John Carpenter's Vampire (USA 1998) - Kritik von Gorygrunt
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Kritik von: Gorygrunt
Inhaltsverzeichnis |
Hintergrund
Der Meister des fantastischen Films wollte schon lange mal einen Vampir-Film drehen. Nun hat sich sein Wunsch erfüllt und präsentiert uns sein Ergebnis….
Story (2,0 von 3,5 Punkten)
Der Vatikan schickt Vampirjägertruppen zur Jagd. Eine Gruppe unter der Leitung von Jack Crow (James Woods) ist gerade im Süden der USA unterwegs und räuchert ein Vampirnest nach dem anderen aus. Ein ruchloser Haufen, der sich auf diese Art der Vernichtung des Bösen spezialisiert hat. Plötzlich kommt es nach verrichteter Arbeit auf einer Partie zu einem Zwischenfall und alle werden getötet. Nur drei überleben dieses Massaker, Jack Crow, sein Feund Montoya (Daniel Baldwin) und einer gebissenen Prostituierten (Sheryl Lee). Die Frau sollte allerdings nach dem Kodex und den Regeln der Vampirjäger getötet werden, doch langsam entwickelt sie telepathische Fähigkeiten zu ihrem Meister. Als er herausfindet das es der allererste Vampir Valek (Thomas Ian Griffith) war, der gerade auf der Suche nach einem Artefakt ist, um seine größte Schwäche das Sonnenlicht zu überwinden, macht sich Jack Crow auf die Jagd. Ein Wettrennen mit dem mächtigsten Vampir aller Zeiten beginnt….
Was für eine Story! Die bietet wirklich alles. Action wird geboten, trotzdem kommt der
etwas andere Vampirmythos nicht zu kurz. Ich würde behaupten, das dies eine gute
Mischung aus Vampirfilm und Road bzw. Modernem Western ist. Dass dies natürlich kein
Horrorstreifen ist, finde ich persönlich nicht so schlimm. Denn seit den letzten Jahren
haben ja die Vampiraction-Streifen einen regelrechten Boom erlebt und dieser Film bietet
nochmal etwas was fehlte.
Wunderbar erzählt wird hier die Geschichte der katholischen Kirche, die Schuld an der Entstehung der Vampire sein soll. Aha, habe ich dich schonmal gehört? *g* Sie versucht nun das Unheil selber in den Griff zu bekommen und veranstaltet eine sehr großflächig angelegte Vampirhatz.
Eine sehr flüssig dargestellte Geschichte, die nicht nur Vampirfans überzeugen dürfte. Mit ein wenig Witz und ein paar Goreelementen ist ein ausserordentlich guter Film gelungen. Langeweile kommt nicht auf, auch wenn die Story ein paar tiefs hat. Nun ja, schliesslich wurde eine Vorlage verfilmt die nicht gerade fürs Kino gedacht war. Nach FLUCHT AUS L.A. konnte sich John Carpenter aber auch nur verbessern.
Das sehr störende an dem Film ist das Ende der Geschichte. Der Showdown ist mir ehrlich gesagt ein wenig zu holperig gewesen. Der Zuschauer hat das Gefühl, das entweder nicht mehr genug Geld da gewesen ist oder der Autor keine Lust mehr zu schreiben gehabt hat. Nun gut, das gibt leider Punktabzug.
Autor John Steakley veröffentlichte das Buch 1992 und nur 6 Jahre danach verfilmt es einer der größten Regiesseure aller Zeiten – [[John Carpenter]]. Für das Kino wurde das Buch von Don Jakoby (auch Mitproduzent) adaptiert und hervoragend für die Leinwand zugeschnitten (was halt möglich war!). Er schrieb ebenfalls das Screenplay für EVOLUTION und ARACHNOPHOBIA.
Produktion (3,5 von 3,5 Punkten)
Eigentlich dürfte John Carpenter jedem bekannt sein, aber viele achten nicht auf seine stilistischen Mittel die zu seinem Markenzeichen geworden sind. Sein Rezept ist fast immer gleich: Man nehme eine durchgeknallte Story, versucht sie noch durchgeknallter auf Zelluloid zu bannen und zeige dies durchgeknallten Leuten. Zugegeben seine letzten Filme sind wirklich sehr, sehr leichte Kost, aber hey….das ist genau das was ich haben will. Aufs Sofa legen, Hirn ausschalten und losgehts. Seine Filme in jüngster Zeit sind halt nicht jedermanns Geschmack, aber bringen unheimliche Abwechslung in die Kinos. Das ist es was ich an ihm so liebe, er bleibt sich selbst treu.
