Die Queen (GB, Frankreich, Italien 2006) Kritik von Oscar 74
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Die Queen (GB, Frankreich, Italien 2006) Kritik von Oscar_74
Originaltitel: "The Queen", ca. 100 Minuten
"Schwer ruht das Haupt, das eine Krone drückt" (Shakespeare, Heinrich IV., Teil 2)
* Regie: Stephen Frears * Drehbuch: Peter Morgan * Produktion: Andy Harries, Christine Langan und Scott Rudin * Musik: Alexandre Desplat * Schnitt: Lucia Zucchetti * Kamera: Affonso Beato
Vorabinfos
Kein Stoff faszinierte in den letzten Jahrzehnten die Weltöffentlichkeit so, wie das Leben der britischen Königsfamilie! Man sass gebannt vor dem Fernseher, als die gerade frisch vermählte (noch junge) spätere "Elizabeth II." aus der goldenen Königskutsche winkte! Ebenso verfolgte man Anfang der 80er Jahre bei der Traumhochzeit von Diana und Charles und auch bei Dianas Todesfahrt in Paris alle Ereignisse vor dem Bildschirm. Kurz gesagt, die Welt nahm teil, oder auch anteil am Leben der "Royales" und gierte förmlich nach Neuigkeiten und Skandalen. Kein einfaches Leben, wenn man immer im Mittelpunkt steht und sich keinen noch so einfachen Fehler erlauben kann. Als Diana verstarb kippte die Monarchie. Eilzabeth II. war blauäugig und verschanzte sich hinter ihren verstaubten Idealen. Das Volk wendete sich immer mehr von der Königsfamilie ab. Denn das war er nun - der kleine Fehler!
Stephen Frears schuf mit der Verfilmung von "Die Queen" nun endlich ein Stück Geschichte, was den gesamten Zeitablauf und auch die menschliche Seite der Queen, in den Tagen von Dianas Todesfall beläuchtet!
Ein wahres Zeitdokument!
Inhalt
Der Tod von Prinzessin Diana versetzte nicht nur Grossbritanien in eine Art Schockzustand. Als in den frühen Morgenstunden des 31. August die in Schottland weilende Königin Elizabeth und ihr Ehemann Prinz Philip vom Tode Prinzessin Dianas, unterrichtet wurden, schien seit dem das öffentliche Leben auf der britischen Insel geradezu stehen zu bleiben. Diana verstarb bei einem tragischen Autounfall in Paris. Der Tagesablauf der Queen änderte sich aber seit diesen unfassbaren Stunden kaum. Sie schien fast unfähig zu sein, um auf die Ereignisse in ihrem Land zu reagieren. Nur der neu ins Amt gewählte Premierminister Tony Blair (Michael Sheen), ergreift auf anraten von Prinz Charles die Initiative. Fortan dauerte es nur wenige Stunden in denen die tote Prinzessin zur Heiligen avancierte! Nur Tony Blair zollt ihr den nötigen Tribut. Die Queen nicht!! Königin Elizabeth zeigt, wie es der Brauch so will, keine öffentliche Trauer und verschanzt sich mit ihrer königlichen Familie weiterhin hinter den Mauern von Schloss Balmoral. Sie weigert sich wieder nach London zu kommen um sich dort an das trauernde Volk zu wenden, sondern sorgt sich viel lieber um ihre beiden Enkel, oder geht auf Treibjagd in den schottischen Highlands. Währenddessen stapeln sich die Blumenberge vor dem Buckingham Palast.
Die Königin glaubt zwar die Interessen des britischen Volkes besser einschätzen zu können als der Premierminister, doch da irrt sie. Der Unmut der Bevölkerung wächst, und angestachelt von der Presse, stellt man nun sogar die Monarchie in Frage.
Als der Druck der Öffentlichkeit letztendlich immer größer wird und die Welt mit Unverständnis auf das Schweigen der Königsfamilie reagiert, scheint es nur noch Tony Blair zu sein, der Elizabeth noch nicht aufgegeben hat.....
Darsteller
- Helen Mirren als Elizabeth II.
- Michael Sheen als Tony Blair
- James Cromwell als Prinz Philip
- Alex Jennings als Prinz Charles
- Helen McCrory als Cherie Blair
- Tim McMullan als Stephen Lamport
- u.a.
Infos am Rande
- Die Auszeichnungen: Oscar 2007, BAFTA-Award 2007, Europäischer Filmpreis 2007 und der Golden Globe 2007 ging an Helen Mirren als beste Hauptdarstellerin.
