The One - Ungeschnittene Fassung (FSK18)(USA 2001) - Kritik von Gorygrunt

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Kritik von: Gorygrunt

Wirklich peinlich, das ich diesen Film erst so spät nach der Veröffentlichung gesehen.

Inhaltsverzeichnis

Story (2,0 von 3,0 Punkten)

Die Erkenntnis über unser Universum ist überholt, da viele Paralleluniversen existieren ist somit ein Multiversum. Jeder Mensch existiert in mehreren dieser Universen. Es ist auch möglich zwischen den verschiedenen Universen zu reisen. Diese Reisen sind streng reglimentiert und werden durch die Multiversal Agency (kurz MVA) überwacht. Die beiden MVA Agenten Harry Roedecker (Delroy Lindo) und Evan Funsch (Jason Statham) jagen schon zwei Jahre hinter dem Ex-MVA Agenten Yulaw (Jet Li) her. Dieser reist durch das Multiversum und tötet seine Doppelgänger. Dadurch wird die Lebenskraft die alle Doppelgänger zwischen den parallelen Universen verbindet auf alle übrigen verteilt. Er möchte aber diese Energie nur in sich alleine kontentrieren, denn dann ist er Gottgleich. Nachdem er den 123ten seiner Ichs getötet hat, bleibt nur noch einer übrig. Ein erbitterter Kampf beginnt, um der EINZIGE (THE ONE) zu sein…..


Ja, da sage ich doch gleich Rock’n’Roll! Ne spitzen Idee, wenn ihr mich fragt. Paralleluniversen, also ein Multiversum, mit mehreren möglichen Ichs und einer gemeinsamen Lebensenergie…

Hört sich kompliziert und durcheinander gepackt an, wird aber in dem Streifen sehr einfach behandelt. Es geht ziemlich schnell zur Sache und man erkennt gleich in den ersten Szenen, das der Film hält, was er verspricht. Und zwar Actionreiche Nahkampfsequenzen, die nicht ohne Computeranimationen ausgekommen wären.

Zwar verläuft die komplette Story teilweise sehr holprig, aber dies ist auch schon der einzige negative Vorwurf. Die Geschichte enthält keinerlei Tiefs und das Niveau wird durchgehend gehalten. Der Zuschauer wird nur das Gefühl nicht los, dass die Entwicklungen während des Drehs verändert worden sind (war zumindest mein persönlicher Eindruck). Der Film wird nicht durch unnötige Gefühlsduselei in die Länge gezogen, dennoch konnte man es sich nicht nehmen lassen, ein kleine Liebelei mit einzubauen. Dieser kleine „romantische Part“ wurde aber dem Film entsprechend zugeschnitten.

Drehbuchautoren Glen Morgan und James Wong (der auch als Regisseur aktiv war) verpacken einen rasanten Actionfilm in eine Science Fiction Hülle und die Mixtur passt. Glen Morgan schrieb schon Drehbücher für WILLARD, RAGMAN und der TV Serie 21 JUMP STREET. James Wong hingegen ist bekannt für die Scripts von FINAL DESTINATION 1 und war mitwirkend an ein paar Drehbüchern für die Serie AKTE X genau wie sein Kollege Glen Morgan. Ich denke, dass so die Kooperation zu diesem Film entstand.

Dies sollte euch jetzt aber nicht abschrecken, die Erzählungen in diesem Film sind wirklich gut ausgepfeilt.

Der gute Wong hat auch das Drehbuch für den dritten Teil von FINAL DESTINATION ausgearbeitet und soll noch dieses Jahr in die deutschen Kinos kommen.

Produktion (3,0 von 3,5 Punkten)

Der bereits erwähnte Drehbuchautor James Wong führte in diesem Action-Sci-Fi-Film auch Regie. Sein bisherigen Leistungen in Sachen Regisseur wie FINAL DESTINATION Teil 1 und demnächst auch Teil 3 und AKTE X-DER FILM bestätigten ja schon ein wenig meine folgenden Aussagen. Er scheint sich gerne mit etwas innovativeren Geschichten zu befassen, die etwas mehr versprechen als ein 08-15 Remakefilm. Auch hier geht er sehr schön auf die Entwicklungen ein ohne dabei den Faden für das wesentliche zu verlieren. Soetwas kann man in sehr vielen Filmen beobachten, die am Rande immer ein wenig wegdriften und plötzlich sieht man Szenen die etwas unpassend in den Verlauf der Erzählung reingedrückt wurden. Wie ich bereits behauptete hatte ich das Gefühl das ein wenig hin und her gedreht wurde bei der Produktion. Aber nach reiflicher Überlegung und dem betrachten seiner sonstigen Outputs vielleicht auch so gewollt. Man hat das Gefühl das die Entwicklung in eine bestimmte Richtung geht, doch diese wechselt noch während man darüber nachdenkt. Wir dürfen also auf den dritten Teil von Final Destination gespannt, sein.

