Halloween (USA 1978) - Kritik von fincher

Aus wiki.dvdb.de

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Film-Details

Titel: Halloween

Originaltitel: Halloween

Land/Jahr: USA/1978

Lauflänge: Kinofassung 90 Minuten, TV Extended Version 101 Minuten

Alterfreigabe: 16

Einleitung

1978 stellte ein Film mit dem eher kitschigen Titel "Halloween" neue und vorallem wegweisende Standarts in den Bereichen Horror und Thriller auf. Nicht mal ansatzweise hat man in Erwägung gezogen, dass mit Michael Myers, der Hauptfigur, eine große Ikone des Grusel-Genres geboren werde, die heute Kultstatus genießt. Gleichzeitig gehört Halloween zu den erfolg- und einflussreichsten Independent-Filmen aller Zeiten und bescherte nicht nur Regisseur John Carpenter einen einmaligen Erfolg, an den er sich wohl noch lange zurückerinnern wird.

Handlung

Im Alter von 6 Jahren ermordet der kleine Michael Myers kaltblütig seine Schwester mitten in der Halloween-Nacht. Daraufhin wird er in eine psychologische Anstalt verwiesen und schafft es dennoch nach 15 Jahren zu fliehen. Myers kehrt, von seinem Psychater verfolgt, in seine Heimatstadt Haddonfield zurück und lauert unerkannt in der nächsten Halloween-Nacht Jugendlichen auf, um sie zu töten. Besonders die unscheinbare Babysitterin Laurie hat eine große Aufmerksamkeit bei Michael Myers hervorgerufen und erlebt damit eine Nacht des Grauens, die jenseits aller Vorstellungskraft liegt...

Umsetzung

Das die Story einfach gestrickt, ja sogar Anleihen an typische B-Movies besitzt, daran besteht kein Zweifel, denn mit gerade mal 300.000$, die als Budget fungierten, ist die Überlegung sehr lang, was man inszeniert. Gerade in Sachen Material, Aufwand und Wahl der Schauspieler gibt es mit einem geringen Konto beträchtliche Einschränkungen. Ähnlich wie in Ridley Scotts Sci-Fi Klassiker "Alien" zelebriert geradezu der damals noch eher unbekannte Filmemacher John Carpenter eine recht langsam angelegte Erzählstruktur, die aber mit natürlich auftretenden Schauspielern und für frühere Verhältnisse faszinierenden Regieeinfällen punkten kann. Hingegen neuerer und manchmal auch stumpfsinnigerer Genre-Konkurrenten kann man Halloween verhältinismäßig gut mit dem Wort "Realismus" assoziieren, denn der Film poträtiert auf seltsame Art und Weise eine Geschichte, die sich auch problemlos in der Gegenwart abspielen könnte.

Wie schon angesprochen, gibt es zahlreiche stilistische und bedeutende Merkmale, die Carpenter´s Film, auch knapp 30 Jahre nach seiner Uraufführung auszeichnen und sehenswert machen.

Besonderes Lob hierzu gebührt der Anfangssequenz, deren Art der Kameraführung beeindruckt und die für einen Low-Budget Film erstaunlich furious und aufwändig gemacht ist. Gezeigt wird eine "ungeschnittene" Steady-Cam Fahrt in das Haus des noch kleinen Michael Myers, bis zum Mord an seiner Schwester, zudem er eine Clownsmaske aufsetzt und man so die Einstellungen nicht mehr in vollem Umfang sehen kann. Auch an anderen Stellen sieht man bestimmte Dinge (Personen, Häuser...), die gleichzeitig auch Michael Myers mit seinen seherischen Sinnesorganen in den Fokus rückt und demzufolge dem Zuschauer eine ungeahnte Spannung entgegenbringt.

