Frau auf der Brücke, Die (Frankreich 1999) - Kritik von hasendeddy

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(Originaltitel: La Fille sur le pont)

Kritik von hasendeddy.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Es gibt sie also doch noch – diese magischen Momente, wenn man durch ein DVD-Geschäft geht und einen Blindkauf entdeckt von dem man noch nie etwas gehört oder gesehen hat. Das Cover schaut genial aus und billig ist er auch noch – also mitnehmen!

So ging es mir jedenfalls am Wochenende. Dann gleich nach Hause und etwas skeptisch die DVD „Die Frau auf der Brücke“ eingelegt – Schwarzweiß? Na ja da bin ich eigentlich kein großer Fan davon – außer „es passt“. Und wie es gepasst hat!

In der Ofdb hat der Film eine Bewertung von 7,33 – allerdings haben dort auch sehr wenige Leute abgestimmt. In der Imdb waren es schon mehr und es kam dabei eine Bewertung von 7,5/10 dabei heraus. Nicht schlecht für einen französischen Film.

Handlung

Adèle (Vanessa Paradis) ist Anfang zwanzig und steht mit Selbstmordgedanken auf einer Brücke. Sie denkt, dass sie nur Pech hat und die Männer die sie bislang kennen gelernt hat wollten sie auch nur ausnutzen.

Im letzten Moment bevor sie ins kalte Wasser springen will spricht sie der Messerwerfer Gabor (Daniel Auteuil) an, ob sie, wenn sie sich schon umbringen will, nicht den gefährlichen Job als seine Assistentin annehmen wolle.

Adèle geht auf das Angebot nicht weiter ein und springt von der Brücke – sicher in den kalten Tod. Doch Gabor springt hinterher und rettet sie. Im Krankenhaus kann Gabor die junge Frau davon überzeugen, für ihn zu Arbeiten – umbringen kann sie sich später ja auch noch.

Gabor hat sich offensichtlich in Adèle verliebt und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Kritik

Einfach toll, war Regisseur Patrice Leconte hier in schwarzweiß auf die Mattscheibe zaubert. Eine der schönsten aber zugleich auch ungewöhnlichsten Liebesgeschichten, die ich bislang gesehen habe – soviel schon mal vorweg.

Die kunstvoll arrangierten Bilder nehmen den Zuschauer auch sofort gefangen und sind in schwarzweiß optimal passend eingefangen. Ein Spiel mit Licht und Schatten mit einer dynamischen Kamera, die man einfach gesehen haben muss. Ein Lehrfilm für Filmhochschulen.

Als erstes fallen dem Zuschauer deshalb dann natürlich der ungewöhnliche Look und vor allem die außergewöhnliche Geschichte positiv auf. Diese Liebesgeschichte ist so erfrischend anders und nicht einmal so französisch, wie ich zuerst erwartet hatte. Es ist eine Handlung der leisen Töne, ein taktieren mit Gefühlen und den Reaktionen darauf, bei dem auch die Erotik und der feine Humor wahrlich nicht zu kurz kommen – aber eben ohne viel nacktes Fleisch.

Die beiden hervorragenden Darsteller sind die Idealbesetzung für diesen Film und können ihre Gefühle glaubhaft und sehr differenziert darstellen – das ist sehr wichtig bei diesem sensiblen Film. Von Vanessa Paradis hätte ich so eine Leistung vorher wirklich nicht erwartet. Daniel Auteuil konnte für die hervorragende Leistung sogar den César als bester Darsteller einfahren.

Die Sets des Films sind ebenso vielfältig wie der Soundtrack oder die Handlung. Die Reise geht von Frankreich nach Monaco, über Italien bis nach Griechenland und in die Türkei. Musikalisch bediente man sich der unterschiedlichsten Musikrichtungen – auch orientalische oder arabische Töne sind zu hören – alles passt aber wie die Faust aufs Auge zu den kunstvollen Bildern und vermittelt eine ganz besondere Atmosphäre.

Ich kann diesen Film mit Worten nicht genug würdigen – man muss dieses Kunstwerk einfach gesehen haben. Deshalb lege ich dieses kleine, fast unbekannte französische Meisterwerk wirklich jedem ans Herz, der sich für kunstvolles und ruhiges Kino begeistern kann. Auch Romantiker und Fans schöner Liebesgeschichten werden hier fündig. Einfach ein schöner Film ohne Effekthascherei und nicht einmal schmalzig.

Meine DVD

Die DVD von Concorde hält sich in allen Disziplinen sehr wacker. Das Bild ist zwar nicht frei von Fehlern, aber es ist scharf und der Kontrast ist recht gut gelungen, sodass keine Details in dunklen Bildteilen verloren gehen – Gerade dies ist ja bei schwarzweiß Filmen sehr wichtig. Ansonsten sind einige Filter (Weichzeichner etc.) zur Verwendung gekommen, die eine weitere Bewertung des Bildes sehr schwierig machen. Ich war damit zufrieden.

Beim Ton konnte ich auch keine nennenswerten Fehler ausmachen. Es tönt natürlich fast nur von vorn, das ist aber bei solchen Filmen auch nicht weiter verwunderlich.

Die verfügbaren Tonformate: Deutsch (DD 2.0 Stereo) Französisch DD 2.0 Stereo) Deutsch (DD 5.1) Französisch (DD 5.1)

Für die Extras hatte ich wieder mal keine Zeit – Deshalb wieder nur die Fakten:

  • Infos zu Cast&Crew
  • Slideshow
  • Deutscher und französischer. Kinotrailer
  • Interview mit Regisseur Patrice Leconte (OmU)
  • Programmtipps zu anderen Titeln von Concorde

Fazit

Einer der schönsten Liebesfilme, der mein Auge und die Seele in den letzten Jahren entzücken durfte. In kunstvollen s/w Bildern wird eine ungewöhnliche Geschichte erzählt, die einem noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Die Darsteller spielen ausgezeichnet und die Musik passt ebenfalls wirklich sehr gut für die besondere Atmosphäre dieses Meisterwerks.

Ich kann diesen Film jedem nur empfehlen. Punkt.

Anschauen! Unbedingt

9/10 Punkten

Weblinks

  • Diese Seite wurde zuletzt am 12. September 2006 um 09:58 Uhr geändert.
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