Terminator 2 - Tag der Abrechnung (USA 1991) - Kritik von fincher

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Inhaltsverzeichnis

Film-Details

  • Titel: Terminator 2 - Tag der Abrechnung
  • Originaltitel: Terminator 2: Judgement Day
  • Land/Jahr: USA/1991
  • Lauflänge: Kinofassung 131 Minuten; Special Edition 147 Minuten
  • Altersfreigabe: 16

Cast & Crew

  • Regie: James Cameron
  • Drehbuch: James Cameron und William Wisher Jr.
  • Produktion: James Cameron
  • Musik: Brad Fiedel
  • Kamera: Adam Greenberg
  • Schnitt: Conrad Buff IV, Mark Goldblatt, Richard A. Harris und Dody Dorn
  • Computeranimierte Graphiken: Industrial Light and Magic (ILM)
  • Special Make Up und Terminator Effekte Produktion: Stan Winston

Darsteller:

  • Arnold Schwarzenegger (Terminator - T-800)
  • Linda Hamilton (Sarah Connor)
  • Edward Furlong (John Connor)
  • Robert Patrick (Terminator T-1000)
  • Earl Boen (Dr. Peter Silberman)
  • Joe Morton (Dr. Miles Bennet Dyson)
  • S. Epatha Merkerson (Tarissa Dyson)
  • Jenette Goldstein (Janelle Voight)
  • Xander Berkeley (Todd Voight)
  • Nikki Cox (Mädchen)
  • Michael Biehn (Kyle Reese)

Einleitung

Mit "Aliens – Die Rückkehr" (1986) erschuf er ein cineastisches Kabinettstückchen und nebenher einen der eindringlichsten, sprich besten Actionfilme aller Zeiten in Form eines Sequels, das sich narrativ einer komplett anderen Richtung verschrieb als noch Ridley Scotts Original von 1979. Sein utopisches Unterwasser-Mystery-Spektakel "Abyss – Abgrund des Todes" (1989) mit einer der ersten filmischen CGI-Graphiken sorgte diesmal im reinen Science-Fiction-Genre für Glanz und Gloria. "True Lies - Wahre Lügen" (1994) ist bei Freunden der krachenden Unterhaltung durchaus beliebt, über den Bekanntheitsgrad oder Erfolg von "Titanic" (1997) brauch man darüber hinaus nicht wirklich zu debattieren. Zweiffellos ist Regisseur James Cameron ein Phänomen. Ein Phänomen in vielerlei Hinsicht. Der beste Action-Regisseur überhaupt? Vielleicht. Ein Action-Virtuose? Auf jeden Fall. Und trotzdem treffen Camerons geballte Blockbuster nicht immer den Nerv von jedem Zuschauer. Dafür sind seine Geschichten einfach zu "schwer", mit einer Durchschnittslauflänge von 2,5 Stunden zu lang, Cameron am Set zudem nicht immer der Netteste. Das soll aber keinesweg darüber hinwegtäuschen, dass der gebürtige Kanadier ein Meister seines Fachs ist, der nicht nur extrem erfolgreiche Kinogeschichte schrieb, sie nicht nur in nahezu beispielloser Perfektion auslebte, nein, er revolutionierte sie - insbesondere den modernen Actionfilm.

Wenn man über jenen James Cameron philosophiert, ist das Thema Maschinen, ferner Terminatoren in einer pessimistischen Gegenwart/Zukunfts-Geschichte nicht weit entfernt. Immerhin sorgte er in dem Zusammenhang, genauer gesagt 1984, mit seinem „Terminator“ für einen Kultfilm und machte zudem Arnold Schwarzenegger ("Phanton-Kommando"; "Predator") in der Rolle der wortkargen, aber totbringenden Killermaschine unsterblich. Angesichts der Tatsache, dass sich der Regisseur schon immer zwischen Bombast und Gigantonomie mit großer Vorliebe bewegte, ist das 7 Jahre später entstandene Sequel dementsprechend weitaus größer, redundanter, spektakulärer und gigantischer ausgefallen. Nicht nur im Bezug auf etwaige Ausstattung, auch die Budgetierung war um ein vielfaches höher angesetzt. War der erste "Terminator" noch ein Low-Budget-Film, brachte es die Fortsetzung auf über stolze 100 Millionen Dollar, bei dem jedoch jeder noch so einzelne Cent auf der Leinwand merklich spürbar ist. Und doch war dieser "T2" ein enormer Kassenschlager. De facto war er gar einer der ersten Filme, der die damals wichtige 500 Millionen Dollar Grenze an den Kinokassen gebrochen hat. Der Inbegriff eines Blockbuster eben. Dazu gesellten sich noch 4 Oscars und 2 BAFTA-Awards, die vor allem des Handwerklichen wegen vergeben wurden, darunter beispielsweise der Academy Award in der Kategorie "Beste Visuelle Effekte" (Stan Winston, Dennis Muren, Gene Warren Jr. und Robert Skotak).

