Im Körper des Feindes - Special Edition (USA 1997) - Kritik von Gorygrunt
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Kritik von Gorygrunt.
Inhaltsverzeichnis |
Hintergrund
Nachdem mir die Ideen ausgingen, erhielt ich eine PN von Glotzkopp von diversen Filmen, wobei mir dieser Film besonders aus der Liste ins Auge fiel. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle und los geht’s….
Story (2,5 von 3,0 Punkten)
FBI Special Agent Sean Archer (John Travolta) muss den Tod seines eigenen Sohnes hautnah miterleben. Die Kugel die für ihn bestimmt war, traf nur seine Brust. Aber die Kugel tötete seinen Sohn und der starb in seinen Armen. Nun verfolgt er unerbittlich den Killer namens Castor Troy (Nicolas Cage), denn er will Rache. Sechs Jahre sind seit dem Tod seines Sohnes vergangen und er entwickelt sich zu einem unausstehlichen Ehemann und Einheitsführer seiner FBI-Abteilung. Als er schliesslich Castor Troy mit seinem Bruder zusammen auf einem Flughafen kurz vorm Abflug überrascht und er beim Zugriff Castor Troy töten und dessen Bruder verhaften kann. Er kehrt in sein Familienleben zurück. Die anstrengenden Jahre seines Rachefeldzuges nagten an der ganzen Familie, deshalb versucht er alles wieder gutzumachen. Doch so richtig glücklich kann er nicht sein…….Sean Archer ahnt noch nicht, dass ein Terroranschlag von Castor geplant war – eine Bombe. Als die Daten von seiner FBI-Abteilung auf einem Computer gefunden werden, man aber nicht feststellen kann wo sich die Bombe befindet, werden alle ehemaligen Freunde von Castor Troy verhört. Ohne Erfolg. Plötzlich erscheint ein Arzt, der Sean mit einer wahnsinnigen Idee lockt. Dieser Arzt hat eine Methode entwickelt, das Gesicht einer anderen Person auf sein Gesicht zu transplantieren und wieder zurück. Castor Troy wurde extra zu diesem Zweck künstlich am Leben erhalten. Nun soll Sean dessen Gesicht bekommen, weil Castor’s Bruder im Gefängnis nur so mit ihm über diese Bombe reden würde. Sean Archer willigt ein, aber nur wenige wissen von dieser Mission, nicht mal seine Familie weiß etwas. Die Mission ist im vollem Gange, als plötzlich Castor Troy aus dem künstlichen Koma aufwacht und sich das Gesicht von Sean verpassen lässt. Alle Personen die von der Aktion wussten sind jetzt Tod, somit kann niemand die richtige Identität von Sean Archer beweisen. Die Erzfeinde tauschen Rollen und ein tödlicher Kampf entfacht. Jeder steckt im Körper des anderen….
Was sagt man dazu, eine recht simple Story wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt. Ein Kampf zwischen Gut und Böse, wie in jedem Film. Doch werden hier die Äusserlichkeiten der Fronten miteinbezogen und sorgen für einen eindrucksvollen Zweikampf, der auch das Umfeld der beiden Charaktere stark mitbeeinflusst. Verzichtet wurde auf eine langatmige Einleitung, sodass der Film sich ziemlich schnell vorantreibt.
Das wirklich lobenswerte an dieser Geschichte ist der Verlauf, der geradlinieg abgehandelt wird ohne dabei lächerlich zu wirken. Auch wenn das nicht gerade eine mögliche Realität ist, wurde in diesem Film keine übertriebene Darstellung der verschiedenen Rollen und deren Beziehung zueinander verwendet.
Das Zusammentreffen der beiden Protagonisten ist mit hervorragenden Dialogen in Szene gesetzt und lässt auch schon alleine deswegen die eigene Vorstellungskraft im Kreise drehen. Und das ist eigentlich der Schwerpunkt dieses Films IMHO, die Darstellung der Charaktere, dazu aber mehr unter dem Punkt DARSTELLER.
Die Story bleibt durchgehend spannend und erhöht diese durch seine rasante und geniale Verstrickung der Ereignisse. Gespickt mit reichlich Witz und actiongeladenen Szenen entführen uns die Autoren Michael Colleary und Mike Werb in einen bizarren Actionthriller.
Das einzige was störte war das etwas misslungene Ende, dass solltet ihr aber selbst sehen, war aber auch der einzige Negative Punkt.