Auch der Kameramann Robert MacLachlan wird beim der Fortsetzung der Final Destination Reihe dabei sein. Hier hat er sich wahrscheinlich seine Zusage verdient. Neben der Verwendung von einem wirklich guten und klarem Kamerafilter, bedient er sich moderner wie auch altmodischer Methoden der Kameraeinstellung. Sehr ruhig manchmal etwas zu distanziert von dem Hauptgeschehen in der Szene, tut dem ganzen aber keinen Abbruch. Er beschrieb die Filmrollen auch schon für WILLARD und ein paar MACGYVER Folgen. Eigentlich ist Robert nur bekannt als einfacher Bediener der Kamera und arbeitete so an 13 GEISTER und FREDDY VS. JASON mit. Aber trotzdem macht er seine Arbeit als Leiter des Kamerateams anständig.

Kommen wir zu unserem negativen Part in der Produktion – dem Cutter. James Coblentz versucht dasselbe wie sein Kollege an der Kamera. Mal wird konventionell ein Schnitt zur nächsten Szene oder Einstellung gemacht. Und dann bekommt man das Gefühl das er für kurze Zeit durchdrehte und viel zu schnelle Wechsel verursachte. In einigen Szenen wirkt es doch wie ein Musikvideo, ist zwar nocht SOOOOO schlimm, aber es versaute die gute Arbeit des Fotografen. Komisch weil er in FINAL DESTINATION 1 so ne Mätzchen unterließ. Bekannt war er mir dann noch aus RUNAWAY-SPINNEN DES TODES.

Die Visuellen Effekte wurden dieses Mal von Eric Durst übernommen, der damit seinen nächsten Stein für SPIDER-MAN 2 legte. Sam Raimi soll ihn angesprochen haben nachdem er THE ONE gesehen hat und zwar wegen der animierten Kampfsequenzen, die mit den realen Einlagen der Darsteller vermischt wurden. Die postive Entwicklung der Animation von SPIDER-MAN und SPIDER-MAN 2 sind auch deutlich erkennbar. Eric Durst begann seine Animationskarriere bei dem Film TRON und durfte erstmals in BROKEN ARROWS beweisen was er als Hauptverantwortlicher drauf hat. Auch in END OF DAYS war seine Arbeit zu bewundern.

Der Score geht ein wenig unter und wurde von dem Duo Paul Linford und Trevor Rabin komponiert. Haben zusammen u.a. schon CON AIR, BAD BOYS 2 und DEEP BLUE SEA mit Musik bedient.

Darsteller (3,0 von 3,5 Punkten)

Um es gleich Vorweg zu nehmen, bei einem Actionfilm wie diesen wird natürlich nicht die Charakterstarke Darstellung eines Schauspielers bewertet, sonst müsste ich der Kategorie nur einen halben Punkt geben.

Da hätten wir als erstes Jet Li, der in Beijing (China) geborene Schauspieler ist schon seit Jahren in seiner Heimat kein unbekanntes Gesicht mehr. In den westlichen Ländern etablierte er sich sehr schnell mit Filmen wie ROMEO MUST DIE, KISS OF THE DRAGON, BORN 2 DIE, obwohl seine erste Rolle (in Hollywood) meines Wissens nach in LETHAL WEAPON 4 gewesen sein muss. Seine Filme sind sehr Martial-Arts-lastig und sein einzigartiger Stil macht ihn so sympathisch. Immer mimt er den stillen, besonnenen und nie aus der Fassung zu bringenden Helden. Man handelt in Hollywood schon als Nachfolger von Bruce Lee, na ja da muss aber noch ein bischen was kommen, oder? Mal schauen was der nächste Film UNLEASHED so anstellt!

Die Rolle der Frau von Gabe Law (Jet Li) wurde von TV Serienstar Carla Gugino übernommen. Leider konnte sie ihre Wurzeln nicht richtig verbergen. Ihre nicht ganz überzeugend gespielte Rolle erinnerte an ihre bisherigen Auftritte in FALCON CREST, CHICAGO HOPE und CHAOS CITY. Leider kann ich es nicht richtig in Worte fassen was ich meine, also seht selbst. Sie wird demnächst in SIN CITY zu sehen sein, weitere Filme mit ihr SPY KIDS 1-3.

Besonder gut fand ich das Delroy Lindo wieder mit dabei war. Bekannt aus NUR NOCH 60 SEKUNDEN, THE CORE, GOTTES WERK UND TEUFELS BEITRAG (seine beste Rolle übrigens!). Er spielte somit das zweite Mal mit Jet Li in einem Film mit, der erste war ROMEO MUST DIE. Seine Rollen haben immer etwas ruhiges und kontrolliertes, mit etwas Witz. Doch letzteres fehlte mir in diesem Film. Er ist zwar kein vielseitiger Darsteller, aber es macht immer wieder Spass ihm zuzuschauen.

