Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran (Frankreich 2003) - Kritik von hasendeddy
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(orig. Titel: Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran)
Kritik von hasendeddy.
Inhaltsverzeichnis |
Hintergrund
Vergangenes Wochenende bin ich endlich dazu gekommen einen Film anzuschauen, den ich bei der 4 für 3 Aktion beim Müller sozusagen als vierten Film mitgenommen habe. Das heißt, ich war nicht sonderlich scharf darauf – obwohl ich ihn schon einige Male zuvor in Händen hatte. Die Geschichte hat mir zu einfach geklungen.
Es handelt sich hierbei um „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ – eine Literaturverfilmung des gleichnamigen Buches von Erich-Emmanuel Schmitt. Was ich erst später bemerkt habe ist, dass Omar Sharif für seine Rolle den César und in Venedig den Publikumspreis einheimsen konnte. Das ist normalerweise schon ein Zeichen für Qualität.
In der Imdb wurde der Film mit 7,4/10 auch relativ gut bewertet. Ich war also gespannt, was mich da wohl erwarten würde.
Infos
Die Hauptdarsteller: Omar Sharif, Pierre Boulanger, Gilbert Melki
Regie: François Dupeyron
Sounttrack: Chuck Berry (Sweet Little Sixteen) Bruce Channel (Hey Baby) Max Freedman (Rock Around the Clock) Bobby Hebb (Sunny) Wolfgang Amadeus Mozart (1st Movement" from "Violin Concerto No.1, K.207) James E. Myers (Rock Around the Clock) Domingo Samudio (Wooly Bully) Timmy Thomas (Why Can't We Live Together)
Buch: François Dupeyron
Romanvorlage: Erich-Emmanuel Schmitt
Handlung
Die Geschichte beginnt im Paris der 60er Jahre, genauer gesagt in der Rue Bleue im Viertel Pigalle. Diese ist eine enge Straße die von einem bunten Völkergemisch aus allen Erteilen bewohnt wird. Juden, Araber, Franzosen und alle denkbaren Völker der Welt sind dort vertreten. Auch ein Freudenhaus befindet sich dort und auf der Straße stehen auch immer genügend Damen, die ihre Dienste anbieten.
Auch Moses (Pierre Boulanger), ein jüdischer Junge wohnt dort mit seinem Vater (Gilbert Melki). Er ist noch nicht einmal sechzehn Jahre alt, will aber jetzt unbedingt erfahren was es heist ein Mann zu sein. Also schnell das Sparschwein zerschlagen und zu den käuflichen Damen des Viertels.
Moses gefällt es bei diesen Damen aber so gut, dass er jetzt ein Problem hat: Wo bringt er die 30 Francs her um sich ihre Dienste auch weiterhin zu erkaufen? Eine Lösung ist schnell ausgedacht. Sein Vater schickt Moses schließlich jeden Tag mit Geld zum „Araber“ – einem Gemischtwarenladen, dessen Inhaber Ibrahim Demirdji (Omar Sharif) von allen wegen seines orientalischen Aussehens nur „Araber“ genannt wird. Ibrahim ist ein schweigsamer und ruhiger Zeitgenosse, der mit wenigen Leuten Kontakt hat. Dort stielt Moses verschiedene Lebensmittel und das dadurch gesparte Geld kann er nun der „sinnvolleren“ Verwendung zuführen.
Doch der Diebstahl bleibt dem aufmerksamen „Araber“ natürlich nicht verborgen. Wider Erwarten lässt er Moses aber auch weiterhin gewähren und kommt dadurch auch immer öfters ins Gespräch mit dem verschlossenen Jungen. Langsam werden die beiden Freunde und Ibrahim weiht den Jungen in die Geheimnisse eines glücklichen Lebens ein…
Kritik
Eines vorweg: Ich habe einen richtigen Glücksgriff mit dieser DVD gemacht. Ein wahres Filmjuwel, das in jede gut sortierte DVD - Sammlung gehört. Besser kann ein Film eine so sensible Geschichte wirklich nicht erzählen. Manchmal witzig, manchmal traurig – eben wie das Leben selbst.
