Im Feuer: Einheit 49 (USA 2004) - Kritik von Gorygrunt

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Kritik von: Gorygrunt

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Dieser Film hängt mir schon seit einigen Tagen in den Gedanken. Nun wagte ich es und lieh mir den Film in der Videothek aus. Da ich selber im Katastrophenschutz tätig bin, war ich sehr gespannt…

Story (2,5 von 3,0 Punkten)

Fire Fighter Jack Morrison ist mit Herz und Seele in seinem Job tätig. Als ein Feuer in einem Hochhaus ausbricht, kämpft er an vorderster Front mit seinen Kameraden gegen die Feuersbrunst. Der Brand lässt sich nicht aufhalten, dennoch gelingt es ihm die letzte Person zu retten. Leider wird er dadurch in dem 12 Stockwerk des Gebäudes eingeschlossen. Während er nun schwer verletzt auf die Rettung durch seine Kameraden der Einheit 49 wartet, blickt er zurück auf sein Leben mit der Familie und den Anfängen in seinem Beruf….


Als ich damals BACKDRAFT schaute war ich ein wenig entäuscht durch die übertriebene Art, da dies aber ein purer Actionfilm ist, konnte ich darüber hinwegsehen.

Dieser Film geht in eine völlig andere Richtung! Die Geschichte dreht sich hier in erster Linie um Kameradschaft und dem Privatleben in diesem gefährlichen Beruf.

Sehr einfühlsam und direkt erzählt, wird dem Zuschauer eine wunderschöne Story über einen Feuerwehrmann geboten. Es laufen zwei Plots parallel, die laufende Rettung des eingeschlossenen Fire Fighters und die Rückblicke auf sein Leben. Es wird aber nie unübersichtlich, durch einen sehr ruhigen und angenehmen Verlauf der Entwicklungen in diesem Film. Es werden verschiedene Momente behandelt, wie der erste Tag in der Wache und der erste Einsatz direkt an der Front. Aber auch einige Actionreiche Sequenzen sind mit von der Partie. Es wird sehr schnell deutlich, das diese Arbeit auch das Familienleben beeinflusst und das wird in hervoragenden Szenen miteingebunden. Kurzweiligkeit wurde bei diesem Drehbuch sehr Groß geschrieben.

Das Drehbuch wurde von Lewis Colick verfasst, der schon JUDGEMENT NIGHT – ZUM TÖTEN VERURTEILT und FATALE BEGIERDE vorerst in Worte niederschrieb. Lewis Colick beweist hier sein zartes Händchen für eine Story die sich an einer Gradwanderung zwischen Tapferkeit und Angst entlanghangelt. Gelungen da nicht versucht wurde einen übertriebenen Tiefgang in den Film zu bringen, sondern ein etwas leichter Anspruch an den Zuschauer, die Gefühle der Darsteller zu verstehen.

Produktion (3,0 von 3,5 Punkten)

Jay Russell (u.a. MEIN HUND SKIP), der in diesem Film das Zepter des Regiesseurs in der Hand hielt, setzte hier die Vorlage des Drehbuchautors in einen angenehmen Film um. Die spannenden und ruhigen Momente wurden ausgeglichen in Szene gesetzt, sodass sie nie künstlich oder übertrieben wirken. So stellte es sich wahrscheinlich auch der Autor des Scripts vor.

Aber was wäre ein Regiesseur ohne sein Team?

Bewundernswert, die Verbesserung des Kameramanns James L. Carter, den ich von dem dritten Teil von TEXAS CHAINSAW MASSACRE kannte. Ebenfalls an dem Film MEIN HUND SKIP beteiligt und hat auch für die TV Serie AMERICAN CAMPUS – REIF FÜR DIE UNI? das Hauptwerkzeug bedient. Diesesmal wurden die Fotografien der Geschichte entsprechend angepasst mit bewährten konventionellen Einstellungen. Anders hätte es den Film auch zerstört, wobei er fast vollkommen auf wilde Kameraschwenks verzichtete. Bis auf ein paar Szenen wo es richtig zur Sache geht, da es den Stress in den Einsätzen der Feuerwehrmänner verdeutlichen sollte. Gefahren von unkontrollierbarem Feuer in Bilder einzufangen, ist schon ein ganzes Stück Arbeit. Äusserst gut gelungen. Zusätzlich setzte er gleich mehrere Filter, davon bin ich eigentlich kein Freund, aber zu den wechselnden Momenten in dem Film auch der entsprechende Filter. In den Actionparts ein sehr braun-orange tönender oder ein sehr klarer Filter in den sonst ruhigeren Szenen. Dadurch verstärkt er den Stimmungswechsel der Plots ohne dabei störend zu wirken.

