen kann. SAVE THE LAST DANCE, 10 DINGE- DIE ICH AN DIR HASSE, „O-VERTRAUEN-VERFÜHRUNG-VERRAT“, VERTRAUTER FEIND und 2006 in einem Horrorremake zusehen THE OMEN 666.
Bild (1,0 von 3,5 Punkten)
Schwierig, da durch die Stilmittel, die ich bereits unter dem Punkt Produktion erwähnt, nicht viel Möglichkeiten für ein gutes Bild auf einer DVD übrig bleiben.
Es handelt sich um ein Bild im anamorphen 2,35:1 Format (16:9). Durch den eingesetzten Kamerafilter sieht das Bild sehr farblos aus und lässt somit selbst bei Tageslichtaufnahmen keine Wiedergabe kleinerer Details zu. Die Konturenschärfe ist fast garnicht vorhanden, hinzukommen die viel zu hektischen Kamerabewegungen, die durch dieses „vernebelte“ Bild die Konturen zusätzlich ein bischen verwäscht. Der Rauschfilter ist dafür nicht auszumachen und arbeitet der sehr sauber im Hintergrund. Das Bild sieht insgesamt etwas zu dunkel aus und schluckt unheimlich viele Informationen bei Nachtaufnahmen. Die Kompression allerdings ist sehr angenehm klein ausgefallen und es enstehen keine Artefakte oder Bildblöcke. Die Datenrate liegt bei ca. 5,8 Mbps.
Sehr schade, aber es verdeutlicht, wie durch diese Produktionsstilmittel nicht nur das Filmvergnügen getrübt wird. Ganz klar nicht empfehlenswert!
Ton (2,5 von 3,5 Punkten)
Universal Pictures Video beschehrt dem treuen DVD-Fan zwei Tonspuren in AC-3 (Dolby Digital) einmal auf englisch und einmal in deutsch. Es wurde defenitiv an der Datenrate gespart, die bei 384 kbps liegt. Ein Audiokommentar ist ebenfalls enthalten. Der actionreiche Soundtrack kommt etwas höhenlos, aber dafür sehr klar über die Frontlautsprecher. Die Rears schauen allerdings nur zu und kommen nicht dazu noch eine kleine Atmosphäre im Raum aufzubauen. Dafür wird es bei den Actionsequenzen etwas lauter im hinteren Bereich, ohne dabei dominant oder störend in den Filmverlauf einzugreifen. Eine klare Kanaltrennung ist auch hörbar, fügt sich aber im vorderen Lautsprecher-Bereich wieder zusammen.
Der Subwoofer kommt kräftig, aber leider nicht richtig VOLLtönend und klingt daher sehr dumpf und abgemagert. Tut dem Hörgenuss aber keinen Abbruch, da storytechnisch nicht soviele Low-Frequency-Effects durch den Subwoofer notwendig sind .
Zwar sehr schön, aber leider nur unteres Mittelmaß!
Bonusmaterial/Artwork/Layout (2,5 von 3,0 Punkten)
Das Menü ist angenehm und übersichtlich gesaltet worden. Überraschenderweise wurde auch das Layout des Covers einigermassen an den Vorgänger angelehnt und verdient einen zusätzlichen Pluspunkt. Ausreichendes Bonusmaterial für den Film-Fan sind ebenfalls draufgeschmissen worden: Nichtveröffentlichte Szenen (8 min), Explosionen (4 min.), Übereinstimmende Identitäten: Die Besetzung (5 min.), Crash Cam (6 min.), Das Go-Mobile beschleunigt die Action (7 min.), Trailer und, und, und…
Fazit
Ein Agententhriller, der durch die eigenwilligen Stilmittel niemals seinem Vorgänger den Rang ablaufen könnte. Gegenüber dem ersten Teil ist dieses Sequel leider vollkommen misslungen. Wer auf die gute Story und der herausragenden Spannung im Teil abfuhr, wird hier sichtlich entäuscht. Hoffentlich lernt man für den dritten Teil dazu!!!
Übersicht Punkteverteilung
- Film 5,0 von 10
- Die Punkte setzen sich wie folgt zusammen:
- 1,5 von 3,0 Punkte - Story/Drehbuch
- 1,0 von 3,5 Punkte - Produktion (d.h. Cut, Kamera, Ausstattung, Regie u.s.w.)
- 2,5 von 3,5 Punkte - Darsteller/Nebenrollen
- Die Punkte setzen sich wie folgt zusammen:
- DVD 6,0 von 10 Punkte
- Zusammengesetzt von:
- 1,0 von 3,5 Punkte - Bild
- 2,5 von 3,5 Punkte - Ton
- 2,5 von 3,0 Punkte - Bonusmaterial/Artwork(Layout)
- Zusammengesetzt von:
Siehe auch
Weblinks
- Offizielle Site zum Film
- Die Bourne Verschwörung in der Internet Movie Database (IMDb)
- Die Bourne Verschwörung in der Online-Filmdatenbank (OFDb)
- Alle deutschen DVDs von Die Bourne Verschwörung bei dvdb.de
- Aktueller Preisvergleich aller deutschen DVDs von Die Bourne Verschwörung bei dvdb.de
- Diese Seite wurde zuletzt am 22. August 2006 um 12:31 Uhr geändert.
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