Handlung

10 Jahre ist es her, das Sarah Conner mit ihrem Mann Kyle Reese den Terminator vernichtete. Doch noch immer ist Sarah auf einen neuen Kampf vorbereitet. In Top Form und zu allem bereit wartet sie nur auf eine neue Bedrohung. Das trifft sich nämlich gut, denn eine Killermaschine ist angereist, um ihren Sohn John zu terminieren: Der neuentwickelte T-1000 aus flüssigem Metall. Für John gibt es nur eine Rettung: Ein Terminator muss ihn beschützen, um jeden Preis - vor einem nahezu unzerstörbaren Gegner...

Umsetzung

Dass sich dieser James Cameron nicht gerade unter den brillanten Geschichtenerzählern einreihen darf, dürfte klar sein. Dass er es im Gegenzug aber wie kein Zweiter versteht, technische Perfektion in seinen Filmen aufleben zu lassen, ebenfalls. Und genau das kann man seiner Mammutfortsetzung am ehesten attestieren: Wieder einmal höchster technischer Aufwand, der bis ins kleinste durchstrukturiert ist. Nichts überlässt Cameron dem Zufall, alles ist genauestens geplant und perfektioniert worden. Beispiele gefällig? Der Regisseur zaubert eine durchweg schlicht und ergreifend atemberaubende, ausgedehnte, ja, kolossale Action-Sequenz - wenn in der Summe auch nicht ganz so blutig ausgefallen wie im Vorgänger - an die Nächste, schüttelt einen wahnwitzigen, geradezu epischen Stunt (Die meisten sind choreographische Wunderwerke.) nach dem anderen aus dem Ärmel, legt dabei so ziemlich alles in Schutt und Asche, was fahrbar und 4 Räder hat. Und alles handgemacht, alles stets so inszeniert, dass man den Überblick behält. Kein nervendes Handkameragewackel, keine überflüssigen Kamerafahrten, nein, Adam Greenbergs ("Junior"; "Rush Hour") Photographie mit ihrem sauberen Schnitt und dem wohl überlegt eingesetzten Blau-Filter ist puristisch, unspektakulär, elegant, aber immer mit dem Blick auf´s Wesentliche behaftet.

Camerons Ass im Ärmel ist aber definitiv eine andere Sache: Der T-1000 und die daraus resultierende Tricktechnik. Revolutionäre Tricktechnik, versteht sich, wegweisend im Bereich der Visuall Effects, die im Sequel für neue Abwechslung zu sorgen hat. Mit der Stan Winston ("Aliens – Die Rückkehr"; "Jurassic Park") und Industrial Light and Magic (ILM) die Messlatte enorm nach oben geschraubt und die Tricktechnik darüber hinaus auf ein neues Level gewurfen haben. Mithilfe sogenannter "Morphing-Effects", die auch schon in "Abyss – Abgrund des Todes" eingesetzt wurden - allerdings nur in einer einzigen Szene. In "Terminator 2 – Tag der Abrechnung" verhält es sich dagegen allerdings ein wenig anders. Hier werden nämlich die mittlerweile ausgereiften CGI-Graphiken dafür genutzt, um den aus einer "mimetischen Polylegierung" - kann somit also sein Aussehen verändern - bestehenden, dadurch fast gänzlich unzerstörbar wirkenden T-1000 zu animieren, mit anderen Worten seinen sich wieder regenerierbaren Körper. Die Folge davon sind visuelle magic moments eines furchteinflößenden Bösewichts, die nicht nur als zeitlos zu konstatieren sind, sie wirken auch heute noch imposant und künstlerisch wertvoll zugleich.

