Fight Club (FSK18)(USA/Deutschland 1999) - Kritik von Gorygrunt
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Kritik von: Gorygrunt
Inhaltsverzeichnis |
Hintergrund
Es ist mir eine besondere Ehre über den wahrscheinlich IMHO größten Film aller Zeiten zu schreiben. Dieser Film musste sehr mit mir arbeiten bis er den Status von mir erhielt.
Story (3,0 von 3,0 Punkten)
Wir sehen einen jungen Mann, der verzweifelt seine Geschichte erzählt. Dieser Mann leidet unter Schalflosigkeit. Er versucht alles um besser schlafen zu können. Doch vergeblich. Seine Konsumabhängigkeit und sein Job nagen an seiner Seele. Als er auf einer Dienstreise Tyler Durden kennenlernt, ändert sich sein Leben schlagartig….
Die Story erscheint jedem Zuschauer beim ersten Mal sehr zäh zu sein. Doch die
Erzählungen des Protagonisten (Edward Norton’s Rolle hat keinen Namen, ist für die Öffentlichkeit unter dem Namen Jack bekannt) sind absolut genial, depressiv, lustlos…
Der Erzähler trifft den Nagel einfach in der kleinsten Situation auf den Kopf, auch
Situationen die jeder selber schon einmal erlebt hat. Er brachte auch mich über mein
Verhalten des Konsums nachzudenken. Und ich muss sagen es stimmt. Diesen Film kann
man sich zweimal hintereinander anschauen, man entdeckt immer wieder etwas neues.
Die Geschichte in diesem Film entwickelt sich langsam (gaaanz langsam) aber stetig! Mit einer präzisen Plotführung die in keiner Sekunde nachlässt. Auch Fehler sind sehr selten enthalten für eine so komplexe Story. Chuck Palahniuk schrieb das gesellschaftskritische Bestsellerbuch Einzelwerk und dies wurde für den Film umgeschrieben von Jim Uhls. Eine gelungene Nur-tote-Fische-schwimmen-mit-dem-Strom-Geschichte, die jedem sein eigenes Leben vor den Augen hält. Diesen Film fügte man Spannung und Witz bei, würzte das ganze mit ein wenig Thrill. Heraus kam eine Satire auf unsere heutige Konsumgesellschaft und verkleinert die Bandbreite zwischen Arm und Reich……
Ich möchte nun ein Zitat wiedergeben, welches für mich die Aussage des Films zusammenfasst:
"Mann, ich sehe im Fight Club die stärksten und cleversten Männer, die es jemals gab. Ich sehe soviel Potential, wie es vergeudet wird. Herrgott noch mal, eine ganze Generation zapft Benzin... Räumt Tische ab... Schuftet als Schreibtisch-Sklaven. Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen Jobs, die wir hassen, kaufen dann Scheiße, die wir nicht brauchen. Wir sind die Zweitgeborenen der Geschichte, Leute - Männer ohne Zweck, ohne Ziel. Wir haben keinen großen Krieg, Keine große Depression. Unser großer Krieg ist ein Spiritueller. Unsere große Depression ist unser Leben. Wir wurden durch das Fernsehen aufgezogen in dem Glauben, dass wir alle irgendwann mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars... Werden wir aber nicht. Und das wird uns langsam klar. Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten." Zitat Ende – TYLER DURDEN
Produktion (3,5 von 3,5 Punkten)
David Finchers Inszenierung von einem dahinlebendem jungen Mann, der nichts mit seinem Leben anzufangen weiss, ist eines der besten Meisterwerke die je das Licht der Kinoleinwand erblickte! Schon seine anderen Werke, wie SIEBEN, THE GAME, PANIC ROOM und ALIEN 3 glänzten in der Filmwelt. Er vermischt düstere Darstellungen mit unglaublichen Wendungen und einer gleichbleibenden Spannung. Ein Top-Regiesseur der demnächst auch ZODIAC in die heiligen hallen, der Filmvorführung bringt.
Besonders genial sind die Kamerafahrten, wie sie auch in THE GAME von Kameramann Jeff Cronenweth gefertigt wurden. Eine gelungene Arbeit, die dem Film nochmal etwas besonderes verleiht. Er bedient sich verschiedner Techniken sowohl Moderne (Kameraschwenks) und auch Konventionelle (Festpunkt-Aufnahmen). Dies verstärkt die verwirrende Geschichte und unterstreicht den Wahnsinn des Protagonisten. Für mich persönlich seine beste Leistung! Hat unteranderem auch SCHLAFLOS IN SEATTLE fotografiert.
Auch der Cutter James Haygood gehört woll schon fest in das David Fincher Qualitätsmanagment, er war schon für THE GAME und PANIC ROOM mit im Boot. Seine Cuts sind der genialen Inszenierung gewachsen und runden, die ganze Sache nochmal ab.
Darsteller (3,5 von 3,5 Punkten)
Edward Norton, der für AMERICAN HISTORY X schon den Grammy oder den [[Golden Globe]] (ich bin mir nicht mehr sicher) abräumte, spielt hier wieder alle Altmeister gekonnt an die Wand. Die lustlose, depressive Erzählung seiner Geschichte und die Entwicklung seiner eigenen Rolle in diesem Streifen sind einmalig.
