Panic Room - Special Edition (USA 2002) - Kritik von Gorygrunt
Aus wiki.dvdb.de
Kritik von: Gorygrunt
So, nun ein weiterer unterhaltsamer Film von Jungmeister David Fincher und mit einer äusserst gelungenen Besetzung.
Inhaltsverzeichnis |
Story (2,5 von 3,0 Punkten)
Nach der Scheidung sehen sich Meg Altman mit ihrer Tochter Sarah ein großes, teures Haus an. Ihr Ex-Mann Stephen Altman, ein reicher Pharmazeutiker, kommt ja auch für den Unterhalt auf. Da Haus bietet vielerlei Extras, das einem verstorbenen Millionär gehörte, wie zum Beispiel einem Fahrstuhl. Doch das besondere wäre der sogenannte Panik Raum in dem man sich bei Gefahr verschanzen kann. Es besteht dann keine Möglichkeit von aussen in diesen Raum zu dringen. Dicke Stahlbetonwände, ein eigenes autark bestehendes Kommunikationssystem, eine Überwachungsanlage fürs ganze Haus, schützen so die Bewohner. Da Meg und Sarah noch am selben Tag beschliessen in das Haus zu ziehen, und damit die Pläne von Einrechern durchkreuzen, die in dieser Nacht in das angeblich leerstehende Haus wollen. Die einzige Chance ist nun der Panic Room, doch was die Diebe wollen, befindet sich in diesem Raum……
Diese Story verspricht doch schonmal eine ganze Menge. Es beginnt ein Katz und Maus –
Spiel zwischen den Bewohnern im Panic Room und den Einbrechern, die in diesen Raum
wollen. Durch unzählige Tricks und Methoden versuchen die Diebe gespielt von Forest
Withaker, Jared Leto und Dwight Yoakam in diesen Raum einzudringen. Grandioser
Verlauf der mit mehreren Spannungsbögen arbeitet, dabei dennoch einen ansteigenden
Bogen hält.
Gespickt mit Witz, Thrill und auch kleinen Überraschungen zieht der Film hier fast alle Register eines guten Thrillers. Diese Mischung erzeugt impulsive, aber trotzdem dramatische Entwicklungen, die den Zuschauer an den Sessel nagelt. Wirklich gelungen!
Drehbuchautor und Screenplayer David Koepp, auch Mitproduzent von Panic Room, zeigt sich wieder von seiner besten Seite. Er schrieb u.a. auch das Screenplay für KRIEG DER WELTEN, SPIDER-MAN, JURASSIC PARK 1+2, CARLITO’S WAY und MISSION IMPOSSIBLE.
Demnächst dürfen wir sein nächstes Werk im Kino bestaunen. Das Sci-Fi-Spektakel ZATHURA unter der Regie von Jon Favreau (eigentlich Schauspieler in kleinen Nebenrollen).
Produktion (3,0 von 3,5 Punkte)
Eigentlich muss ich zu diesem Regiesseur nichts mehr sagen. Aber die Inszenierung von David Fincher ist wie immer lobenswert. Eine Geschichte zu verarbeiten, die sich mit einer sehr stark eingeschränkten Lokalität befasst, ist nicht ganz einfach. Er schafft es dennoch, alles aus der Vorgabe des Drehbuchs rauszuholen und atmosphärisch mit viel Gefühl dem Zuschauer auf die Leinwand zu zaubern. Zusammen mit seinem Erfolgsteam bestehend aus:
Conrad W. Hall und Darius Khondji an den Kameras, die auch schon für die fantastischen Bilder in FIGHT CLUB, SIEBEN zusammenarbeiteten und Cutter James Haygod, ebenfalls FIGHT CLUB, aber schon in THE GAME unter David Finchers Kommando gedient. Das Zusammenspiel dieser drei Herren ist einfach innovativ und atemberaubend.
Im Gegensatz zu FIGHT CLUB wurde diesmal ein klarer nur ganz leicht körniger Kamerafilter mit leichtem Blaustich eingesetzt, der selbst in sehr dunklen Szenen jede Einzelheit einfängt. Die Stimmung der Bilder wirkt somit bedrückender und lassen das Haus klein, eng wirken. Ein einfaches Stilmittel, das eine grosse Wirkung beim Zuschauer erzeugt. Hinzukommen die astreinen Kamerafahrten, die wir ebenfalls schon in FIGHT CLUB bewundern durften.
