The Virgin Suicides (USA 1999) - Kritik von Herr Shaggy

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Inhaltsverzeichnis

The Virgin Suicides

Kritik von Herr_Shaggy.

Hintergrund

Vorne weg: ich liebe diesen Film! Nicht umsonst steht er in meinen persönlichen Top 5.

Story

The Virgin Suicides spielt in den 70er Jahren, in irgendeinem einem Vorort in Michigan. Dort lebt die Familie Lisbon mit ihren fünf bildhübschen, blonden Töchtern Lux (Kirsten Dunst), Mary (A. J. Cook), Cecilia (Hanna R. Hall), Therese (Leslie Hayman) und Bonnie (Chelse Swain). Alle Jungs in der Nachbarschaft schwärmen von ihnen, träumen von ihnen. Ausleben können die jungen Mädchen sich jedoch nicht. Die konservativen Eltern schirmen die 5 harsch von der Außenwelt ab, um sie vor all den Gefahren der Pubertät zu schützen. Den Töchtern werden viele Regeln auferlegt, was zu Problemen führt. Cecilia (Hanna R. Hall), mit 13 die jüngste der Töchter, begeht Selbstmord! Daraufhin ändert sich das Leben der Schwestern schlagartig. Sie werden (alle) zum Psychiater geschickt (gespielt von Danny DeVito), der nach den Sitzungen mit den fünfen den Eltern rät, ihren Töchtern mehr Kontakt mit gleichaltrigen Jungs einzuräumen. Daraufhin gerät Lux (Kirsten Dunst)- die hübscheste und was Männer angeht offenste- gerät an den Aufreißer Trip Fontaine (Josh Hartnett). Mit seinem Charme schafft er es, die Eltern davon zu überzeugen, alle Töchter auf den Abschlussball gehen zu lassen (er selbstredend als Begleitung von Lux). Als diese dann aber erst am nächsten Morgen vom Ball wiederkehrt, schotten Mr. und Mrs. Lisbon ihre Töchter komplett ab. Voller Verzweiflung fassen die übrigen Lisbon Töchter einen finalen Entschluss…

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Allgeimeine Kritik

In 93 Minuten schafft es Sofia Coppola den Zuschauer durch eine Achterbahnfahrt der Gefühle zu schicken. Basierend auf dem Gleichnamigen Roman von Jeffrey Eugenides und produziert von Sofias Vater Francis Ford, spricht The Virgin Suicides eine ganze Bandbreite von Emotionen an. So wirkt der Film von Beginn an melancholisch und schön zugleich, macht einen auf Grund des Schicksals der Schwestern zutiefst traurig, bringt den Zuschauer aber auch ebenso zum Lachen (nicht zuletzt wegen den permanenten Parallelen auf die eigene Jugend und dem daraus resultierenden „Situationsverständnis Gefühls“). Erreicht wird diese Bandbreite sowohl durch die Visualisierung, als auch durch die Erzählweise; die Geschichte wird nämlich aus der Perspektive einer Gruppe von 4 Jungen erzählt, die sich 20 Jahre nach den Titelgebenden Ereignissen getroffen haben, um das Mysterium um die schönen Lisbon Schwestern (die sie damals anbeteten) zu ergründen. Dadurch werden die Blondinen von Beginn an mystifiziert und glorifiziert. Es entsteht eine unwirkliche Aura um die (Anfangs) Fünf, aus der sich ein Großteil des Reizes ergibt. Einerseits hat man diese traumhaft schönen Wesen vor Augen, andererseits das nüchterne Dasein der Fünf. Sofia Coppola sagt dazu:

Im Kern der Geschichte ging es für mich darum, wie Zeit, Entfernung und Erinnerung auf einen einwirken und welch ungeheure Kraft das Unerklärliche hat. Hier geht es um die großen Themen des Lebens: Sterblichkeit, Leidenschaft und Liebe. Es geht nicht darum, den Selbstmord zu romantisieren. Für mich hatten die Lisbon Schwestern und das, was sie getan haben, nie etwas Reales, und ich glaube nicht, dass sie so gedacht waren. Die Lisbons sind Hirngespinste, Schatten der Erinnerung: jene mythischen Wesen der Phantasie, die so viel schöner sind als die Wirklichkeit, so dass sie natürlich keinen Bestand haben können“.

