Twilight - Biss zum Morgengrauen (USA 2008) - Kritik von Isinesunshine
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Twilight - Biss zum Morgengrauen
Die Eltern von Bella Swan (Kirsten Stewart, Jumper) sind geschieden und sie lebt bei ihrer Mutter, die nun mit einem Profi-Baseballspieler verheiratet ist, im sonnig warmen Arizona. Als ihre Mutter sich dazu entschließt, ihren Mann auf dessen berufsbedingte Reisen zu begleiten, muss Bella zu ihrem Vater Charlie (Billy Burke, Untraceable) ziehen. Der ist Polizeichef in der Kleinstadt Forks, die die höchste Niederschlagsrate der ganzen Vereinigten Staaten zu bieten hat. Kein Wunder, dass Bella nicht begeistert ist.
An ihrer neuen Schule wird sie recht freundlich aufgenommen, doch der Junge, der ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht, scheint sie zu verabscheuen. Er, Edward (Robert Pattinson, Harry Potter 3 & 4), ist eins von fünf Adoptivkindern eines in Forks praktizierenden Arztes, Dr. Cullen (Peter Facinelli, The Scorpion King). Die fünf sind eigentlich immer nur für sich, doch zwischen Bella und Edward baut sich ein wechselhaftes, merkwürdiges und besonderes Verhältnis auf… …
Das Genre des Films wurde mit “Vampir-Fantasy” betitelt. Genau aus diesem Grund hat dieser Film nach dem Roman von Stephenie Meyer, das ich nicht gelesen habe, mich inhaltlich komplett überrascht. Mit einem Vampirfilm rechnend hatte ich mich in den Kinosaal begeben und bekam dort dann einen sehr zwischenmenschlichen Streifen geboten, der die alltäglichen Vampirmythen umwirft. Darunter fättl z.B. “Vampire schlafen in Särgen”, “Vampire haben kein Speigelbild”, “Vampire sterben im Sonnenlicht” oder “Vampire muss man mit einem Pflock durchs Herz töten”. Um solche Themen geht es im Film aber sowieso nicht.
Im Vordergrund steht die Beziehung zwischen Bella und Edward. Die Cullens sind Vampir-Vegetarier, trinken nur tierisches Blut - wie auch Louis (Brad Pitt) in Interview mit einem Vampir, die Versuchung ist aber dennoch omnipräsent. Außerdem unterscheidet diese Liebesgeschichte ein anderer wichtiger Aspekt von so vielen anderen in Filmen publizierten: es geht nicht ums Körperliche. Es geht nicht umsKörperliche, sondern ums Zusammensein und um eine Anziehung, die beide schon zum ersten Mal spüren, als sie sich sehen/treffen/ riechen.
Bella ist, von Anfang an, nicht nur die Protagonistin, sondern auch die Erzählerin (aus der Ich-Perspektive), womit in den Film eingestiegen wird. Bei vielen Filmen taucht eine derartige Einleitungssequenz am Ende wieder auf, um den Kreis zu schließen; wird dann ein zweites Mal gespielt. Ein relativ aktueller Film, an der eine solche Sequenz zeigt und wiederholt, allerdings nicht ans Ende des Films setzt, sondern weiter vorne platziert, ist beispielsweise Max Payne. In Twilight wird aber noch einen Schritt weiter gegangen: hier wird die Einleitung in zwei Teile aufgeteilt: den visuellen und den auditiven Teil und beide werden unabhängig voneinander zu späteren Zeitpunkten in den Film eingewoben. Der visuelle Teil wird hierbei nicht wiederholt, sondern erweitert und nur der gesprochene Teil wird genau so wiederholt.