Ein wichtiges atmosphärisches Mittel, gerade in „Halloween“, stellt der einfache, aber höchst wirksame Score dar, den John Carpenter wieder einmal selbst komponiert hat. Es handelt sich dabei um Stücke vom elektronischen Synthesizer, die im 5/4 Takt miteinander variieren. Ohne diese Musik wäre der Film nicht mal so annähernd so gut und düster; auch wenn er das ein oder andere Mal zu sehr im Vordergrund zu hören ist.

Die Hauptangelegenheit war für Carpenter, die blutige Rückkehr eines geisteskranken Killers in Bildern so zu erzählen, dass sie nicht mit viel Blut oder vordergründigen Efekten schockt. Es sind die leisen Geräusche, Schatten, das wiederkehrende Auftauchen Michael Myers, die „Halloween“ auszeichnen und ihn damit deutlich von anderen Filmen dieser Art abheben.

Die erste Drei-Viertel Stunde dient der puren Charaktereinführung, dass diese aber auch eine bedrohliche Aura ausstrahlt, ist unbestreitbar; selten war eine vorbildliche und gepflegte Kleinstadt gruseliger, als Haddonfield.

Die Dialoge der Protagonistinen sind übrigens von Produzentin Debra Hill geschrieben worden, will heißen eine Frau, die sich besser in "Mädchen-Köpfe" hineinversetzten kann, als vielleicht ein Mann (J. Carpenter). Im Großen und Ganzen annehmbar, aber auch etwas seicht und hölzern verlaufen die Gespräche. Trotzdessen ist „Halloween“ ja auch kein Dialog-Drama, sondern ein Slasher (die Mutter aller Teenie-Slasher?).

Eine Anekdote, die dem Film spätestens in der letzten halben Stunde gerecht wird, denn dort „dreht“ Myers so richtig auf und findet den lang ersehnten Gefallen am Töten, auch wenn der Cliffhanger am Schluss auf viele weitere Fortsetzungen schließen lässt, die in ihrer Qualität beachtlich abnehmen werden.

Die Darsteller

Als Schauspieler ist das keine all zu große Herausforderung, in einem Film wie „Halloween“ mitzuspielen, doch Jamie Lee Curtis und alle anderen holen das Nötigste aus ihren Rollen heraus und bieten gute schauspielerische Leistungen.

Fazit

„Halloween“ hat in vielerlei Hinsicht das Genre nachhaltig geprägt, beeinflusst und wartet mit faszinierenden Momenten auf, die ihn auch heute noch unterhaltsam machen. Carpenter hat schier Unglaubliches geleistet und mit Michael Myers einen unverkennbaren Psychopath kreiert.

Bewertung: 9/10

DVD-Details

Getestete Version: Halloween Perfect Collection (TV Extended Version)

Bildformat: 2,35:1 (anamorph/16:9)

Tonformate: Deutsch Dolby Digital 5.1, Englisch Dolby Digital 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo, Englisch Dolby Digital 2.0 Stereo

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer, TV-Spots, Radio-Spots, Filmographien, Produktionsnotizen, Behind the Scenes, Bildergalerie

Sonstiges: Die Extended Version enthält als größere Erweiterung lediglich nur einen längeren Dialog zwischen 2 Psychatern und Donald Pleasence, die sich über Michael Myers unterhalten.

Verpackung

Die Halloween Perfect Collection kommt in einer hochwertigen Tin-Box mit eingestanztem Michael Myers Relief und geprägtem Halloween Schriftzug daher, welche auf 6000 Exemplare limitiert ist. Desweiteren befinden sich noch der Originale Soundtrack von John Carpenter, die Kinofassung, eine Disc mit einer ausführlichen Dokumentation, eine Filmframecard mit der Limitierungsnummer, ein 8-seitiges Booklet und ein nettes Spielzeug in Form einer kleinen Kürbisleuchte ("Flasher") darin.

  • Diese Seite wurde zuletzt am 9. März 2008 um 20:36 Uhr geändert.
  • Diese Seite wurde bisher 277-mal abgerufen.