Eine großartige handwerkliche Kinematographie, die von Brad Fiedels ("Tödliche Nähe"; "True Lies – Wahre Lügen") legendärem Score letztendlich noch veredelt wird. Dabei handelt es sich um einen Synthesizer-Score von nur selten erreichter Wucht, der mit dem Geschehen vollkommen konform geht und somit wie angegossen passt. Zum Teil quietschende, schrille Töne, welche für Hochspannung der subtileren Art sorgen, aber auch perfide, ruhige Themenmotive für die etwas eindringlicheren Momente – vor allem, um die etwaigen Hospital-Sequenzen adäquat zu unterstreichen - finden sich in Fiedels ästhetischer Meisterpartitur ein, die oftmals kopiert, aber nie erreicht wurde.

Bei einer narrativen Gegenüberstellung mit dem ersten "Terminator"-Film fällt auf, dass die Story grundsätzlich ersteinmal gleich bleibt, will heißen die Rahmenhandlung wurde von Cameron und seinem langjährigen Freund William Wisher entsprechend beibehalten. Alles bleibt also beim Alten. Die aussichtslose Zukunft der Menschheit muss gerettet, das Überleben von John Connor gesichert werden. Die Unterscheide sind grundsätzlich in ihrer Dimension zu suchen. Waren es im ersten Film noch ein Liebespaar, dass vom Terminator verfolgte wurde, so ist es jetzt eine ganze Familie, die dem feindlichen T-1000 Paroli bietet. Darüber hinaus kommt dem eigentlichen Terminator T-800 aus dem ersten Teil jetzt eine Art Vaterrolle zu, der die Mission hat, John zu beschützen. Schwarzeneggers Maschine ist demzufolge nun auf der guten Seite positioniert.

Das ist es nämlich was "Terminator 2 – Tag der Abrechnung" zu Gute kommt: Cameron verliert inmitten des ganzen High-Tech-Spektakels nie, aber auch niemals seine dystopische, durchaus intelligente, dramaturgisch fesselnde Story aus den Augen, die Anlass zu verschiedensten Interpretationsmöglichkeiten gibt. Es ist beispielsweise nicht wirklich eindeutig zu klären, in welchem Jahr überhaupt die Filmhandlung stattfindet. Der zeitliche Rahmen wird also nicht explizit genannt. Dafür werden immer wieder Action-Sequenzen durch ruhige, emotionalere Momente unterbrochen, immer wieder widmet sich der Regisseur seiner Figurenzeichnung. Und das, obwohl Cameron zu Beginn gewohnt konservativ – jedenfalls rein stilistisch gesehen - vorgeht. Bei der Figureneinführung sehen wir natürlich zuerst den langerwarteten T-800, dann seinen Widersacher T-1000, kurz danach John und seine Pflegeeltern, letztendlich dann die stark unter Medikamenteneifluss stehende, verzweifelte Sarah Connor in einer Nervenheilanstalt, Ihr Therapeut Dr. Silberman (Earl Boen) ist zudem auch wieder mit an Bord.

Das Entscheidende ist jedoch, wie Cameron das Figurengeflecht logisch zusammen fügt. Mithilfe einiger unvergessener Momente und eines schlüssigen, schwungvollen Scripts. Schon das erste Zusammentreffen der beiden Terminatoren in einer engen Einkaufspassage ist einer dieser Momente, der förmlich an den Nackenhaaren kitzelt, und zugleich der Auftakt zu einem Highlight in Form einer größeren Action-Szene im Film darstellt. Schließlich ist es vor allem der Showdown, bei dem Cameron zu Höchstform aufläuft. Dabei lässt er seine Protagonisten in einer von ihm sehr geliebten schachtelartig aufgebauten Verfolgungssequenz - nachdem er ein halbes Gebäude in die Luft gejagd hat - Autos und einen Helikopter zerschrotten, nur im nächsten Augenblick wieder das Fahrzeug zu wechseln und den Streifen in einem großartigen, traurigen, aber doch so aufrichtigen Finale eindrucksvoll ausklingen zu lassen, bei dem Cameron auf tiefschürfende Moral verzichtet. Stattdessen hat man gesehen, wie auf erschreckende Art und Weise vom Total-Versagen wissenschaftlicher Systeme berichtet wird, bei dem selbst Computer und moderne Medizin nicht zu helfen wissen, und dass die Wahrheit wie im Falle von Sarah Connor oftmals unverstanden und schon gar nicht beachtet wird. Die Illusion bleibt somit also aufrechterhalten, sie dominiert, von der eigentlichen Wahrheit will zum Verderben aller, niemand etwas wissen.