John Carpenter, der Erfinder der Slasher-Filme, hat ebenfalls für die Musik im Film (wie bei jedem seiner Streifen) gesorgt. Er komponiert sehr einfache, aber dafür eingängige Melodien, die dem Film wie eine zweite Haut passt. Das bekannteste Beispiel wäre der HALLOWEEN-Theme oder auch der geniale metallastige Score zu GHOSTS OF MARS, der von ein paar bekannten Hardrocker wie Anthrax performt wurde. In diesem Film hat er eine sehr geniale Mischung aus Country und Folk geschrieben.
Jetzt kommen wir zu SEINEM Kameramann Gary K. Gibbe. Er fungierte in der Positionen als Director of Photography schon bei folgenden Carpenter Filmen: GHOSTS Of MARS, BODY BAGS, FÜRSTEN DER DUNKELHEIT, DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS, FLUCHT AUS L.A. und DAS DORF DER VERDAMMTEN.
Irgendwie kamen mir die verschiedenen Kamereinstellungen auch bekannt vor. Wenn man sich mal die Mächte des Wahnsinns anschaut, fällt der Vergleich sofort auf. U.a. hat er als einfacher Kameramann auch bei THE CROW II, ALIEN 3 (Sorry, schon wieder Fincher!) und BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA. Er verwendet sehr gerne Kameraeinstellungen, die an die 80er Jahre erinnern, wie z.b. Linse in Bodennähe u.s.w. Dadurch bekommt der Film einen besonderen Touch und unterstreicht nochmal die Handschrift von Carpenter. Ein sehr schöner Filter mit warmen Rottönen, der sehr gerne für Roadmovies verwendet wird, kommt hier zum tragen. Einfach prächtig, da die Kamera sehr ruhig geführt wird. Sehr schön sind auch die toll eingefangenen Landschaftsaufnahmen, die eine gewisse Ruhe vor dem Sturm vermitteln.
Auch fast immer derselbe Mann im Boot, Cutter Edward A. Warschilka. Der sich wohl auch verbessern wollte. Er arbeitete zusammen mit Carpenter und Gary Gibbe schon an DAS DORF DER VERDAMMTEN und FLUCHT AUS L.A. Ein grosses Lob, da ich seine Arbeit bei RUNNING MAN und BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA wirklich grausig fand, da hat er sich im Gegensatz dazu wirklich verbessert. Die Schnitte wirken nicht mehr zu aprupt.
Darsteller (2,0 von 3,5 Punkten)
James Woods ist nicht gerade einer meiner Lieblingsschauspieler. Auch hier kann er die Rolle des Antihelden Jack Crow nicht richtig rüberbringen. Ich nehme ihm diese Rolle einfach nicht ab. Es gibt nur wenige Filme, wo er seine Arbeit wirklich gut meisterte. In AN JEDEM VERDAMMTEN SONNTAG, CASINO und vorallem THE SPECIALIST fand ich ihn großartig. Demnächst wird er aber in BE COOL zu sehen sein. Mal schauen…
Als weitere Nebenhauptrolle einer der vielen Baldwin-Brüder, die ich nicht mal alle zusammen bekomme. Ich glaube es gibt Alec, Adam, Stephen, William (Bill) und schliesslich hier bei Vampire Daniel Baldwin. Er ist der etwas unbekanntere Teil der gesamten Bruderschaft, lässt seinen Part aber schön aufblinken. Überraschenderweise finde ich seine Leistung irgendwie besser im Gegensatz zu James Woods.
Die vom Vampir gebissene Prostituierte wird von Sheryl Lee performt. Bekannt dürfte sie den meisten sein aus der TV Serie TWIN PEAKS, wo sie in ihrer Rolle glänzte. Hier allerdings hat sie nicht viel zu leisten, obwohl jemanden darzustellen der eigentlich 90% seiner Auftrittszeit in Trance ist und total abgekifft aussieht, das ist nicht ganz ohne (hihi!).
Den Vampiren Valek mimt Thomas Ian Griffith, der mir nur aus diversen Nebenrollen in wie z.b. TRIPLE X bekannt war, macht seine Sache richtig gut. Er hat schon das passende Aussehen eines Vampirs – abgemagert, aber dafür eine grosse Statur.
