Vier Brüder (USA 2005) - Kritik von hasendeddy

Aus wiki.dvdb.de

Wechseln zu: Navigation, Suche

(orig. Titel: Four Brothers)

Kritik von hasendeddy.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Von allen Seiten hat man vor kurzer Zeit gehört, was für ein toller Actionfilm da auf die DVD-Gemeinde losgelassen worden sein soll. Die Rede ist von "Vier Brüder", einem Film von John Singleton. (Der Story lag wohl der Western "Die vier Söhne der Katie Elder" zugrunde - das aber nur nebenbei)

Na, reine Action aus Hollywood sind normalerweise ja nicht so mein Ding, aber als ich die gebrauchte DVD bei meiner Videothek stehen sah, konnte ich meine Neugier nicht mehr zügeln und griff zu.

Wie gesagt, überall hat der Film ganz gute Bewertungen kassieren können - Bei der Ofdb die Note: 7.18 und in der Imdb 6.8 von 10 Punkten. Jetzt bin ich dann endlich dazu gekommen den Film zu gucken.

Handlung

Evelyn (Fionnula Flanagan) arbeitete bis zu ihrer Pensionierung in einem Waisenhaus und hatte in ihrer aktiven Zeit vier hoffnungslose Fälle, die wegen ihrem kriminellem Verhalten keiner adoptieren wollte.

Um ihnen trotzdem ein Zuhause zu schenken, hat Evelyn diese vier unterschiedlichen Jungen adoptiert und so gut wie möglich zivilisiertes Verhalten beigebracht. Mit sehr unterschiedlichem Erfolg.

Bobby (Mark Wahlberg), steht noch immer mit dem Gesetz auf dem Kriegsfuß und zieht Ärger magisch an, Angel (Tyrese Gibson), Jeremiah (André Benjamin) und Jack (Garrett Hedlund) gehen mehr oder weniger geregelten Berufen als Rocksänger, Immobilienhändler oder Soldat nach.

Natürlich hatten sich ihre Wege mit ihrem Erwachsen werden getrennt, aber als ihre Mutter bei einem Überfall auf einen Laden kaltblütig von den Gangstern erschossen wird, kommen alle zu ihrer Beerdigung.

Schnell erkennen die Brüder, dass es sich bei dem Überfall wohl um eine geplante Aktion gehandelt haben muss. Von den Ermittlungserfolgen der Polizei enttäuscht nehmen die Vier nun selbst das Gesetz in die Hand und ermitteln mit sehr ungewöhnlichen Methoden...

Kritik

Also eines vorweg: Ich fand den Film durch und durch gelungen und ich war 100 Minuten perfekt unterhalten. Doch der Reihe nach.

Wie ich oben schon bemerkt habe liegt der Story wohl der Western "Die vier Söhne der Katie Elder" zugrunde. Dieses zwar geklaute aber interessante Konzept macht den Film zu etwas Besonderem, denn die vier grundverschiedenen Brüder sind neben dem 70er Jahre Set soz. die "Hauptattraktion" des Films. Es machte mir einfach Spaß die vier Brüder in ihrer manchmal ausufernden Action und Persönlichkeit zu beobachten. Vier verschiedene Charakter, welche sich zusammenraufen müssen - nicht ganz neu, aber immer wieder spannend.

Für die Handlung wählte John Singleton wie gesagt die Stadt Detroit in den späten 70er Jahren. Auch das sorgt für eine klasse Atmosphäre - noch dazu, weil es gerade Winter in der Stadt ist - Coool!

Dazu passend wurde der Soundtrack ausgewählt - Funk und Soul wie in der entsprechenden Zeit. Das alles vermischt sich zu einer absolut stimmigen Atmosphäre.

Die Handlung bietet einen Spannungsbogen ohne Unterbrechungen und sorgt so für die schönste Popcornunterhaltung ohne Langeweile. So soll es ja auch sein.

Bleibt mir nur noch zu erwähnen, dass Mark Walberg in der Rolle des Bobby gegenüber den drei anderen Hauptdarstellern klar heraussticht. Er spielt die anderen klar an die Wand und das liegt nicht nur an seiner Rolle, sondern auch an seinem Können. Toller Schauspieler.