- Peter Morgan bekam den Golden Globe für das beste Drehbuch. Weitere Preise und die vielen Nominierungen zähle ich jetzt hier nicht auf!
- In den USA spielte der Film über 56,4 Mio. US-Dollar ein. In Deutschland konnte der Film ca. 544000 Besucher in den Kinos verzeichnen.
- Produziert wurde der Film von Pathe Productions & Granada.
- Kinostart in Deutschland: 11.01.2007
KRITIK
Zu erst muss ich sagen, ich war sehr skeptisch, als ich von der Verfilmung "Die Queen" hörte habe. Es ist halt so, die Royale`s hatten mich einfach noch nie so richtig interessiert und mit dieser Einstellung saß ich erstmals vorm Bildschirm.
Doch von Minute zu Minute fesselte mich die, ja schon bekannte, aber aus einer ganz anderen Sichtweise erzählte Geschichte immer mehr. Man geht hier ganz stark auf die Haltung der Queen in diesen doch schweren Tagen ein, auf Tony Blairs Rolle gegenüber der Queen und auch Prinz Charles sieht man aus einer ganz anderen Perspektive. Sein Rückrat und auch seine Art Hilfe zusuchen ist neu und wirkt überraschend.
In diesem Film geht es um Werte einer Familie, um Zusammenhalt, aber auch Rücksichtnahme. Die Anteilnahme des Volks an der Trauer ist riesig. Am Anfang werden u.a. sehr oft TV-Aufnahmen von trauernden Briten eingespielt, Bilder von Menschen die fassungslos dasitzen, oder auch Blumen niederlegen. Man ist selbst wieder mittendrin, als wäre es gerade geschehen! Es wirkt nicht dokumentarisch, genau das ist so positiv, sondern kommt dem Betrachter doch als „ganzes“ rüber. Stephen Frears hat nicht nur hier hervorragende Arbeit abgeliefert. Mit der Verpflichtung von Helen Mirren ist einem sicherlich der größte Wurf gelungen. Über ihre schauspielerischen Leistungen will ich hier gar nicht viel sagen, ihre mehrfachen Auszeichnungen sprechen da wirklich schon für sich. Doch eines schon: Haltung, Gestiken und die gesamte Aura im Film um Helen Mirren als Queen – einfach fantastisch!!
Grosses Lob hier auch an die Maskenbildner!
Kamera, Schnitt und auch der Score ist solide-gut und gerade die Musik absolut stimmig.
Der Film ist anrührend, melancholisch, wird beiden Seiten gerecht (Diana und die der Queen). Der Film zeigt aber ebenso das man halt alte Werte beibehalten sollte oder auch sehr schwer verändern kann. Gerade solche Filme, die den gedanklichen Zwiespalt der Menschen, Hass, Liebe und auch letztendlich Vernunft zeigen, sind gute Filme. „Die Queen“ gehört dazu.
Natürlich wird hier auch ein bisschen „englische Geschichte“ verarbeitet, doch gestört hat es mich nicht. Da gibt es auch schon viele andere Filme mit solchen Themen! Wenigstens ist hier nicht so viel Pathos drin, wie in manch einem "amerikanischen Film".
Fazit
Mein Fazit, bitte weniger Diana Verfilmungen, denn als diese betrachte ich "Die Queen" (auch wenn es hier nie um Diana persönlich ging!), dafür aber so gute wie diese! So schafft man es auch einem wie mir, dem das Thema „Royales“ – oder ähnliches – überhaupt nicht zusagte, eine positive Meinung abzugewinnen. Und die ist sogar sehr positiv!!!
Wertung
9/10
DVD-Details
Single-DVD
-Sprachen: Deutsch DD 5.1 / Deutsch DTS / Englisch DD 5.1
-Deutsche Untertitel
-Bildformat: 1,78:1 (16:9)
-FSK ohne Altersbeschränkung
-Programmtipps: Scoop u. Der letzte Zug - Trailer
-Kapitel & Szenenanwahl
-animiertes DVD-Menü
zusätzliche Ausstattung des Schubers
Die DVD ist auch als Schuber erhältlich. Zusätzliche Bonus-Inhalte sind dort:
-Fotogalerie
-AK von Regisseur Stephen Frears und Drehbuchautor Peter Morgan
-Making of
-Interviews
Zum Schluss noch ein nettes Zitat von Tony Blair (Michael Sheen) aus dem Film - zum Verhalten der Königsfamilie gegenüber Diana: "Sie haben Ihr bereits das Leben versaut. Hoffentlich versauen sie Ihr nicht auch noch den Tod!"
- Diese Seite wurde zuletzt am 8. März 2008 um 21:03 Uhr geändert.
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