Das Drehbuchautoren-Team Michael Colleary und Mike Werb arbeiten fast ausschliesslich zusammen und brachten schon TOMB RAIDER und DARKMAN III auf Papier. Für den Film DIE MASKE mit Jim Carrey erarbeiteten sie das kinotaugliche Screenplay. In „Kürze“ wird auch die Computerspielverfilmung TEKKEN (angeblich 2006), dessen Screenplay ebenfalls von den beiden stammt, zu sehen sein.
Allerdings ist dieser Film die beste Arbeit im Vergleich zu allen anderen Produktion an denen sie beteiligt waren.
Produktion (3,0 von 3,5 Punkten)
Regisseur John Woo ist ja bekannt für seine Action-Blockbuster. Auch hier hat er sein Team voll unter Kontrolle und kann seine Vorstellung der Story gekonnt auf Zelluloid bannen. Natürlich dürfen auch die typischen Markenzeichen nicht fehlen. Z.b. ein beliebtes Accessoir von John Woo sind die Tauben die kurz vor einer Actionsequenz den Weg des Protagonisten streifen, das Ganze dann in Zeitlupe. Oder die nevenzerreissende Darstellung zweier Charaktere, die sich gegenseitig die Waffe vor die Brust halten (wird auch sehr gerne von Brian dePalma und Qentin Tarantino verwendet).
John Woo’s bisherige Produktionen, wie WINDTALKERS, BROKEN ARROW, PAYCHECK, HARTE ZIELE oder auch MI:2, sind deutlich mit seiner Handschrift versehen. Wie fast jeder Regisseur, holt auch er selten neue Leute in sein Produktionsteam, denn wenn sich Gutes bewährt…..
Prägnant für John Woo Filme sind in erster Linie, die gelungenen Actionsequenzen bei denn völlig auf Musikvideoschnitte verzichtet wird. Cutterteam Steven Kemper (MI:2, WINDTALKERS, DAS RELIKT und END OF DAYS) und Christian Wagner (aktuell DIE INSEL, MAN ON FIRE, THE FAN und TRUE ROMANCE) können die Szenen in ruhiger Weise zusammenfügen. Dabei entsteht nicht die moderne Hektik wie bei neueren Hollywood-Ouputs, sondern ein ordentlicher konventioneller Wechsel.
Auch ein typisches Erkennungsmerkmal John Woo’s, die Zeitlupenaufnahmen und die kurzen, aber sehr effektiven Kamerafahrten. Dieses Mal durfte Oliver Wood die Linse auf das Bühnenbild richten und überzeugt mit seiner Arbeit. Ein sehr schöner klarer Kamerafilter und eine besonders angenehm ruhige Führung, bewirken rein visuell ein beklemmendes Gefühl in der Magengegend, wenn man sich den Rollentausch am eigenen Leib vorstellt.
Wie schon bei U-571, MR.HOLLAND’s OPUS und STIRB LANGSAM 2 beweist Oliver Wood, dass man mit sehr konventionellen Mitteln der Kameratechnik schon immer noch am besten fährt. Doch kleine moderne Einflüsse sind nicht zu verleugnen, nur die richtige Mischung zu finden, das ist die große Kunst. Die genialen Veränderungen des Aufnahmewinkels in ein und derselben Szene deuten zwar nicht auf einen einzigartigen Stil hin, sind aber immer zum richtigen Moment eingesetzt wurden. Das beste Beispiel für die Vielfältigkeit des Kameramanns Oliver Wood sind die Filme DIE BOURNE IDENTITÄT und DIE BOURNE VERSCHWÖRUNG. Dort verwendet er die vollendeten Stilmittel, die ansatzweise in Face/off zu sehen sind. Allein deswegen schon ein MUSS.
Ein bischen entäuscht war ich von Komponist Jon Powell, der schon für SHREK 1+2, DIE BOURNE VERSCHWÖRUNG und ICH BIN SAM die Instrumente schwingte. Leider finde ich manche Passagen seiner Hintergrundmusik etwas unpassend, im Vergleich zu seinen bisherigen Arbeiten nicht besonders fruchtbar. Dennoch halte ich ihn für einen der ganz großen in Hollywood und kann nochmal zwei Augen zudrücken. Demnächst hört man wieder was von ihm in BE COOL.