Als größten Pluspunkt möchte ich dann auch neben der schönen Geschichte die hervorragende Atmosphäre nennen, die dem Zuschauer sehr behutsam vermittelt wird. Das gesamte Leben in dieser Straße wird mit so vielen Details und den dazu passenden Geräuschen ins Wohnzimmer gebracht, dass man förmlich die fremdartigen Gerüche zu riechen vermag.
Großen Anteil am gelingen dieser angenehmen Atmosphäre haben dann natürlich auch die tollen Schauspieler. Allen voran Omar Sharif, dessen Präsenz alles andere überstrahlt. Einer der besten Schauspieler, den ich je gesehen habe - gerade in dieser Rolle eine überwältigende Leistung.
Ergänzt wird dann dieses optisch erzeugte Bild noch von dem bis auf den Punkt passenden Soundtrack – eine Reise in die 50er und 60 Jahre des vergangenen Jahrhunderts (siehe Liste weiter oben).
Wirklich alles perfekt ausgeführt – bis ins kleinste Detail – mehr gibt es nicht zu sagen. Deshalb hat mir der Film auch so gut gefallen. Man sieht schließlich selten genug einen Film, der nahezu perfekt ist und über seine gesamte Laufzeit ohne Schwächen zu unterhalten weiß.
Ich wurde jedenfalls förmlich in diese Atmosphäre hineingezogen. Zusätzlich bekommt der Zuschauer natürlich dann auch noch allerlei Lebensweisheiten serviert, die sich jeder wirklich mal zu Herzen gehen lassen sollte.
Und das alles für ca. 6 Euro bei der aktuellen 4 für 3 Aktion vom Müller! Wer jetzt nicht zugreift ist selber Schuld!
Meine DVD
Die DVD von Universum Film bietet ein gutes Bild, was aber durchaus etwas schärfer sein könnte. Störende Bildfehler konnte ich dann auch keine mehr ausmachen. Es dominieren warme gelbliche Farben, die sicher der Atmosphäre dienen.
Beim Ton in Dolby Digital 5.1 (Dt./Frz.) sieht die Sache vergleichbar zum Bild aus. Keine nennenswerten Schwächen. Natürlich braucht man bei diesem ruhigen Film auch kein Effektgewitter erwarten. Die Atmosphäre der belebten Straße und der anderen Sets kommen aber räumlich ganz gut über die Lautsprecher ins heimische Wohnzimmer.
Als Bonus gibt es leider nur:
- Audiokommentar mit Hauptdarsteller Omar Sharif (leider ohne UT)
- 9 Trailer (Jet Lag, Super Tex, Der Liebhaber, L´Auberge Espagnole, Mein Leben ohne Mich, Der stille Amerikaner, Der Pianist, Brot und Tulpen, Sprich mit Ihr)
…sonst ist leider nichts vorhanden - Schade.
Es gibt im Handel übrigens noch eine limitierte Edition, die zusätzlich das Buch enthält. Gesehen hab ich die selbst aber noch nicht. Ich stütze mich hier auf die Angaben der Ofdb.
Fazit
Ein schöner ruhiger Film - voll gepackt mit allen wichtigen Lebensweisheiten die mit dem genialen Soundtrack zusätzlich versüßt werden. Ein richtiger „Wohlfühlfilm“ für einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher.
Nennenswerte Schwächen konnte ich wirklich nicht ausmachen und die Schauspieler sind natürlich auch erste Klasse. Eine der besten Leistungen Omar Sharifs – Deswegen konnte er ja auch berechtigterweise die Preise für diese Rolle einheimsen.
Ein kleines Filmjuwel, das in keiner guten Sammlung fehlen sollte…
8,5/10 Punkten (Ich weiß … gestern habe ich noch 8/10 gegeben…aber das halbe Pünktchen habe ich noch für den tollen Soundtrack aufgeschlagen)
Weblinks
- Diese Seite wurde zuletzt am 13. September 2006 um 11:16 Uhr geändert.
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