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Diese dort beschriebene Phantasie wird wunderbar durch die Bilder getragen. So ziert das Bild ein deutlicher orange und braun Filter, der eine träumerische Atmosphäre schafft. Zudem tragen die Bilder alle (absichtlich) eine leichte Unschärfe, um den zarten Gesamteindruck zu verstärken.

Den visuellen Genuss steigert der die französische Band Air dann nochmals akustisch. Der von ihnen verfasste Score ist einfach nur traumhaft und sphärisch. Das (auch auf der DVD als Video enthaltene) Lied „Playground Love“ ist zauberhaft und drückt die Emotionen, die der Film vermittelt ungemein gut aus.


Die Schauspieler überzeugen auch allesamt, besonders hervorzuheben sind natürlich einerseits die bezaubernde Kirsten Dunst (als Lux Lisbon) und Josh Hartnett (als Trip Fontaine). Kirsten Dunst wirkt wunderbar frisch und bezaubernd und fasziniert in jeder Einstellung. Anderes als in doch recht „simplen“ Rollen wie Spiderman und Konsorten, beweist sie ihr überaus großes schauspielerisches Talent. Neben Interview mit einem Vampir wohl ihre bis dato beste Rolle! Josh Hartnett überzeugt ebenso als draufgängerischer Frauenheld. Diese Rolle scheint ihm auf den Leib geschrieben. Locker und lässig, einfach nur passend. Kathleen Turner und James Woods dind ebenfalls fabelhaft in ihren Rollen als konservative Eltern. James Woods spielt derart glaubhaft den langweiligen, von seiner Frau unterdrückten Mathelehrer, dass er einem Leid tut. Im Gegensatz dazu möchte man bei Kathleen Turner andauernd mit dem Kopf schütteln, bei ihren Erziehungsmethoden bestehend aus strikten Regeln und Zunft. Der Cast mit einem Wort: genial!

Veröffentlichung und Technik

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Technisch ist die DVD auch gut. Das Bild kommt in anamorphem Breitbild in 1.85:1 daher und hat lediglich mit einer leichten Grobkörnigkeit und etwas Hintergrundrauschen zu kämpfen. Auf Grund der Bildsprache des Films, nimmt man die Unschärfe als gelungenes Stilmittel hin.

Der Ton kommt auf deutsch und englisch im DD 5.1 Gewand daher und überzeugt in beiden Spuren durchaus. Für einen Dialog-lastigen Film gibt es recht viele Umgebungsgeräusche, aber vor allem den grandiosen Score auf allen Kanälen. Ansonsten läuft das Geschehen hauptsächlich vorne ab.

Technisch gibt es 7.5/10, 7 Punkte fürs Bild und 8 für den Ton

Die Extras sind eher mager. Neben einem wenig informativen Making Of gibt es noch besagtes Musikvideo („Playground Love“- Air), den Kinotrailer und eine Fotogalerie. Highlight sind die 10 anhörbaren Lieder aus dem Score, was die Extras deutlich aufwertet.

Extras: 6/10

Fazit

Sofia Coppola hat mit ihrer ersten Regie Arbeit einen unvergesslichen, wunderschönen Film über das Erwachsenwerden gedreht. Es gibt an keiner Stelle etwas zu meckern, von Anfang an wird man verzaubert. Freunde von American Beauty und ähnlichen Filmen werden wunderbar bedient. Aber auch sonst kann ich den Film wärmstens weiterempfehlen.


10 von 10 Punkten

  • Diese Seite wurde zuletzt am 8. September 2005 um 21:32 Uhr geändert.
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