Darsteller (3,5 von 3,5 Punkten)
John Travolta spielt hier den FBI Agenten (also den echten oder guten) Sean Archer und Castor Troy im Körper von Sean Archer. Nicholas Cage hingegen bietet uns ein Schauspiel des Castor Troy und des Sean Archers in Castors Körper. Verwirrend, oder??? Nun muss man sich diese Situation mal aus der Sicht der Darsteller anschauen, keine leichte Schauspielerei. Denn man mimt gleich zwei verschiedene Charaktere und die Darstellung dieser muss sich mit der Vorstellung des Schauspielpartners ähneln oder besser gleichen. Das wurde von den beiden hervorragend erreicht, deutliche Parallelen die unter die Haut gehen. Die Besetzung der beiden Hauptcharaktere konnte besser nicht besetzt werden.
Auf der einen Seite haben wir John Travolta, der seit seinem Comeback mit PULP FICTION zu DEN Darstellern Hollywoods gehört. Er ist einer der wenigen Schauspieler, die alleine durch die Anwesenheit in der Szene und den Ausdruck in ihrem Gesicht mehr sagen können als Worte. Der Mann kann einfach alles überzeugend rüberbringen, einen Scherzkeks, einen irren Killer oder einen ganz normalen Familienvater. Unter anderem ist er auch in SCHNAPPT SHORTY, PHENOMENON und BROKEN ARROW zu sehen gewesen. Wobei man zugeben muss, dass sich die Charaktere bei BROKEN ARROW und FACE/OFF unübersehbar gleichen. Man darf also auch auf BE COOL gespannt sein.
Nun als passendes Gegenstück – Nicholas Cage. Wer hätte ahnen können, dass die beiden Akteure so gut miteinander harmonieren, auch wenn sie nicht in derselben Szene zu sehen sind. Seit ADAPTION (Danke nochmal an Kopfkino für die Empfehlung dieses Films) und FAMILY MAN ist auch er weiter oben in meiner Darstellerliste gestiegen. In Face/off ist er noch ein wenig kalt, kann aber dennoch mit seinem Kollegen mithalten. Den Terroristen und Killer Castor Troy konnte man ihm zunächst etwas schwer abnehmen, aber dafür wurde wahrscheinlich bei der Besetzung schon darauf geachtet, dass er zum größten Teil den Charakter des Sean Archers in Castors Körper mimt. Weitere sehenswerte Filme: THE ROCK, CON AIR und TRICKS.
Neben den beiden gelungenen Performances der Hauptdarsteller ist noch Joan Allen zu sehen. Sie spielt die Frau von Sean Archer und war mir bekannt aus der Mini TV Serie DIE NEBEL VON AVALON, DIE BOURNE VERSCHWÖRUNG und PLEASENTVILLE. Auch sie leistet eine routinierte Darbietung, wobei mir ein quentchen mehr an der ganzen Vorstellung des Mistrauens gefehlt hat. Aber der Schmerz über den Verlust des Sohnes und die Verzweiflung wegen der Situation, die momentan in der Familie herrschen, sind äusserst gut dargstellt.
Castor Troy’ Bruder wurde von Alessandro Nivola gespielt. Erwähnenswert aus dem Grund, da er einen fiesen aber etwas unbeholfenen kleinen Bruder eines Irren spielt, der sich sogar die Schuhe zubinden lassen muss. Angenehm besetzt! Er war mir allerdings nur bekannt aus JURASSIC PARK III und ANATOMIE EINER ENTFÜHRUNG. Ist aber im ersten Moment nicht wieder zuerkennen.
Die Tochter von Sean Archer, besetzt mit der jungen Darstellerin Dominique Swain. Sie war leider ein wenig unterfordert und konnte mehr in DEAD IN THE WATER (sehr schlechter Film, nur sie konnte überzeugen) und LOLITA (1997) zeigen.
Bild (3,0 von 3,5 Punkten)
Mir liegt hier die SPECIAL EDITION vor und im Gegensatz zur Erstauflage (Flipper), wurde wirklich an dem Bild gearbeitet. Die Gesamtgröße der Bilddatei auf der Scheibe wurde nicht aufgegpumpt, sondern durch eine geringere Kompremierung erhöht. Dadurch stieg die Datenrate von ca. 6,6 Mbps auf gute 7,2 Mbps. Zwar konnte ich gelegentlich einige Drop-Outs (kleine weiße Bildpunkte) aber die wurden bei der neuen Auflage als SE deutlich reduziert. Das Bild kommt im anamorphen 2,35:1 Widescreenformat auf den Schirm und glänzt in einem wesentlich besseren Licht als auf der Flipper. Hinzukommt das die Bildschärfe dieses Mal in der oberen Liga mitspielt, was mich bei der Ertsauflage wirklich störte. Die Detailwiedergabe und die guten Kontraste sind hervorragend und sollte jeden Projektor-User überzeugen. Die Konturen verschwimmen fast garnicht und die Farbgebung ist zwar sehr bleich, aber dies wird von Kamermann Oliver Woods gern als Stilmittel verwendet. Der Schwarzwert ist lobenswert und lässt keinen Grund zur Kritik zu.