The last but not least! Jason Statham konnte sich schon in BUBE, DAME, KÖNIG, GRAS sehen lassen. In MEAN MACHINE und SNATCH bewies er das er nicht nur eine eiskalte und charakterlose Rolle spielen kann. Sein wirklicher Durchbruch war aber in THE TRANSPORTER, wo er auch in der Fortsetzung dieses Jahr zu sehen sein wird. Jason ist der typische Actionfilm Darsteller immer dieselbe Mimik, das gewisse STONEFACE. Auch in diesem Film wieder die passende Rolle gefunden und den Zweck erfüllt.

Bild (3,5 von 3,5 Punkten)

Der Film besticht in erster Linie durch die gelungenen Schwarzwerte, die auf dieser Scheibe kompremiert wurden. Das 2,35:1 Widescreen Bildformat kommt in einer sehr schönen Farbmischung auf den Bildschirm/Leinwand.

Hinzukommt die besonders gute Konturenschärfe, die selbst in dunklen Szenen ein detailreiche Wiedergabe des Bildes zulässt. Die meisten Szenen werden eher in dunklen Blau- und Schwarztönen dargestellt, die aber dem Kontrast keine Einschränkungen bieten. Wieder mal eine DVD bei der es mich ärgert, dass ZUVIEL Bonusmaterial enthalten ist. Auch hier empfehle ich die SUPERBIT Version der DVD aus den Staaten, diese DVD-9 wurde randvoll nur mit Filmdaten beschrieben und weist eine unglaublich geniale Wiedergabe auf. Nichts desto trotz ist auch dieser Silberling vom Bildmaterial her ein Mitspieler der oberen Liga!

Ton (2,5 von 3,5 Punkten)

Wie bereits erwähnt geht der Score ein wenig unter in dem Film und ist unzureichend auf die Kanäle verteilt worden. Besonders ärgerlich da nur die beiden Fronts Links und Rechts bei der Musik bedacht wurde. Ganz anders die Effekte die sehr schön rund über alle Lautsprecher im Kreis laufen. Die Voices sind über dem Center deutlich zuhören, werden nur in manchen actionreichen Szenen etwas überrumpelt und man versteht kein Wort. Die Effekte wurden sehr direktional abgemischt, sind zwar eindeutig differenziert über mehrere Kanäle gelegt, aber der Subwoofer kommt ein wenig zu kurz. Dem Thema des Films und der Geschichte aber ausreichend und entsprechend bearbeitet.

Bonusmaterial/Artwork/Layout (2,0 von 3,0 Punkten)

Das Cover konnt nun wirklich nicht passender sein, als THE ONE einfach abzubilden. Das hier animierte und mit Musik hinterlegte Menü fand ich ein wenig unübersichtlich, aber das macht den film noch lange nicht aus.

Ein interessanter Audiokommentar von James Wong, Produzent James Snyder, Kameramann Robert McLachlan und Cutter James Coblentz. Diese sollte man sich mal anhören, denn sie bestätigen meine hier angegebene Kritik in der Rubrik PRODUKTION.

Besonders genial finde ich immer wieder den X-PLORE Mode, den wir unteranderem auch bei MATRIX (der hieß auf der Scheibe „Folge dem weissen Hasen“) finden. Aktiviert man diesen Mode erscheint bei irgendweiner Szene ein Symbol (in diesem Fall ein X), wenn man jetzt eine bestimmte Taste drückt, wird ein MAKING OF von dieser Szene gezeigt. Na das macht doch mal Spass.

Desweiteren enthalten: Trailer, TV Spots, Filmografien, ein 16 Minütiges MAKING OF, Interviews u.s.w.

Fazit

Ein sehr kurzweiliger Action-Sci-Fi-Film ohne hohen Anspruch mit aber einer sehr guten Story. Sehr geile teilanimierte Kampfsequenzen und ein qualitativ hochwertiges Bild garantieren einen hübschen POPCORN-Kino-Abend. Also Gehirn ins Bett geschickt und DVD Player eingeschaltet, rein mit der Scheibe!

Übersicht Punkteverteilung

  • Film 8,0 von 10
    • Die Punkte setzen sich wie folgt zusammen:
      • 2,0 von 3,0 Punkten - Story/Drehbuch
      • 3,0 von 3,5 Punkten - Produktion (d.h. Cut, Kamera, Ausstattung, Regie u.s.w.)
      • 3,0 von 3,5 Punkten - Darsteller/Nebenrollen
  • DVD 8 von 10 Punkten
    • Zusammengesetzt von:
      • 3,5 von 3,5 Punkten - Bild
      • 2,5 von 3,5 Punkten - Ton
      • 2,0 von 3,0 Punkten - Bonusmaterial/Artwork/Layout

Siehe auch


Weblinks

  • Diese Seite wurde zuletzt am 22. August 2006 um 14:18 Uhr geändert.
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