Ach ja...die über den ganzen Film gut verteilten Actionszenen sind natürlich auch erste Klasse und äußerst effektreich inszeniert - mit Autoverfolgungsrennen, Schießereien und allem, was ein solcher (Retro-) Actionfilm braucht.

Als einzigen Wehrmutstropfen muss ich leider trotzdem noch etwas anführen. Denn der Gewaltpegel ist schon sehr hoch in diesem Film. Kritiklos wird Gewalt zur Lösung aller Probleme als Alternative akzeptiert. Alles ohne Folgen. Und Selbstjustiz ist die natürlichste Sache der Welt - auch völlig ohne Konsequenzen für die Protagonisten. Den moralisch gefestigten Filmfreund mag das nichts ausmachen, aber gerade diesen Film gucken auch "labile Gestalten". Daraus könnten sich unabsehbare Folgen für Staat und Gesellschaft ergeben....

Meine DVD

Das Bild der Paramount DVD ist sehr gut und kann durch seine Schärfe überzeugen. Die Farben sind blass, was aber von der winterlichen, düsteren Stimmung des Films kommt. Bildfehler konnte ich keine nennenswerten ausmachen. Auch in den dunklen Bildteilen waren die Details gut zu erkennen.

Beim Ton geht bei dieser DVD wieder einmal mehr die Post ab. Kugeln pfeifen um die Ohren und auch verstaubte Subwoofer bekommt mal wieder etwas Futter. Die Atmosphäre wird schön räumlich ins Wohnzimmer serviert, sodass man geneigt ist, den Kopf wegen herumfliegender Kugeln einzuziehen. Von Referenzwerten wie bei „Master & Commander“ ist diese DVD trotzdem noch meilenweit entfernt. Mir fehlte es etwas an Dynamik.

Den wirklich gut abgemischten Ton gibt's in Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1) und Türkisch (Dolby Digital 5.1). Der Audiokommentar von John Singleton tönt in Dolby Digital 2.0 Surround).

Untertitel gibts in Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Arabisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, Türkisch und für den Audiokommentar gibt's dankenswerterweise auch Untertitel.

Wie immer hatte ich keine Zeit für die Extras - hier die Fakten:

  • Das Design
  • Der Herstellung von "Vier Brüder"
  • Hinter der Bruderschaft
  • Schießerei im Mercer Haus
  • Entfernte Szenen
  • Original Kinotrailer

...und der Audiokommentar vom Regisseur John Singleton.

Ach ja…über den Aufdruck „Special Collectors Edition“ brauche ich wohl nichts mehr zu sagen – oder? So langsam wird’s peinlich…

Fazit

Ich muss sagen, dass mir der Actioner wirklich sehr gut gefallen hat. Actionfilme sind zwar nicht so mein Ding, aber dieser konnte mich schon alleine wegen der ungewöhnlichen Zutaten begeistern.

Angefangen von den unterschiedlichen Brüdern, über das im winterlichen Detroit beheimatete Set, bist zum Retrolook, das durch den hervorragenden Soundtrack noch besser zur Geltung kommt, machen diese Zutaten den Film zu etwas besonderem im üblichen Actioneinerlei. Auch die Action an sich stimmt, sodass ich jedem Actionfan diese DVD nur ans Herz legen kann. Sehr gute und spannende Unterhaltung.

Ein wenig möchte ich jedoch mit dem Zeigefinger wedeln. Im Film wird die dargestellte Gewalt niemals hinterfragt und Selbstjustiz führt bei dem Streifen auch immer zum Erfolg - ja sie scheint sogar legitim. Das sind doch schon sehr bedenkliche Aussagen, welche dieser Film macht.

Wer damit richtig umgehen kann, der hat auch kein Problem - aber den Film könnten auch Leute sehen, die zwischen der Realität und Wirklichkeit nicht unterscheiden können - und dann wird's bedenklich...

7,5/10 Punkten (Die fragwürdige Thematik der Selbstjustiz und die überschwängliche Gewalt mal außer Acht gelassen)

Weblinks

  • Diese Seite wurde zuletzt am 15. September 2006 um 15:41 Uhr geändert.
  • Diese Seite wurde bisher 141-mal abgerufen.