Als Beispiel die Einstellung der aus dem zweiten Stock des Hauses, die Kamera fährt langsam am Geländer der Treppe herunter, dann durch die Küche über den Küchentisch auf die Küchenzeile zu, wo eine Kanne Kaffee steht. Das Kamerabild führt durch den Henkel der Kaffeekanne und fixiert einen Schatten hinter der Glastür zum Hof. Sorry, Leute, aber das nenn ich genial!
Für den Score war wie auch schon bei vielen anderen von mir vorgestellten Streifen, der Kanadier Howard Shore, der demnächst in Peter Jackson’s KING KONG zu sehen sein wird. Seine Dienst wurden ja auch schon in DER HERR DER RINGE (alle drei Teile) von dem Jackson Peter in Anspruch genommen. Auch hier rundet er die Darstellung mit musikalischen Beiträgen ab und und intensiviert sie zusätzlich.
Ich hoffe, ich darf noch weitere Filme von David Fincher den TeamkollegenConrad W. Hall (Kamera),Darius Khondji (Kamera) James Haygod (Cut) und den Produzenten von diesem Thriller.
Darsteller (3,0 von 3,5 Punkten)
Die uns wohlbekannte Jodie Foster wird in diesem Film nicht allzusehr gefordert, trotzdem sieht man ihr den Spass an der Arbeit an. Wirklich nett und überzeugend! Für die Hauptrolle war bekanntlich Nicole Kidman vorgesehen, die dann absprang und den Weg für Jodie ebnete. Nicole Kidman hat dann doch eine kleine Sprechrolle übernommen und zwar ist sie nur am Telefon zuhören als Stephen Altman’s neue Freundin (wir erinnern uns, der Ex-Mann der Protagonistin). Also ich bin mit der Wahl der Hauptdarstellerin zufrieden, sie spielte u.a. mit in CONTACT, MAVERICK, NELL und natürlich ihre bekannteste Rolle als Clarice Starling in DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER.
Aber auch Kristen Stewart in ihrer Rolle als verwöhnte, an Diabetik ekrankte, pubertierende Millionärstochter ist eine Klasse Besetzung. Die profesionelle Zusammenarbeit mit Jodie Foster wirkt fast gewohnt. Ihre Mimik ist sehr ausgeglichen und für ihr Alter schon gut ausgeprägt. Sie wurde mir schon in COLD CREEK MANOR sympathisch und lässt auf die Zukunft hoffen. Sie wird auch in dem bereits erwähnten Sci-Fi Streifen ZHATURA mit von der Partie sein.
Forest Whitaker, u.a. bekannt aus SPECIES, GHOST DOG, PHENOMENON und NICHT AUFLEGEN!, ist auch sehr unterfordert, aber gibt seiner Rolle als Einbrecher das gewisse Extra. Obwohl ich finde das seine Rollen sich auch immer ähneln. Vielleicht ist es gerade seine Darstellung von einem gutmütigen, großen Teddybären, die ihm immer seine Rollen verschafft.
Ein weiterer für mich persönlich besch*ssener Schauspieler ist Jared Leto. War zuletzt zusehen in ALEXANDER, als tuntiger Freund von dem gleichnamigen Protagonisten. In diesem Thriller hatte er mich aber eines besseren belehrt. Seiner Rolle als ein etwas unterbelichtetes Arschloch in Kleingangstermanier lässt schön zusehen.
Der Dritte im Bunde Dwight Yoakam ist mir allerdings nicht sonderlich bekannt, da er lt. imdb nur in B-Movies mitgewirkt hat. Mag daran liegen das er nicht unbedingt dem Schönheitsideal von Hollywood entspricht. Deshalb trägt er in dem Film auch die ganze Zeit eine Maske. Deshalb kann ich zu seinem mimischen Spiel nicht viel sagen, aber wenn man sich den Film im O-Ton anschaut, ist er schon ein recht guter Darsteller für so eine Rolle.
Bild (3,0 von 3,5 Punkten)
Ein exzellentes Bild mit Schwarzwerten, wie man es sich wünscht! Trotz des dunklen Bildes erkennt man jede Einzelheit. Kontrastreich und mit einer Bildschärfe die ich mir bei anderen Filmen ebenfalls gewünscht hätte. Die Datenrate für das Bild beträgt im Durchschnitt zwischen 7 und 8 Mbps, obwohl bei dunklen Stellen weniger Daten nötig sind. Das trägt aber zu dem wirklich guten Bild bei. Ein negativer Punkt wäre der leichte Blaustich, bei dem die Farben immer ein wenig verlaufen aussehen. Das schränkt ein wenig die gute Bildschärfe ein, wäre dies nicht der Fall hätten wir ein noch besseres Bild. Das gleiche hat man bei dem Director’s Cut von Underworld gemacht, einfach den Blaufilter zurückgesetzt um ein positiveres Ergebnis zu erhalten.
