Yakuza Graveyard (Japan 1976) - Kritik von hasendeddy

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(orig. Titel: Yakuza no hakaba: Kuchinashi no hana)

Kritik von hasendeddy.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Endlich bekommt man hier im Abendland auch mal Filmperlen zu sehen, die in Asien schon lange als Klassiker bekannt sind. Die Rede ist hier von „Yakuza Graveyard“, einem Film aus dem Jahr 1976 vom japanischen Meisterregisseur Kinji Fukasaku. Dieser dürfte der Commuity spätestens seit dem umstrittenen „Battle Royale - Nur einer kann überleben“ bekannt sein.

Asiafilm-Kennern dürfte dieser Regisseur zudem noch von Werken wie „Battles Without Honor and Humanity (1973)“, Graveyard of Honor (1975) und Samurai Reincarnation (1981) bekannt sein.

Nun hat sich Rapid Eye Movies also „Yakuza Graveyard“ im Rahmen ihrer „Nippon Classics“ Reihe angenommen. Es wird von Fukasaku in dieser Reihe auch noch „Battles Without Honor and Humanity“ herauskommen. Toll!…weiter so!

Handlung

Die Story spielt in Osaka, wo wie in ganz Japan Yakuza-Banden die Fäden der Macht in ihren Händen halten. Die Machtverhältnisse sind bislang gut verteilt und dadurch ausgewogen gewesen. Es gab es für die Polizei auch nicht besonders viel zu tun und sie waren bislang nur darauf bedacht, die Verhältnisse so beizubehalten wie sie sind. Das Gleichgewicht versprach nämlich Ruhe und Ordnung.

Doch die Zeiten sind in finanzieller Hinsicht sehr hart geworden, sodass sich die Banden neue Einnahmequellen erschließen müssen um überleben zu können. Dabei kommen natürlich die „Interressenbereiche“ der rivalisierenden Banden miteinander unweigerlich in Konflikt.

Der kleine Nishida Clan hat sich auf Glückspiel spezialisiert und macht dort auch gute Einnahmen. Der größere und machthungrige Yamashiro-Clan versucht nun in diesem Geschäftsbereich Fuß zu fassen und will den kleinen Nishida Clan zerschlagen.

Die Polizei steht dem Ganzen zunächst machtlos gegenüber und die Führung der Polizei entscheidet sich dafür, den machtmäßig überlegenen Yamashiro-Clan zu unterstützen. So soll möglichst bald wieder Ruhe herrschen.

Doch die Sache ist nicht so ganz einfach, denn einer ihrer Ermittler hat seinen eigenen sturen Kopf und will nicht so recht mitspielen. Kuroiwa ist ein harter Bulle, der auch vor etwas ungewöhnlicheren Verhörmethoden nicht zurückschreckt.

Beim Kampf gegen die verhassten Yakuza-Clans beginnt er immer mehr Sympathie für die kleine Gruppe der Nishidas zu entwickeln und verliebt sich sogar in Keiko, die Frau des im Gefängnis sitzenden Anführers. Dies bleibt natürlich auch seinen Kollegen bei der Polizei nicht verborgen und als er sogar mit dem derzeitigen Anführer der Yakuzas Brüderschaft trinkt, gerät alles vollends außer Kontrolle…

Kritik

Meine Güte, was habe ich mich gefreut, dass endlich solche Asienperlen bei uns hier in Deutschland ohne größere Anstrengung (Import) zu haben sind.

Der Film gilt ja unter Kennern der Materie als Meisterwerk und kann als wegweisender Film des japanischen Kinos bezeichnet werden.

Die Geschichte wird mit viel Schwung und dynamischer Kamera erzählt. Dabei wechseln sich harte Actionsequenzen mit ruhigeren Storyparts ab, sodass eine homogene Mischung entsteht, die perfekt zu unterhalten weiß. Wirklich toll!

Fukasaku versteht es sehr gut die Machtverhältnisse zwischen Polizei und Yakuza zu vermitteln – so wie sie damals wohl wirklich an der Tagesordnung waren. In diese fragile Konstellation kommt dann der ungewöhnliche – harte “Lonewolf“ Kuroiwa und bringt das Gleichgewicht zwischen Polizei und den Banden kräftig durcheinander. Schauspielerisch und technisch ist alles perfekt gelungen, sodass die harte Atmosphäre sehr gut ins heimische Wohnzimmer transportiert wird.

Mir hat besonders das typische 70er Jahre Flair des Films gefallen. Als Cops noch harte Macho-Männer waren und die japanischen Autos eckige Klötze mit quietschenden Reifen. Dazu stimmt dann auch noch die 70er Jahre Musik.

Der Film lässt sich dann auch in ganz wenigen Worten beschreiben. Hart, schnell, liebreizende Frauen und harte Machomänner. Alles perfekt gemischt und virtuos inszeniert. Einfach Klasse! Man kann übrigens vieles aus diesem Film in späteren US-Produktionen wieder erkennen.

Ich empfehle diesen Film aber sicher nicht jedem. Man muss schon ein gewisses Faible für 70er Jahre Yakuza–Copthriller oder Interesse für filmhistorisch wichtige Werke aus Asien mitbringen. Ich war jedenfalls im 7. Filmhimmel und bin immer noch begeistert!

Meine DVD

Wie immer ist REM hier in keiner Weise etwas vorzuwerfen. Ein Digi-Slimpack mit umfangreichem Bonusmaterial erfreut den Käufer und zeigt, dass es auch heute noch Firmen gibt, welche ihr Handwerk verstehen und Fans zu erfreuen wissen.

Besonders möchte ich das fast makellose Bild hervorheben – immerhin sprechen wir hier von einem asiatischen Film aus den 70er Jahren! Nur die Schärfe ist manchmal nicht optimal, alles andere ist vollkommen überzeugend. Toll!

Beim Ton ist die Sache genauso gelagert - bis auf die Tatsache, dass es „nur“ den O-Ton in DD 2.0 gibt. Dieser ist aber sehr gut gelungen und die hervorragenden Untertitel lassen eine Synchro erst gar nicht vermissen.

Kommen wir nun zu den Extras. Hier haben die Jungs und Mädels von REM wieder ganze Arbeit geleistet. Im Digipack findet sich wie gewohnt ein Poster mit interessanten Hintergrundinfos auf der Rückseite. Außerdem gibt es ein Postkartenset.

Auf der DVD ist neben dem Originaltrailer ein wirklich interessantes Interview mit Mark Schilling einem internationalen Filmkritiker mit dem Fachgebiet Asiafilme enthalten. Er erklärt nicht nur Hintergründe zu diesem Film, sondern auch Grundsätzliches zum asiatischen Kino der 60er und 70er Jahre. Wirklich sehr interessant!

Fazit

Ein Film, den sich Fans des asiatischen Genre-Kinos keinesfalls entgehen lassen sollten. Er kann ohne Zweifel in einem Atemzug mit Kurosawas Werken oder Filmen wie „Lady Snowblood“ genannt werden. Eben ein wegweisendes Meisterwerk. Punkt!

Ich habe mich jedenfalls prächtig unterhalten und habe ganz nebenbei auch noch etwas für meine filmhistorische Weiterbildung getan. Toller Film aus einer tollen Zeit! Hoffentlich schaffen es noch mehr solche Filmperlen in unser Heimatland…

9/10 Punkten

Weblinks

  • Diese Seite wurde zuletzt am 15. September 2006 um 14:57 Uhr geändert.
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