Zusätzlich wurde auch ein erfahrener Cutter hinzugezogen – Bud Smith. Sein gelassener Stil war schon in POLTERGEIST II, KARATE KID und THE EXORCIST zu sehen. Ausserdem war er auch noch Kameramann in WATERWORLD und DARKMAN. Also der Mann weiss anscheinend, was er tut und wo er das Messer ansetzen muss. Mit seinem Partner in diesem Film M.Scott Smith (THE CROW, VIRUS) mit dem er schon in POLTERGEIST II zusammenarbeitete, erwischt er den korrekten Moment des Szenenwechsels. An seiner Videographie erkennt man, dass dieser Mann schon lange im Geschäft ist.

Nun noch ein oder zwei Worte zu den Visuellen Effekten, da Feuer ein sehr schwer zu erfassendes Utensil und auch eine gewisse Rolle in dem Streifen spielt. Die leider letzte Arbeit von Peter Donen, der am 31. Dezember 2003 an einem Herzinfarkt verstarb, und deshalb die Veröffentlichung des Films mitverzögerte. Ebenfalls ein „alter Hase“ in Hollywood, da er schon für Filme wie U-571, DIE BOURNE IDENTITÄT, THE ITALIEN JOB und THE GIFT ein paar nette Effekte zauberte. Aber das ist nicht alles, hauptsächlich war er mir bekannt aus SPACEBALLS, CHUCKY – DIE MÖRDERPUPPE und zu guter letzt aus SUPERMAN III aus dem Jahre 1983. Nach dem Tod von Peter übernahm Mark Freund den Posten als [[Visuell Effects Supervisor]] und rundete das vorhandene Output seines Vorgängers ab. Ich hatte nie das Gefühl das die Effekte irgendwie indiskret wirken und fügen sich angenehm ins Bild mit ein. Mark Freund ist in dem Job auch kein Anfänger: xXx, MYSTIC RIVER, MATRIX RELOADED, DIE MUMIE, ELEKTRA, VAN HELSING und natürlich auch an einem Superman Film beteiligt SUPERMAN I (1978).

Die Musik wurde diesmal von zwei Leuten geprägt. Den Score schrieb [[William Ross]], der dem Film in irische Klänge tauchte. Da die amerikanische Feuerwehr durch den Einfluss der Iren im 19.Jahrhundert geprägt wurde und heute noch prägt, ist dies ein sehr eingebetteter Score. Er vertonte auch HARRY POTTER UND DIE KAMMER DES SCHRECKENS und TINCUP. Ich fand auch heraus, dass er für den THEME von MACGYVER veranwortlich war. Tztztz…die Welt ist klein!

Auch Komponist und Gitarrist Robbie Robertson (STARSKY & HUTCH, AN JEDEM VERDAMMTEN SONNTAG, PATCh ADAMS, EASY RIDER und DIE GEISTER, DIE ICH RIEF..) steuerte einen Song bei. Das Musikvideo zu „Shine your Light“ ist auch im Bonusmaterial enthalten.

Darsteller (3,0 von 3,5 Punkten)

Allen voran Joaquin Phoenix, der mit seiner angenehmen Art seiner Rolle einen ungemein gefühlvollen Touch verleiht. Er war ja schon für seine Rolle als Commodus in GLADIATOR als bester Nebendarsteller nominiert und konnte in diversen Filmen sein Talent beweisen. Wenngleich seine Rollen immer wie auf ihn zugeschitten wirken, denke ich, dass er der Rolle doch das entscheidende Etwas gibt. In diesem Film wird man von ihm hin und hergerissen von dem Familienleben in das risikoreiche Berufsleben. Seine Darstellung des schüchternen und ruhigen Helden, der nur seine Arbeit verrichten will und sonst nichts, ist wiedereinmal sehr schön anzusehen. In THE VILLAGE und SIGNS beweist er das er nicht nur eine Seite hat.