Endlich mal wieder eine SE bei der man auf die qualitative Verbesserung des Bildes wert gelegt hat. Ist deshalb von meiner Seite aus besonders empfehlenswert!
Ton (3,0 von 3,5 Punkten)
Endlich hat man die lächerliche Dolby Digital 2.0 Spur in deutsch runtergeworfen und eine anständige 5.1 Spur draufgenagelt! Einer der wenigen Scheiben, wo die Deutsche Abmischung wesentlich besser ist im Gegensatz zur O-Tonspur. Wobei ich jedem empfehlen würde trotzdem den Film mit der Originalstimme von John Travolta zu schauen (yyyyyyyyooooooooouuuuuuuu really good lookin’!). Einfach geil!
Zurück zum Thema. Die Musik kommt sehr solide über alle Kanäle des vorderen Bereichs, wurde aber mit ein paar Percussion und Violinklängen aus dem Rearbereich gewürzt. Der Subwoofer brummt zwar nur ein wenig hin und wieder bei der Musikwiedergabe, dafür meldet er sich zur Stelle wenn es um die Actionsequenzen geht und haut uns die Bässe um Ohren.
Die Schusswechsel sind ohne krasse Kanalwechsel (schönes Wortspiel) und schön gleichmässig gemixt worden. Auch die Rears weisen einen schönes difuses Klangbild auf, da wir in dem Film nun keine großartigen Effekte aus dem hinteren Bereich erwarten dürfen, ist es genau an den Passagen dennoch perfekt aufgezeichnet. Die Höhen sind sehr schön differenziert und ausgeglichen auf die Lautsprecher abgestimmt worden.
Empfehlung von mir das ganz einmal auf einer 6.1 Anlage anhören, obwohl der RearCenter Kanal nur matriziert wird, ist er trotzdem schön mit involviert.
Soundtechnisch wurde auch bei der SE in die volle Tasche gegriffen. Es geht also doch!
Bonusmaterial/Artwork/Layout (1,5 von 3,0 Punkten)
Was den Heimkino-Freaks zugute kommt, bleibt für den Fan des Bonusmaterials auf der Strecke. Das Bonusmaterial fällt also sehr schwach aus und beschränkt sich lediglich auf die Biographien der Schauspieler, diverse Kinotrailer und einem kurzen Zusammenschnitt einiger Actionsequenzen des Films das nennt sich „Action Overload“ und hat eine Länge von einer knappen Minute.
Das Menü ist einfach gestrickt, aber nichts Besonderes! Passender wurde das Cover gestaltet, wo einfach die halben Gesichter der beiden Hauptdarsteller nebeneinander gezeigt werden. Sehr einfach aber doppelt so effektiv!
Fazit
Ein actiongeladener Film mit einer Topbesetzung, die eine überzeugende Darstellung auf der Leinwand präsentieren. Die einfache aber geniale Story bleibt konstant spannend und stellt somit einer der besten Filme John Woo’s dar. Darüber hinaus wurde diese Special Edition DVD wirklich mal Special verbessert!
Übersicht Punkteverteilung
- Film 9,0 von 10
- Die Punkte setzen sich wie folgt zusammen:
- 2,5 von 3,0 Punkten - Story/Drehbuch
- 3,0 von 3,5 Punkten - Produktion (d.h. Cut, Kamera, Ausstattung, Regie u.s.w.)
- 3,5 von 3,5 Punkten - Darsteller/Nebenrollen (Danke @ 12die4 )
- Die Punkte setzen sich wie folgt zusammen:
- DVD 7,5 von 10 Punkten
- Zusammengesetzt von:
- 3,0 von 3,5 Punkten - Bild
- 3,0 von 3,5 Punkten - Ton
- 1,5 von 3,0 Punkten - Bonusmaterial/Artwork/Layout
- Zusammengesetzt von:
Siehe auch
Weblinks
- Im Körper des Feindes in der Internet Movie Database (IMDb)
- Im Körper des Feindes in der Online-Filmdatenbank (OFDb)
- Alle deutschen DVDs von Im Körper des Feindes bei dvdb.de
- Aktueller Preisvergleich aller deutschen DVDs von Im Körper des Feindes bei dvdb.de
- Diese Seite wurde zuletzt am 22. August 2006 um 13:33 Uhr geändert.
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