Schon lange für mich einer der ganz großen Schauspieler gehört ebenfalls Brad Pitt. Dieser Mann kann einfach jede Rolle in jedem Film überzeugend darstellen. Verliert dabei nie seine Ernsthaftigkeit. Vorallem gibt es wenige Rollen, die immer die gleichen Charakterzüge aufweisen. Seine Ausdrucksstärke liegt in der Vielfältigkeit seines Talentes. Man schaue sich mal 12 MONKEYS, INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR, SNATCH, KALIFORNIA und die geniale kleine Nebenrolle in TRUE ROMANCE an. Keine Rolle gleicht der anderen! Er ist mit Sicherheit schon jetzt einer der ganz großen Darsteller.
Helena Bonham Carter (u.a. Planet der Affen) war mir ehrlich gesagt vorher nicht bekannt, ihre Rolle geht mir auch ein bischen auf den Senkel und zehrt tierisch an den Nerven. Trotzdem fühlt man sich in manchen Momenten ein wenig zu ihr hingezogen. Das hab ich zumindest gedacht bis ich mir überlegte; „Mein Gott, das soll die Rolle ja auch bewirken!“ Um dies zu verstehen sollte man sich den Film anschauen.
Auch die Nebenrollen in diesem Film sind gelungen, Meat Loaf spielt z.b. einen an Hodenkrebs erkrankten Ex-Bodybuilder. Einfach zum schiessen göttlich. Jared Leto als Angel Face ist aber nur erwähnenswert, weil er auch in PANIC ROOM mit von der Partie war.
Ich bin leider viel zu voreingenommen, um über die Qualität der DVD zu sprechen, trotzdem versuche ich so objektiv wie möglich zu sein.
Bild (2,5 von 3,5 Punkten)
Als ein Werkzeug des Kameramanns, der blassfarbige Filter der Linse wirkt sich leider negativ auf das Leinwandbild aus. Dennoch ist eine geniale Schärfe zu sehen, die Konturen verschwimmen auch nur gewollt in manchen Szenen. Trotzdem ist mir das Bild ein bischen zu Farblos (ich überlege immer noch ob das eine beabsichtigte Methode der Darstellung sein sollte?). Na ja, über den Schwarzwert kann man streiten, er ist ausreichend und liegt bei ca. 75-80 %, was ja schon ein anständiger Wert ist. Trotzdem Schaue ich mir den Film lieber auf einem TV an, obwohl die durchaus gelungenen Bilder eine größere Wiedergabefläche verdienen.
Ton (2,0 von 3,5 Punkten)
Der Soundtrack des Films ist angemessen abgemischt. Das einzige was nervt, sind die Kanalwechsel während eines Musikstücks (z.b. ein Instrument wechselt von vorne nach hinten immer hin und her). Mir viel allerdings auf, das sich zu den Höhen immer leise klirrende Geräusche mischten. Besonders viele Effektklänge hat der Film nicht, aber dafür sind die wenigen Sounds anständig und auf den Punkt getroffen. Ausgeglichene Subwoofer-Grüße aus dem nicht ganz so tiefen Keller, aber das ist ja auch kein Actionfilm.
Bonusmaterial/Artwork/Layout (0,5 von 3,0 Punkten)
Für die Leute die mich kennen und meine Reviews öfter lesen, kommt die Aussage wahrscheinlich überraschend. Mir liegt hier die Einzel-Disc vor und bei diesem Film hätte ich mir ein bischen mehr Bonusmaterial gewünscht! Na ja, man kann ja nicht alles haben, dafür ist der Film genial. Bis auf KinoTrailer und einem versteckten EasterEgg hat der silberling nicht viel zu bieten. Auch das Cover ist total daneben, sieht irgendwie zusammengeklatscht aus. Da empfehle ich lieber die RC1 CE im schönen Pappschubberl. Das Menu ist auch total Misslungen, auch wenn ich da nicht soviel wert darauflege.
Fazit
Ist ziemlich schwer den Film zu beschreiben ohne den Inhalt zu verraten. Wer auf einen technisch brillianten Film mit einer unglaublich sagenhaften Story steht, die mit ihrer beabsichtigten langsamen Entwicklung den Zuschauer fesselt, darf nicht zögern! Wer einen Action-Fighter-Film bevorzugt und eher auf die etwas leichte Art unterhalten werden möchte, sollte sich lieber von dem Film distanzieren! Aber er schafft es IMHO auch diese Personen zu fesseln. Mit einer brillianten Besetzung und einer Menge Überraschungen fährt der Streifen ein solides Buffet auf!
Übersicht Punkteverteilung
- Film 10 von 10
- Die Punkte setzen sich wie folgt zusammen:
- 3,0 von 3,0 Punkte - Story/Drehbuch
- 3,5 von 3,5 Punkte - Produktion (d.h. Cut, Kamera, Ausstattung, Regie u.s.w.)
- 3,5 von 3,5 Punkte - Darsteller/Nebenrollen
- Die Punkte setzen sich wie folgt zusammen:
- DVD 5,0 von 10 Punkte
- Zusammengesetzt von:
- 2,5 von 3,5 Punkte - Bild
- 2,0 von 3,5 Punkte - Ton
- 0,5 von 3,0 Punkte - Bonusmaterial/Artwork(Layout)
- Zusammengesetzt von:
Siehe auch
Weblinks
- Offizielle Site zum Film
- Das Original Script zum Film
- Fight Club in der Internet Movie Database (IMDb)
- Fight Club in der Online-Filmdatenbank (OFDb)
- Alle deutschen DVDs von Fight Club bei dvdb.de
- Aktueller Preisvergleich aller deutschen DVDs von Fight Club bei dvdb.de
- Diese Seite wurde zuletzt am 22. August 2006 um 13:13 Uhr geändert.
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