In Twilight sieht man viele Gesichter, die man irgendwo schonmal gesehen hat… aber wo? Mit dieser Frage habe ich mich - bezogen auf mehrere Charaktere bzw. Schauspieler - während des Films beschäftigt. Am prägnantesten von allen Personen fand ich hierbei Cam Gigandet. Als mir dann einfiel, woher ich ihn kannte, war mein Kopf wieder um einige Denkanstrengung erleichtert: aus The Fighters, wo er ebenfalls den Bösen gibt. Nicht ganz so schlimm fand ich es, dass mir keine andere Rolle von Billy Burke, der hier Chalie Swan spielt, einfiel. Also habe ich iMDb gefragt und als ich dann Untraceable gelesen habe, hat es doch sofort klick gemacht. Die Frage aller Fragen für die Allgemeinheit (bzw. die Damenwelt) ist allerdings diejenige nach Robert Pattinson: woher kennt man ihn denn? Richtig, aus Harry Potter 3 & 4, in denen er als Cedric Diggory zu sehen war.
Dann bleiben wir doch gleich mal bei Robert Pattinson. Der Engländer ist ja wirklich attraktiv - keine Frage (dafür hat er 2008 ja auch so manchen Preis abgeräumt), aber am Anfang des Film, wenn “das Bleichgesicht” mit seinen Adoptivgeschwistern am Tisch sitzt, zweifelt man diesen optischen Vorzug ersteinmal an. Aber die Optik ist ja nicht wichtigste, also zu Edward - seiner Rolle. Er liefert hier wirklich eine gute Performance ab und bringt den Vampir-Vegetarier sehr gut rüber. Bei ihm - bzw. dem Stuntman - hätte ich mich übrigens gerne mal auf den Beifahrersitz gesetzt!! :)
Auch Kristen Stewart kann ihrer Rolle, Bella, Leben einhauchen und sie dem Publikum näher bringen. Probematisch wird das ganze nur dadurch, dass der Zuschauer von vornherein weiß, wer zu den Vampiren gehört, weil es schlicht und ergreifend offensichtlich ist. Nimmt man diesen negativen Schleier dann einmal weg, kann sich das, was dahinter liegt, aber auf jeden Fall sehen lassen. Kristen Stewart kam bestimmt auch dem einen oder anderen bekannt vor: vermutlich aus Jumper.
In Twilight findet sich ein ganzer Haufen lustiger Szenen ein, wobei mir die “wir kochen Italienisch”-Szene am stärksten in Erinnerung geblieben ist. Oder aber - gerade für mich als Vegetarierin - der Tofu-Tierblut - Vergleich… :D Action ist dann doch etwas rarer vertreten und der entscheidende Kampf ist nicht sehr lang geraten. Wahnsinnig gestört hat mich das trotzdem nicht.
Sehr erwähnenswert ist der Soundtrack, dessen orchestrale Stücke von Carter Burwell komponiert wurden, der u.a. zu The Big Lebowsky oder Brügge sehen… und sterben? die Musik beisteuerte. Daneben finden sich auf dem Soundtrack auch Tracks von Paramore, Linkin Park, Muse, The Black Ghosts, MuteMath, Perry Farrell, Collective Soul, Blue Foudation und Iron and Wine. Track 10, Never Think, wurde von Robert Pattinson, der Edward spielt, geschrieben und performed (er singt und spielt Gitarre sowie Klavier und Keyboard). Nicht auf der CD enthalten ist zum Beispiel Claire De Lune von Débussy, das aber trotzdem seinen Platz im Film findet.
Das Buch habe ich - wie gesagt - nicht gelesen, aber es ist davon auszugehen, dass diejenigen, die es gelesen und für gut befunden haben, vom Film enttäuscht werden. Zum einen deshalb, weil das meistens der Fall ist und zum zweiten, weil ich vermute, dass alle Charaktere im Buch tiefgehender beschrieben und behandelt werden. Warum? Nunja, bei iMDb sind die Rollen der Freunde Bellas mit Nachnamen gelistet - im Film wurden diese aber nichtmal erwähnt und dies deutet darauf hin. Mich hat dieser Umstand allerdings nicht gestört, denn der Fokus liegt nunmal auf dem ungewöhlichen Paar.
Alles in allem ist Twilight eine Lovestory der besonderen Art, die zu überzeugen weiß und damit 8/10 Punkten errungen hat.
- Diese Seite wurde zuletzt am 18. Januar 2009 um 20:55 Uhr geändert.
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