Wiedereinmal ziegt sich John Travolta in einer guten Darbietung. So richtig als überzeugender Schauspieler wurde er erst nach seinem Coming Back in PULP FICTION wahrgenommen. Es scheint das er sich in der Zeit zwischen KUCK MAL WER DA SPRICHT und Pulp Fiction mal Gedanken über seine Mimik und Rethorik gemacht hat. Denn erst seit dem gehört er für mich persönlich, zu den ausdrucksstärksten Actorn in Hollywood. Ob als Bösewicht (FACE/OFF, BROKEN ARROWS) oder als Sympathieträger (PHENOMENON) ist er überzeugend und wirkungsvoll. Auch hier vollbringt er wie gewohnt eine solide Arbeit.

U.a. auch passend besetzt Jacinda Barrett (Frau vom Protagonisten) die ich nur aus der Serie 24 kenne oder Filme wie DER MENSCHLICHE MAKEL und DÜSTERE LEGENDEN II. Dann noch der miminlose Robert Patrick, den wir alle aus TERMINATOR 2 als T1000 kennen.

Bild (3,0 von 3,5 Punkten)

Das Bild im 16:9 Format anamorph kodiert, kommt sehr kontrastreich daher. Mit einer sehr schönen Farbsättigung, ohne dabei die Kantenschärfe und Konturen zu verwischen (Screenshot 1). Auch die Schwarzwerte lönnen sich sehen lassen (siehe Screenshot Nr.4), trotz der wirklich guten Wiedergabe des Schwarztons, erkennt man selbst in sehr dunklen Szenen jedes Detail, man schaue auf Screenshot Nr. 2 auf den Helm von Travolta. Wieder ein Film der es auf der Leinwand bringt!

Ton (3,0 von 3,5 Punkten)

So nun kommen wir zum Klangerlebnis und das hat es in sich. Sehr diskrete und direkte Auflösung über alle Lautsprecher ohne hörbare Störung oder Abrisse im Klangfeld. Auch der Subwoofer meldet sich ab und zu. Dieser rundet den schön angenehmen Klang im unteren Bereich ab. Die Stimmen über den Center wurden extrem gut in den Score oder die Effekte eingebettet. Sodass man obwohl gerade Sound-Terror über alle Lautsprecher läuft, die Dialoge trotzdem hörbar und klar wiedergegeben werden. Kein Reisser, aber ein Abend wert!

Bonusmaterial/Artwork/Layout (1,5 von 3,0 PUNKTEN)

Das Cover ist leider für mich persönlich nicht aussagekräftig genug, auch wenn die gewählten Farben der Stimmung des Films angemessen sind. Leider sieht das Cover irgendwie nach Actionstreifen aus, das er aber nicht ist. Das animierte Menu ist zudem nichts neues, da nur eine Szenen-Sequenz immer und immer wiederholt wird. Das Bonusmaterial mit ca. einer Stunde Laufzeit bestehend aus: Making Of, Ausbildung der Schauspieler durch die Feuerwehr-Akademie, 5 entfallene Szenen, einem Musikvideo und drei Trailern, ist ausreichend. Besonders gut sind die Audiokommentare von Regiesseur Jay Russell und dem Cutter Bud Smith, die einige wirklich interessante Informationen preisgeben.

Fazit

Ein action-angehauchtes Drama um Kameradschaft, mit einer sehr gelungenen Linie in der Erzählung und einige (wenige) guten Action-Sequenzen im Einsatz. Leicht zu erfassender und nachvollziehbarer Film den ich wirklich jedem ans Herz legen kann. Doch Hardcore-Action-Freaks sollten den Film meiden, oder mit weniger Erwartungen an den Film rangehen!

Übersicht Punkteverteilung

  • Film 8,5 von 10
    • Die Punkte setzen sich wie folgt zusammen:
      • 2,5 von 3,0 Punkten - Story/Drehbuch
      • 3,0 von 3,5 Punkten - Produktion (d.h. Cut, Kamera, Ausstattung, Regie u.s.w.)
      • 3,0 von 3,5 Punkten - Darsteller/Nebenrollen
  • DVD 7,5 von 10 Punkten
    • Zusammengesetzt von:
      • 3,0 von 3,5 Punkten - Bild
      • 3,0 von 3,5 Punkten - Ton
      • 1,5 von 3,0 Punkten - Bonusmaterial/Artwork/Layout

Siehe auch

Weblinks

  • Diese Seite wurde zuletzt am 22. August 2006 um 13:28 Uhr geändert.
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