Einen Pluspunkt bekommt von mir der gute alte Maximilian Schell aus Österreich. Ihn fand ich schon als kleines Kind genial in DAS SCHWARZE LOCH. Seine Ausdrucksweise ist einfach einzigartig und deshalb zählt er für mich zu DEN Nebendarstellern in Hollywood. Zuletzt kann ich mich leider nur an DEEP IMPACT mit ihm erinnern, wo er den Vater der Protagonistin spielt.
Bild (3,0 von 3,5 Punkten)
Geile Farben, die sehr schön warm daherkommen, präsentieren sich sehr ausgeglichen auf der Leinwand oder dem Bildschirm. Dem Betrachter wird ein sehr schön scharfes und kontrastreiches Bild geboten. Leider musste ich die DVD zweimal umtauschen, da sehr viele produktionsbedingte Artefakte zu sehen waren. Dies geschieht meistens wenn in der Produktion die beiden Layer nicht richtig verklebt worden sind und kleine nicht sichtbare Luftbläschen entstanden sind! Trotzalledem ist das Bild einen Blick auf einer heimischen Kinoanlage wert! Ein anamorphes 2,35:1 Widescreen Bildformat auf dieser DVD und einer durchschnittlichen Datenrate von 4,5 Mbps sind annehmbar. Seltsam das bei dieser Datenrate und den wirklich hellen Bildern ein so gutes Bild zustande kommt? Das sollte manchen Labels mal ein Beispiel sein.
Ton (3,0 von 3,5 Punkten)
Halleluja! Der geniale Score kommt in seiner digitalen Form wie ein schleichender Angrif aus den Lautsprechern. Super diskret getrennte Kanäle mit vielen schönen Grüßen aus dem Keller vom Subwoofer. Die Effekte sind gleichmässig verteilt worden und erzeugen eine gewisse dreidimensionale Atmosphäre im Klang. Vorallem wegen dem Score würde ich den Film empfehlen.
Bonusmaterial/Artwork/Layout (1,5 von 3,0 Punkten)
Zur Stimmung des Films wurde ein dementsprechendes Cover gewählt. Gefällt mir persönlich jetzt nicht so sehr ist aber in Ordnung. Ansonsten das übliche: wie ein Making Of, Biographien, Produktionsnotizen u.s.w. Leider ist bei dem O-Ton ein nicht abschaltbarer Untertitel eingeblendet, das ist leider sehr negativ zu bewerten.
Fazit
Ein typischer John Carpenter für einen unterhaltsamen Abend ohne Anspruch. Ohne seine etwas anderen Filme, wäre das Kino zu eintönig. Also wer gerne moderne Vampiraction mit ein paar feinen Splatter-Sequenzen mag sollte hier sofort zugreifen. Liebhaber der eher Mystischen und klassichen Vampirfilme wie Interview mit einem Vampir, sollten einen kleinen Bogen um den Film machen!
Übersicht Punkteverteilung
- Film 7,5 von 10
- Die Punkte setzen sich wie folgt zusammen:
- 2,0 von 3,0 Punkten - Story/Drehbuch
- 3,5 von 3,5 Punkten - Produktion (d.h. Cut, Kamera, Ausstattung, Regie u.s.w.)
- 2,0 von 3,5 Punkten - Darsteller/Nebenrollen
- Die Punkte setzen sich wie folgt zusammen:
- DVD 7,5 von 10 Punkten
- Zusammengesetzt von:
- 3,0 von 3,5 Punkten - Bild
- 3,0 von 3,5 Punkten - Ton
- 1,5 von 3,0 Punkten - Bonusmaterial/Artwork/Layout
- Zusammengesetzt von:
Siehe auch
Weblinks
- [** http://www.theofficialjohncarpenter.com/ Offizielle Site von John Carpenter]
- John Carpenter's Vampire in der Internet Movie Database (IMDb)
- John Carpenter's Vampire in der Online-Filmdatenbank (OFDb)
- Alle deutschen DVDs von John Carpenter's Vampire bei dvdb.de
- Aktueller Preisvergleich aller deutschen DVDs von John Carpenter's Vampire bei dvdb.de
- Diese Seite wurde zuletzt am 22. August 2006 um 13:40 Uhr geändert.
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