Was ich den Heimkino-Usern ans Herz legen kann ist die SUPERBIT Version der DVD aus den USA. Einfach geniales Bild! Gehört für mich defenitiv zu den SUPERBIT DVD’s die man im Schrank/Regal stehen haben sollte.
Ton (2,5 von 3,5 Punkten)
Schwer, Schwer! Wieder legt man uns zwei Tonspuren zu Füssen und ich habe es noch bei keinem anderen Film erlebt, dass diese Systeme dermaßen unterschiedlich klingen. Wobei ich dieses mal der DTS Spur mehr Punkte zuschreibe. Durch die höhere Datenrate werden die Kanäle gleichmäßiger bedient, dadurch klingt das ganze Spektakel atmosphärischer. Dolby Digital flaut ein wenig ab in den wenigen Actionsequenzen und ist viel zu hell im Klang. Der Score kommt wunderschön aus den Frontlautsprechern. Harmonische Übergänge und Wechsel zwischen den Kanälen mit Ghostsounds, allerdings versagt hier wieder Dolby Digital. Die Wechsel hören sich deutlich sprunghaft und abgehackt an. Na ja, man kann ja nicht alles haben. Angeblich sollen lt. OfdB die Rearkanäle vertauscht worden sein, dies kann ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestätigen, das Bedarf einer genaueren „Untersuchung“. Ansonsten ist auch in der Hinsicht ein schöner Heimkinoabend garantiert!
Bonusmaterial/Artwork/Layout (3,0 von 3,0 Punkten)
Geile Frontabbildung des DVD Covers mit Jodie Foster liegend im Vordergrund und dem Schatten des Einbrechers im Hintergrund. Genial! Farblich passend, wie auch das Menü.
Was ich besonders lobend hervorheben muss: Man hat komplett auf das Bonusmaterial auf der ersten Disk, auf dem sich auch der Film befindet, verzichtet! Dafür hat man diese dann randvoll mit Bilddaten und Tondaten vollgeknallt! Endlich hat jemand meine Gebete eröhrt. Das gibt einen Extrapluspunkt!
BTW: Mir liegt in diesem Falle die Special Edition im Digipack vor. Ich weiss nicht wie es bei der normalen Version ist.
Das Bonusmaterial dürfte den meisten Extras-Fetischisten gefallen und auch keine Wünsche offen lassen. 2 DVD’s voll mit Informationen rund um die Produktion. Ein Making of, Entwicklung von dies und jenes, die Arbeit bei den Kamerafahrten (die ich bereits beschrieb), digitale Nachbearbeitungen, Multi-Angle-Features und, und, und
Für mich eine gelungene DVD für einen gelungenen Film!
Fazit
Ein Thriller der nicht nur mit seiner guten Geschichte überzeugen kann, sondern auch mit einer filmtechnisch sehr guten Umsetzung jeden Zuschauer in seinen Bann ziehen kann. Das ist das was vielen Filmen heutzutage fehlt! Viel Spass beim gucken.
Übersicht Punkteverteilung
- Film 8,5 von 10
- Die Punkte setzen sich wie folgt zusammen:
- 2,5 von 3,0 Punkten - Story/Drehbuch
- 3,0 von 3,5 Punkten - Produktion (d.h. Cut, Kamera, Ausstattung, Regie u.s.w.)
- 3,0 von 3,5 Punkten - Darsteller/Nebenrollen
- Die Punkte setzen sich wie folgt zusammen:
- DVD 8,5 von 10 Punkten
- Zusammengesetzt von:
- 3,0 von 3,5 Punkten - Bild
- 2,5 von 3,5 Punkten - Ton
- 3,0 von 3,0 Punkten - Bonusmaterial/Artwork/Layout
- Zusammengesetzt von:
Siehe auch
Weblinks
- Offizielle Site zum Film
- Panic Room in der Internet Movie Database (IMDb)
- Panic Room in der Online-Filmdatenbank (OFDb)
- Alle deutschen DVDs von Panic Room bei dvdb.de
- Aktueller Preisvergleich aller deutschen DVDs von Panic Room bei dvdb.de
- Diese Seite wurde zuletzt am 22. August 2006 um 13:57 Uhr geändert.
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