The Bank Job (Großbritannien 2008) - Kritik von Isinesunshine

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London, 1971. Michael X (Peter de Jersey), benannt nach seinem Vorbild Malcom X, ist der einflussreichste und böseste Kriminelle der Stadt. Er mordet und schifft Drogen ins vereinte Königreich ein, doch die Behörden können ihn nicht hinter Gitter bringen. Der Grund dafür sind obszöne Fotos eines Mitglieds der königlichen Familie, in deren Veröffentlichung Michael das perfekte Druckmittel gefunden hat. Er bewahrt sie in einem Bankschließfach auf. Der Regierungsbeamte Tim Everett (Richard Lintern) erhält den Auftrag, die Fotos in die Gewalt der Regierung zu bringen, ohne dass diese damit in Verbindung gebracht wird.

Das ehemalige Model Martine Love (Saffron Burrows) wird am Flughafen Heathrow mit Drogen erwischt, die ihr nicht gehören. Tim, ihr Freund, holt sie für einen Gefallen aus dem Schlamassel: sie soll einige der ihr bekannten Kleinkriminellen davon überzeugen, die Bank auszurauben. Martine wendet sich an Terry Leather (Jason Statham, The Transporter, Transporter II, The Italian Job), um mit ihm ein Team für den Raub zusammenzustellen. Sie mieten einen Laden neben der Bank und wollen einen Tunnel in den Tresorraum graben.

Im Tresorraum befinden sich neben den pornografischen Fotos der englischen Prinzessin auch noch andere delikate Bilder und Schriften, wodurch die Gauner von allen möglichen Seiten unter Beschuss geraten. So ist Terry gezwungen die Sache selbst in die Hand zu nehmen und seine Gegner gegeneinander auszuspielen… …

In The Bank Job verspinnen sich viele verschiedene Handlungsstränge um Ereignisse und Personen zu einem Knäuel. Hintergründe werden am Anfang beleuchtet, was gut gelingt, dem Film jedoch etwas Fahrt raubt und ihn teilweise schwer verständlich bezüglich der Personen und Zusammenhänge macht. Im Vergleich zu anderen wird Michael X zusammen mit dem Autor seines Buches ausgiebiger dem Zuschauer präsentiert, sein Teil der Geschichte endet allerdings in überaus kurzer Form.

Die Optik der 70er wurde im Film gut getroffen und kann das Publikum so überzeugen. Jason Statham sieht genau so aus wie immer: ob Schwerter des Königs, WAR, Crank oder Bank Job. Abbruch tut dies dem Film trotzdem nicht. Statham ist mit Sicherheit ein Publikumsmagnet und hat so dazu beigetragen, dass sich auch Leute, die sonst gerne auf Gaunerfilme verzichten (wenn nicht gerade George Clooney und Brad Pitt mitspielen), ins Kino getapert sind.

Was die Altersfreigabe des Streifens angeht, würde ich sagen mit einer FSK12 ist der Film erstaunlich milde bewertet worden. Die Folterszene ist – nicht zuletzt weil Action vorher rar war – recht brutal. Die danach vorkommende Action ist schlicht und heftig. Eine 16er-Freigabe ist hier nicht von Nöten, verglichen mit anderen Streifen ist die Freigabe ab 12 jedoch als ungewöhnlich locker ienzustufen.

Das Genre des Films wurde mit „Thriller“ benannt, „Gaunerfilm“ hätte es meiner Meinung nach aber besser getroffen. Die Story ist zwar spannend, durch die benutzte Genrebezeichnung werden beim Zuschauer jedoch zu hohe – bzw. falsche – Erwartungen geweckt. Am Anfang des Film merkten meine beiden Mitgucker an, es sei schon komisch einen Film Anfangen zu lassen wie einen Porno und ihn dann Bank Job zu nennen. (Ob es anderen männlichen Wesen auch so ging könnt ihr ja gerne in den Kommentaren berichten.)

Der Film zählt ohne Action, Explosionen und Gunfights nicht zum Mainstream, kann sich aber wirklich sehen lassen. Wer sich darauf einlassen kann, einmal etwas anderes anzuschauen als sonst, wird hier nicht enttäuscht.

Auf einer wahren Begebenheit beruhend, in England spielend und aufgrund des Namen eines Charakters, ähnelt The Bank Job dem deutschen TV-3-Teiler „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ aus dem Jahr 1966 mit Horst Tappert (Derrick) als Michael Donegan in der Hauptrolle. Auch hier ist das letzte Glied der Nahrungskette der Schwachpunkt der Gaunerbande. Wer einen der beiden Filme mochte, sollte sich den jeweils anderen auch noch ansehen.

Durch das langsame Anrollen bekommt der Film etwas Punktabzug, schafft es aber dennoch auf beachtliche 7,5/10 Punkten.

  • Diese Seite wurde zuletzt am 7. September 2008 um 19:39 Uhr geändert.
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