Königreich der Himmel (USA 2005) - Kritik von Liam
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Königreich der Himmel
Kritik von Liam.
Einleitung
"Kingdom of Heaven" kommt zwar nicht ganz an die Klasse eines Gladiator heran, läßt aber zumindest Alexander und Troja hinter sich. Ich will den Film jedoch nicht mit Gladiator vergleichen, die Thematik ist eine ganz andere, er spielt in einer anderen Zeit, es ist einfach ein ganz anderer Film. Doch man muß sagen, daß Ridley Scott einige Stilmittel von seinem Meisterwerk für KOH übernommen hat (teilweise die Musik, einige Schlacht-Stilmittel, das Weizenfeld). Wer sich jedoch daran stört, ist meiner Meinung nach selbst schuld, denn KOH ist weit mehr als ein Abklatsch früherer Filme!
Story
Auf die Story will ich hier nicht näher eingehen, es sei nur soviel gesagt, daß es ein Heldenepos ist, bei dem ein kleiner Schmied (Bloom) zu einem tapferen Ritter heranreift. Das klingt jetzt vielleicht ein bißchen kitschig, die Story, so simpel sie auch ist, bleibt aber immer spannend.
Darsteller
Anfangs war ich skeptisch, als ich von der Hauptrolle für Orlando Bloom erfuhr. Ich war mir nicht sicher, ob er in der Lage sei, einen solchen Film alleine zu tragen. Ich muß zwar sagen, daß er dazu (noch) nicht in der Lage ist, aber die Rolle des Balian von Ibelin ist, bis jetzt, ohne Zweifel seine stärkste. Ein Glück auch, daß der Druck, den Film alleine tragen zu müssen, von seinen Schultern genommen wurde, indem man ihm ein Riege großartiger Schauspieler zur Seite gestellt hat. Liam Neeson als sein Vater Godfrey von Ibelin war eine wahrhaftig gute Wahl, der Mann versteht es einfach, diesen väterlichen Mentor zu spielen, David Thewlis als treuer Gefährte von Godfrey ist in der ersten Hälfte des Films recht präsent, danach hat man ihn leider nur noch selten zu Gesicht bekommen. Jeremy Irons als Tiberias, den weisen Berater des Königs war ebenfalls fantastisch, man nahm ihm die Rolle 100% ab, auch wenn seine Entscheidung, Jerusalem vor dessen Belagerung in Richtung Zypern zu verlassen, recht überraschend kam. Es passte irgendwie nicht zu seinem Charakter. Edward Norton hatte als lepröser König Baldwin wohl die schwierigste Aufgabe, sein Gesicht mußte er nämlich den ganzen Film über hinter einer silbernen Maske verstecken und nur durch seine Gestik konnte er "schauspielern". Das gelang ihm allerdings sehr gut vor allem die Szene, als er mit letzter Kraft Reynald züchtig und dann geschwächt zusammenbricht. Ganz groß. Eva Green als Prinzessin Sybilla hatte anfangs zwar eine recht große Rolle, die mit Fortdauer des Films jedoch immer kleiner wurde. Laut Ridley Scott soll der um ca. eine Stunde längere DC auf den Charakter Sybilla näher eingehen. Wollen wirs mal hoffen. Brendan Gleeson war ja in letzter Zeit ziemlich oft in solchen Historienfilmen zu sehen, nur diemal als Bösewicht. Sehr gut hat mir auch Ghassan Massoud als Moslem Führer Saladin gefallen, er strahlte irgendwie so eine Entschiedenheit und auch Güte aus.
Produktion
Die Aussattung von Kingdom of Heaven war alle erste Sahne. Angefangen vom winterlichen Dorf Balians in Frankreich (mit sehr coolem Blaufilter), bis hin zu der Stadt Jerusalm selbst, die wirklich prächtig aussah. Die Rüstungen und Waffen wirkten sehr authentisch, die Belagerungstürme waren impossant. Überhaupt waren die (wenigen) Schlachten sehr gut, wenn auch einen Tick zu hektisch geschnitten. Die (CGI)-Armee sah atemberaubend aus, der Nachtangriff mit den Feuergeschützen hat mir besonders gefallen. Eine Schlacht hat man gar nicht gezeigt, es wurde gleich auf das mit Leichen übersäte Feld geschwenkt, über dem schon die Aasgeier kreisten und war einmal was überraschend anderes in diesem Genre. Ein Wort zur FSK: Die treffen teilweise doch sehr seltsame Enscheidungen. Kingdom of Heaven ab 12 Jahren freizugeben, ist schon ein schönes Stück, die sind ja sonst auch so pingelig. Der Film hätte eigentlich ab 16 sein müssen, mit Blut wird hier nämlich nicht gespart.
Filmmusik
Der Score ist meiner Meinung nach ein großer Pluspunkt des Films, auch wenn gesagt wird, daß er teilweise aus anderen Filmen zusammengeklaut ist (mir ist es nicht aufgefallen, ich kenn die besagten Filme aber auch nicht). Die schwere orchestrale Musik bei den Schlachten bzw. Ansprachen, die orientalisch angehauchten Stücke, die man in Jerusalem hört, die Oper bei König Baldwin's Begräbnis aus Hannibal, alles passt einfach perfekt zu den gezeigten und höchst impossanten Bildern. Ridley Scott versteht es einfach, einem audiovisuell den Atem zu rauben.
Fazit
Kingdom of Heaven wartet am Ende sogar mit einer Message auf. Jerusalem beherbergt die heiligen Stätten von drei verschiedenen Religionen, und jede erhebt Anspruch darauf. Das kann nicht gut gehen, und das tut es auch nicht. Seit mittlerweile mehr als 1000 Jahren, ein Ende ist nicht in Sicht. Was ist Jerusalm wert? Nichts .... Alles!
9 von 10 Punkten
Weblinks
- Diese Seite wurde zuletzt am 26. Mai 2006 um 15:57 Uhr geändert.
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