Die Darsteller

Ganze 17 Sätze mit etwa 70 Wörtern waren es, die "Arnie" im ersten "Terminator"-Film zustande gebracht hat. Eine ziemlich skurrile Vorstellung, möchte man fast meinen. Im Sequel wiederum bleibt der T-800 zwar ähnlich wortkarg, kommentiet dann aber doch etwas mehr – weltbekannt und kultig beispielsweise sein "Hasta la vista, Baby!". Vor allem kann die Maschine jetzt endlich Gefühle und Humor zeigen, versucht sogar - wenn auch etwas krampfhaft – zu lächeln. Auf den Punkt gebracht würde er John beschützen, selbst wenn er dabei sterben würden. Diese außerordentlich gut skizzierte, coole und doch so furchtlose Figur funktioniert durch Schwarzeneggers Schauspiel erstaunlich, ja, beinah restlos überzeugend. Selbiges gilt für den Antagonisten. Spätestens mit dem ersten Auftreten des T-1000 kann man sich keine gefährlichere Maschine mehr vorstellen. Mit Robert Patrick ("Walk of the Line"; "Flags of our Fathers") hat Cameron so etwas wie die Idealbesetzung für Schwarzeneggers Widersacher gefunden. Recht schnell wird klar, dass der T-1000 sehr genau seine Umgebung wahr nimmt, sie sehr präzise analysiert – ähnlich wie bei einer Katze. Fast schon surreal kommt einem das vor, wenn die in jeglicher Hinsicht kalte Killermaschine leise und aalglatt durch die Gänge schleicht, nur im nächsten Augenblick eine Zerstörungsorgie subversiven Ausmaßes zu entfachen. Das ist zusammenfassend also eine komplett „andere Kraft“, mit der er seinen Kontrahenten zu bekämpfen versucht. Zu guter Letzt hätten wir dann noch die emanzipierte Sarah Connor (Camerons Filme stehen für solche Frauen, die auch mal gern die Waffe in die Hand nehmen.) alias Linda Hamilton ("Die Verschwörung im Schatten"; "Dante´s Peak") und den keineswegs überragenden, weil manchmal allzu sehr nervigen, aber doch soliden Edward Furlong ("American History X"; "Happy Endings") als die wichtigsten Protagonisten. Der Rest ist eher uninteressantes Beiwerk.

Fazit

Eine Fortsetzung ist schlechter als sein Vorgänger? "Terminator 2 – Tag der Abrechnung" liefert den Gegenbeweis. James Cameron auf dem Höhepunkt. Eine Ikone des Genres. Kurzum: The Biggest Action Movie Ever.

Bewertung: 10/10

DVD-Details

  • Getestete Version: „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“-Steel Edition
  • Bildformat: 2,35:1 (anamorph/16:9)
  • Tonformate: Deutsch DTS 6.1-ES discrete, Deutsch Dolby Digital 5.1 EX, Englisch Dolby Digital 5.1 EX
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
  • Bonusmaterial: Kinofassung, Special Edition, unendlich viele Informationsprogramme, Making Of´s, komplettes Drehbuch und und und...

Verpackung

Die „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“-Steel Edition kommt in einem silbernen Steelbook daher, welches 3 DVD´s beinhaltet, aber kein Booklet oder über sonstige Zugabe verfügt.

  • Diese Seite wurde zuletzt am 17. November 2008 um 19:12 Uhr geändert.
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